5000 Kilometer Griechenland
3.9.2005 11 Uhr Km 80785 Ringheim- KM 81413 Lugano (CH) -
Abfahrt in Ringheim nachdem der halbe Hausstand an Bord gehievt wurde...
Wir sollten über einen Verladekran im Hof nachdenken....
Nach kurzer Kaffeepause bei Elli Maschke in Walldorf ging die Fahrt weiter Richtung Schweiz/Italien.
Über dreißig Grad Außentemperatur liessen uns von Klimaanlagen fantasieren...
Aber es war wohl eine gute Übung für Griechenland...temperaturmässig.
Elli versorgte uns noch mit Reiseführern und Landkarten ihres 6-wöchigen Griechenlandtrips.
Sehr praktisch, schöne Übernachtungsplätze bereits vorgefertigt grün markiert vorzufinden!
Wir verbrachten die Nacht auf einem Parkplatz im Zentrum von Lugano. Super Stadt mit Cote´d azur-Feeling an Luganer See. Gemütliche Bars und ein reges Nachtleben welches von einem Feuerwerk am anderen Seeufer gekrönt wurde trugen zu guter Stimmung bei. Livekonzerte in den Gassen luden zum Verweilen ein.
Schließlich zog ein Gewitter auf und trieb uns in den Camper zurück.
Am nächsten Morgen: Eitel Sonnenschein & angenehme Temperaturen.
Fazit: LUGANO ist eine Reise wert!
4.9.05 KM 81888 Stran nähe Rimini
Frühstück bei Sonnenschein in Lugano in einem kleinen Café.
Bei 30 Grad Außentemperatur fuhren wir gemütlich nach Italien. Gegen Nachmittag erreichten wir Rimini wo wir doch tatsächlich einen Platz 50m vom Meer entfernt fanden. Zwar an einer Bahnschiene mit ICE-Verkehr gelegen, aber immerhin bade- und Übernachtungstauglich
Der Strand ist dutzende von Kilometern lang, jedoch stets durch eine Bahnschiene von der Straße getrennt.
5.9.05 Nähe Rimini- Fährhafen Ancona KM 81944
Frühstück und Einkaufen im groß-Supermarkt an der Hauptstraße. Endlich waren unser Biervorräte mit pfandfreien Dosen aufgefüllt und die KÜhlbox mit allerlei Leckereien vollgestopft.
Nach einem Spaziergang durch Ancona gingen wir an Bord.
"Camping an Bord" hätte ich mir zwar etwas sonniger (OBEN an Deck statt unten im Laderaum) vorgestellt, aber immerhin konnten wir unser Auto nach Belieben benutzen und brauchten keine stickige Kabine zu bezahlen. Diese Möglichkeit der Überfahrt wird heute sowieso nur noch begrenzt angeboten...
6.9.05 Igoumenitsa (Griechenland) - Levkas KM82117
Zügig ging die Fahrt bei Regen (!) in Richtung der Insel Levkas. Das Wetter beruhigte sich zunehmends und wir fuhren an der Westküste der INsel Levkas entlang Richtung Süden.
Die Insel ist recht bergig, sodass wir mehrere Serpentinen-Touren unternehmen mussten ehe eine der Buchten uns zu 100% gefiel.
Die Abfahrt von der Hauptstraße war bereits eng, aber immerhin noch geteert. Das sollte sich später ändern.
Nach mindestens 50 Kehren standen wir vor einem Badestrand der einen kleinen gemauerte Kioski beherbergte.

Wir umrundeten den Kiosk und schlugen uns auf einem Feldweg, der teilweise vom Meer weggespült war gerade noch so durch zu einem Punkt, den wir von oben erspäht hatten.
10 Minuten später hatten wir einen Standplatz mit eigener Steilküste und feinkiesigem Badestrand ganz für uns alleine. Wir bauten unser Schlauchboot auf und ich versuchte mich gleich im Fischfang.
Leider ohne Erfolg - aber die Küste und das Wasser waren herrlich. Balugrün-Türkise Farbgebung durchsetzt von hellen Kalksteinfelsen. Unterwassersicht beim Schnorcheln ebenfalls super!
Nur Fisch gab´s nicht allzuviele... Lediglich ein paar kleinere "Aquariumfischchen" schwammen vor meiner Nase herum.
Petra hatte sich eine Luftmatratze mit "Klarsichtfenster" gekauft und konnte die Unterwasserwelt von oben betrachten.
Am Abend grillten wir und genossen die Aussicht auf Luchttürme, vorbeifahrende Fähren und den tollen Sternhimmel, der sich uns frei von störendem Fremdlicht präsentierte.
7.9.05 Levkas - Paleros KM 82191
Bis Nachmitags badeten und angelten wir nochmal ausgiebig.
Wir fuhren auch in benachbarte Buchten und erkundeten steilküsten, an die man nur von See aus hingelangen konnte. Dann packten wir zusammen. Ich ließ den Bootsmotor 2x umfallen - damit auch er ein paar Andenken an Griechenland mitnehmen konnte. (Grrr!)
Weiter ging die Fahrt durch wildes Gebirge und Nebenstraßen der Güte "Allrad schadet nicht" in Richtung der Inselhauptstadt Levkas. Weiter südöstlich an der Küste lang bis in´s beschauliche Palernos.
Dort fanden wir einen gemütlichen Yachthafen vor und konnten uns ein Übernachtungsplätzchen nach eigenem Gusto aussuchen.
Der nette Grieche nebenan bot uns verschiedene Fischgerichte, die wir gerne testen wollten.
Dazu einen Liter roten Hauswein für 4.- Euro und der Sonnenuntergang an der Hafenpromenade.
Schöne Ecke, dieses Palernos!
(Obwohl dies erst bei näherem Hinsehen auffällt, das die Hauptstraße nicht durch das schöne Ortszentrum führt.)
8.9.05 Palernos - / Delphi KM 82439
Nach ruhiger Nacht in der nähe der Marina von Paleros fuhren wir frühmorgens los in Richtung Delphi.
Endlose Küstenstraße und ein Regenschauer prägten die Fahrt nach in´s gebirgige Delphi.
Ob uns das Orakel wohl günstig gesonnen sein würde?
Darüber dachten wir in einer schönen Schnorchel-Bucht nähe Galaxidion nach.
Wir grillten die letzten Schweinewürstchen am feinkiesigen Strand.
Als ein Gewitter aufzog, packten wir zusammen und....
...fuhren uns im strömenden Regen im Strandkies fest.
Mit Untersetzung und Diff.-Sperre konnten wir uns befreien - dennoch war ich tropfnass.
Geschwind ein Schampoo rausgeholt und schon waren auch die Haare wieder vom Salzwasser befreit.
Tolle Außendusche!
Abends kamen wir in Delphi an und lernten einige Urlaube aus Groß-Gerau kennen, die in einem großen Allrad-Mercedes-LKW unterwegs waren. Geschwind wurde ein Wiedersehen auf dem Willy-Janssen-Treffen für kommendes Jahr ausgemacht.
Es folgte eine ruhige Nacht direkt hinter Delphi (1. Feldweg rechts ab) mit Blick auf Canyon & Sternenhimmel.
9.9.05 Delphi- Peloponnes Loutra KM 82653
Früh morgens (wenn brave Touristen noch in ihrem 4*****-Reisebus sitzen) betraten wir bereits die sagenumwobenen Ruinen des Orakels von Delphi. Steil am Hang liegend erfordert dies ein wenig Kondition - zumal die Temperaturen stündlich um 10 Grad ansteigen :-)
Nach der Erkundung und dem Museumsrundgang machten wir uns auf den Weg in Richtung Peloponnes.
Die große Hängebrücke nach Patra ist gebührenpflichtig (dafür aber schätzungsweise auch fast so groß wie die Brücke über die Meerenge von Istanbul).
Drüben angelangt geht es auf der Autobahn zügig weiter nach Süden.
In der Nähe von Kyllini finden wir eine Dünenlandschaft mit flachem Strand die dank Allrad ausgiebig nach einsamen Stellplätzen durchforstet wird. Leider gestaltet sich das nicht so einfach - ist schließlich aber doch von Erfolg gekrönt: Ein Stellplatz 10 Meter vom Strand entfernt. Eine Einsam auf einem Acker liegende 10-Kg_Melone ist auch an Bord und erfreut uns die nächsten Tage mit ihrem Geschmack.
10.9.2005 Peloponnes - Olympia - Golf von Korinthos KM 82993
Morgens nach dem Frühstück hielt es uns nicht länger an dem Sandstrand... wir sind Reisende, keine Rastenden....
Neue Ziele warteten und der Peloponnes hatte uns bisher nicht sonderlich angelsprochen.
(Ist eher was für Familien mit Kindern - superflache Sandstrände...)
Also quer durch´s Gebirge in Richtung Athen.
Unterwegs bekamen wir Besuch von einer griechischen Landschildkröte (Die Petra um Haaresbreite überfahren hätte). Ich taufte sie "Arkadia" - gemäss der Landschaft Arkadien in der sie zu uns gestoßen war.
Ich wollte schon immer mal ein Haustier an Bord unseres Campers haben! :-)
Unterwegs assen wir superlecker in einer Taverne am Wegesrand zu Mittag.
Spanferkel (Souvlaki) & Bifteki & Tsatziki.
Wir überquerten den Kanal von Korinth ohne es zu bemerken und verfuhren uns prompt
um 10Km. Meine Anregung für Griechenland wäre: Nehmt doch bitte ARABISCHE Buchstaben an - als Zeichen der EU-Integration. Und bißchen weniger Müll am Straßenrand wäre auch nicht schlecht!
Marokko ist nicth so schmutzig wie Griechenland - das muss hier auch mal gesagt werden!
Im Golf von Korinth fanden wir ein nettes Übernschatungsplätzchen wo wir auch gleich unser Boot zu Wasser ließen. Bis Sonnenuntergang war ich mit der Angel unterwegs.
Und tatsächlich biss endlich ein Fisch an!!
Ein giftiges Petermännchen. (angeblich stärkstes Gift Europas) - Zum Glück las ich davon vorher zuhause im Internet und konnte den Fisch als solchen identifizieren. Ein Stich des Rückenstachels hatte schon manchen Urlaub frühzeitig beendet, las ich dort.
Dennoch ein vorzüglicher Speisefisch, den ich mit Genuss auf den Grill legte. (Gift wird durch Kochen & Backen harmlos.)
11.9.05 Pissia (Golf v. Korinth) KM unverändert
Ein Tag baden, schnorcheln & angeln vom Boot aus.
(Erfolg: Ein Biss am Tag) - Diesmal ein Octopus.
Ganz schön eklig, wenn aus dem Kescher 8 Arme nach allem greifen, was nicht niet-u. nagelfest ist.
Das Viech zerrte sich mitsamt Haken quer durch mein Boot - und das bei heftigem Wellengang.
Aaaaaber ausgenommen, getrocknet und gegrillt eine Delikatesse. Und sättigend dazu – kein Wunder bei fast einem Kilo Lebendgewicht…
12.09.2005 Korinth-Athen-Euböa KM83184
Die Fahrt ging weiter nach Athen - schließlich musste man die berühmte Akropolis auch mal gesehen haben.
Wie bei vielen Wahzeichen: Viele Touristen und im Grunde nix Besonderes...
Schwierig gestaltete sich auch die Parkplatzsuche in Athen. Der Verkehr ist relativ chaotisch - aber noch zu bewältigen. Wir fanden schließlich einen "Halteverbotsplatz" unterhalb der berühmten Säulen der Akropolis.
Es war heiss und stickig und es hielt uns nicht lange in der Hauptstadt. Wir sehnten uns wieder nach der Ruhe einer gemütlichen kleinen Bucht.
Also setzten wir per Fähre über nach Euböa - der zweitgrößten griechischen Insel.
Dort fanden wir am Ende einer engen & steilen Offroadpiste eine herrliche von Felsen umrahmte Bucht mit einigen gemütlichen Tavernen. Wir konnten wieder bis in 10 Meter Ufernähe vordringen und lernten am Abend einen gricheischen Touristen kennen, mit dem wir eine große Flasche Wein leerten.

Er wollte uns am nächsten Tag um 7.30 Wecken - tauchte aber nicht mehr auf.
Ich nutzte den Morgen zum bootfahren und Angeln - jedoch ohne den Segen Neptuns: KEIN EINZIGER FISCH an der Angel. Und das trotz umfangreicher Bemühungen.
Wir mussten also in der Taverne unser Mittagessen vom Grill bestellen :-) AUch ganz nett.
Gegen Abend zerlegten wir das Boot wiedern um am nächsten Morgen nach dem Frühstück gleich weiterfahren zu können.
13.9.05 Euböa - Dorf Lepura KM 83224
Wir verbrachten doch noch einen dreiviertel Tag in der schönen Bucht und fuhren gegen Abend weiter.
Ich wollte mal in den Bergen übernachten - - - schön kühl und luftig.
Gesagt - getan. Lepoura verfügt über kleine Bergpisten und wir nahmen eine davon. Mit Aussicht auf zwei Täler schliefen wir auf einem Bergkamm. Eine Fischpaella rundete den sonnigen Tag ab.
14.9.05 Euböa - Sikros (Nördliche Sporaden) KM 83276
Wir fuhren in das Hafenstädtchen Kimi am Nordöstlichen Ende von Euböa und erfragten den Preis für eine Überfahrt nach Skyros. (1:40h - 53.- Euro) Vielleicht liesse sich dort ein weiteres Ticket für andere Inseln kaufen und wir kämen via "Inselhopping" dem Festland näher.
(Auf jeder Insel 1-3 Tage Aufenthalt)
Wir hatten festgestellt, dass es auf den Inseln sauberer, ruhiger und beschaulicher zuging als auf dem griechischen Festland. Auch die Buchten waren Boots-freundlicher und es gab nicht so viele Badegäste an den Stränden. Alles in Allem können wir die Nachsaison nur empfehlen. 32 Grad im Schatten sind ja auch genug, oder?
15.9.05 Skyros KM 83337
Regentag, den wir faul und auf der Suche nach der Insel schönster Bucht verbrachten.
Schließlich fanden wir die Bucht, die uns am besten gefiel und ich fuhr 2x kurz zum Angeln raus. Zwischendurch half ich ein paar Hirten verlorene Schafe in den Klippen wiederzufinden.
Eine archäologische Ausgrabungsstätte im Norden der Insel ist auch recht sehenswert.
Die Nacht verbrachten wir 10 Meter von den stetig steigenden Wellenbergen entfernt.
Gegen 3.30 uhr riss sich fast unser am Strand liegendes u. angebundenes Boot los.
Zum Glück hatte ich eine "Alarmanlage" aus einer leeren Bierdose gebastelt, die durch lautes Scheppern vor dem heimlichen Ablegen des Bootes warnte.
Also mit Unterhose & MAG-LITE bewaffnet raus an den Strand und dem Meer das Opfer wieder abgerungen...
16.9.04 Skyros. - Eböa (Bucht von Hilladou im Nordwesten) KM 83435
Der Morgen begann mit einer Mischung aus Sonne und Regen. Da die Wellen inzwischen fast Meterhoch an den Strand schlugen und ein starker Wind vorherrschte, beschlossen wir die Insel zu verlassen.
Das geplante Inselhopping zu den anderen Sporaden fiel leider aus, da keine Schiffe mehr fuhren.
Also zurück nach Euböa. Diesmal komischerweise 8.- Euro billiger als auf der Hinfahrt.
(Kombiticket gab es sowieso nicht)
Vor der Abfahrt fuhren wir noch einige Pisten an der Küste entlang, die wieder mal auf keiner Karte verzeichnet waren. Auch scheint es in Griechenland für jede Ortschaft 2-5 verschiedene Schreibweisen zu geben, was die Orientierung nicht gerade vereinfacht.
An die griechischen Buchstaben hatten wir uns inzwischen fast gewöhnt, aber dennoch standen in unseren 3 verschiedenen Landkarten stets andere Namen als auf den Schildern vor Ort....
Die Zeit bis zur Fährüberfahrt (Bei schönem Seegang) vertrieben wir uns in einem abgelegenen Hafen.
Ich stöberte auf einem total verrosteten alten Schlepper herum, der hier scheinbar seinem Untergang harrte.
Die Gischt schlug über die 3m hohe Kaimauer - wer hätte gedacht, dass die brave Ägäis zu solchen Wellen fähig sei?
Nach stürmischer Überfahrt kamen wir wieder in Kymi, Kimi, Kyme oder Kúµm an - (je nach Schreibweise...)
Nachdem ich zum ersten Mal NICHT in einer Warteschlange durch dreiste Vordrängler geärgert worden war.
(Nächtes Mal bekäme einer dieser 1.65m-Griechen-Hämpelchen ein wenig Erziehung beigebracht - das schwor ich mir. Ich wartete geradezu darauf.... zu oft hatte ich den Unverschämtheiten mancher Leute hier nachgegeben. Leider ging diesmal alles reibungslos ab, hihi!)
Überhaupt kann man die Griechen anscheinend in zwei Gruppen einteilen:SUPERNETT die eine Hälfte. Total ohne Anstand & Manier die andere Hälfte.
Sorry, Aber dieser Absatz entstand nach 13 Tagen Griechenland-Erfahrung und wird leider täglich weiter bestätigt.
OK, wir hatten also Kymi erreicht und wollten nun einem Reiseführertipp zu einer supertollen Bucht folgen.
Natürlich nicht auf dem vorgeschlagenen Weg des Verfassers sondern mehr oder weniger querfeldein durch Bergdörfer und Schotterpisten.
Im Nachhinein wundere ich mich immer noch, dass wir bei den 50 verschiedenen wegweiserlosen Abzweigungen schlussendlich doch am Ziel angekommen waren.
Erschwerend kam hinzu, dass es hier auf Euböa anscheinend deutlich mehr geregnet hatte und das vom Verf. als "Flüsschen" bezeichnetet Rinnsaal die Ausmaße der Isar angenommen hatte.
Wir hatten mehrere Furten zu queren und jede zweite Wegkehre war zu 20% weggeschwemmt worden. Rechts ging es meist senkrecht zu Tale während links grobe Felsbrocken auf ein leichtes Startsignal zur Niederkunft warteten... Interessant war, dass wir nach ca:2 Stunden immer noch Luftlinie 3 KM von Kymi entfernt waren - aber wie bereits der erste Mensch auf dem Mond sagte: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen - ein großer Schritt für die Menschheit." - So oder so ähnlich sahen wir das auch: Die Bergdörfer waren von der auch nicht gerade modernen Hafenstadt Kymi in jeder Hinsicht so weit entfernt, wie der Mond von der Erde.
Immerhin sprachen doch fast alle unter 40-jährigen relativ gutes Englisch was die Angelegenheit vereinfachte.
Einmal wollte uns eine alte Frau mitten im Wald die "Weg-Information" nur gegen Abkaufens zweier Äpfel geben, die sie geschäftstüchtig unter der Schürze hervorholte.
Leider schaute sie, nach dem Weg gefragt, kurz in die richtige Richtung - das genügte mir als Hinweis und ein hupendes Auto gebot uns, weiterzufahren ohne die Äpfel zu kosten.
Nach 30 Kilometern Schlamm/Wald/Schotter/Felspiste sahen wir eine geteerte Straße und einen Mercedes mit deutschem Kennzeichen. Wir waren angekommen. Und wahrlich: Eine wirklich schöne Bucht. Der Verfasser hatte nicht zuviel versprochen. Nur etwas einsamer hätten wir uns den Geheimtipp vorgestellt.
Das Unwetter war zwar Sonnenschein gewichen, aber die Riesenwellen, die sich da an den Strand warfen wollten erst noch besänftigt werden. Abwarten & schlafen gehen... 21.30 Uhr.
17.+18.9.05 Bucht von Hilladou (Euböa) KM unverändert
Die folgenden Tage verbrachten wir mit schwimmen, angeln, sonnen, lesen, Buchten und Meereshöhlen per Boot erkunden etc. Es gab auch eine Bucht in der ca. 20 feste Zelte standen - wohl so eine art "Aussteiger-Kolonie"? Es kam mir vor wie bei "The Beach" - die Kulisse stimmte jedenfalls.
Wir fuhren ein paar Buchten weiter - ebenfalls Sandbänke, die von Felsen umrahmt und nur von Wasser aus zu erreichen waren. Petra schaukelte mit ihrer Luftmatratze auf dem Wasser während ich am Horizont zum Angeln verschwand. (Wir standen per Funkgerät in Verbindung).
Abends lernten wir Nassos, einen griechischen Rentner mit seinem VW-Campingbus Bj. 1973 kennen. Er gab uns wertvolle Tipps und wir philosophierten lange beim Schein des Lagerfeuers. Dank angeschwemmten Treibgutes wurde es gut geschürt.
19.09.2005 Hilladou - Lihas Oros (Nordwestspitze Euböas) KM 83633
Schweren Herzens verließen wir dieliebgewonnene Umgebund von Hilladou und erklommen einige Bergpässe mit dem Iveco. Bei 30 Grad kein Zuckerschlecken für die Maschine.
Zwischenstopp zum Mittagessen und baden mit Stranddusche erfolgte westlich von Limni.
Danach ging es weiter in Richtung norden Euböas.
Der nordwestlichste Zipfel wurde mit dem Auto angefahren. Eine Sandzunge markierte die äusserste Ecke.
Und da mussten wir natürlich hin. An den Warnschildern vorbei in den Sand hinein bis 2m vorm´Wasser.
Nur für´s Foto. Hier fließen zwei verschiedene Gewässer zusammen, die durch die große Insel Euböa getrennt werden. Entsprechend ist der Wellengang & Strömung an dieser Stelle. (Ich möchte nicht reinspringen).
OK Foto geschossen und nun 150m entfernt auf ebener Fläche unter einer Kiefer in der Schatten stellen... aber nix da! Der Iveco fuhr sich rückwärts erstmal gründlich fest.Nach vorne konnte ich nicht viel Anlauf nehmen - da war ja das Meer.
Also Allrad rein, Diff.-Sperre und Untersetzung... (Im geiste sah ich mich schon schaufeln und die Flut einlaufen...) Aber es klappte. Der Wagen kam aus eigener Kraft frei und ich hinterließ wieder mal einen massiven Flurschaden im glatten Strand-Sand. Ca. 25cm tiefe Furchen, die hier aber niemanden stören würden.
Abends zog noch ein massiver Sturm auf - erinnert an die Bedeutung des Namens "EUBÖA" = "Guter Wind".
20.9.2005 Euböa-Olympos Gebirge KM 83878
Nach kurzem Frühstück trafen wir zufällig exakt zum Abfahrtstermin der Fähre auf´s griechische Festland im Hafen ein. 30 Minuten dauerte die Überfahrt, dann hatten wir wieder den Kontinent unter den Rädern.
Die Fahrt ging zügig in Richtung Olymp. Schließlich wollten wir den Götten mal richtig auf´s Dach steigen.
Im Vorort angekommen stärkten wir uns wieder mal bei Souflaki, Tsatziki und Co.
Die 1000 Höhenmeter zum Parkplatz legten wir auf kurvenreicher knapp 20 Kilometer langer Bergstraße zurück. Da die Besteigung des Olymp ca. 5 Stunden in einfacher Richtung in Anspruch nimmt, war es für heute zu spät. Abends zog schlechtes Wetter auf und über Nacht regnete und gewitterte es heftig.
21.9.05 Olymp - Meteora-Klöster KM 84093
Der Wecker piepte um 7 Uhr - aber wir waren schon früher wach: Regen trommelte auf unser Dachfenster und wir hatten keine Lust eine 10-stündige Bergtour im strömenden Regen zu beginnen.
Als es um 9 uhr immer noch schüttete, machten wir uns 5 Kilometer Bergabwärts an die Besichtigung einer Klosterruine. Danach noch ein Fußweg durch die Vikos-Schlucht zu einer heiligen Grotte (ca. 2 Std.).
Ich hatte noch nie so viele Feuersalamander gesehen, wie auf dem Waldpfad bei leichtem Regen:
Alle 5 Meter - ungelogen- musste man über die auffälligen Tierchen drübersteigen.

Zurückgekehrt entschieden wir, den Olymp den Göttern zu überlassen... sie waren uns anscheinend nicht gewogen. Also besichtigten wir die nahegelegene griechisch-römischen Ruinenstadt Dion.
Sehr interessant auch das Museum in dem z. B. die Steinbearbeitung und Mosaiktechniken der damaligen Zeit vorgestellt wurde.
Nach einem Mittagessen ging die Fahrt weiter durch Zentralgriechenland in Richtung Kalamitsa - den Meteoraklöstern, die wir Schwalbennester an den Felsen klebten.
Fantastisch steile Steintürme die sogar halbwegs mit dem WoMo erfahrbar waren.
Wir hatten einen super Übernachtungsplatz 3m neben dem Abgrund und mit Ausblick auf mehrere dieser sehr fotogenen Klöster.
22.9.05 Meteora-Vikos Schlucht KM 84307
An diesem Morgen schauten wir uns zwei der Meteora-klöster auch von innen an. Ich war über die günstigen Eintrittspreise von 2.- erfreut. (Museen hatten bisher immer 6.- und Archäologische Stätten ebenfalls 6-12.- Euro gekostet).
An den Klöstern war reger Andrang - trotz Nebensaison. Am Grand Meteora-Kloster parkten ca. 10 Reisebusse. Entsprechend voll war es innen. Dennoch sind die Klöster und ihre einmalige Umgebung einen Besuch allemal wert. (Di & Do sind einigen von ihnen geschlossen).
Nach ausgiebiger Begutachtung verließen wir Meteora und fuhren auf der [6] Richtung Ioannina. Es war zwar eine Hauptstraße, aber an diesem Tag haben wir sicherlich 1000 Serpentinen-Kurven gemeistert. Man kommt auch wegen der vielen LKWs teilweise nur mit 25km/h voran. Eine mehrspurige Autobahn mit Tunnenln scheint in Bau zu sein, war aber noch nicht fertig.
Nach Ioannina fuhren wir in Richtung der Vikos-Schlucht.
(Wieder mal eine angeblich tiefste Schlucht der Erde...) Die Bergdörfer waren teilweise so eng, dass wir in Hofeinfahrten wenden mussten nachdem wir uns ein wenig verfahren hatten. Unser Reiseführer war so schlau, eine Tour von hinten nach vorne zu beschreiben und noch dazu von einer Kirche-Pflaster-Rechter-Feldweg-Kombination zu schreiben, die hier auf ziemlich jede Ortschaft passte. Aber auch diese Schwierigkeiten wurden gemeistert und in Zusammenarbeit mit GPS, Karten, Reiseführern und Einheimischen fanden wir dann doch noch den Wildbach, die Schlucht, das Kloster, die Höhle und all die anderen interessanten Dinge.Leider spielte das Wetter nicht so mit, aber 20Grad sind ja zum Wandern auch genug.
Wir fanden einen Übernachtungsplatz zwischen Papignon und Micro Papignon mit Sonnenuntergang und Kuhglocken-gebimmel.
23.9.05 Vikos-Parga KM 84536
Am Morgen fuhren wir die 50 Serpentinen hinab in´s Tal wo wir vor einer schönen verfallenen Klosterruine frühstückten. Ein türkisblauer Wildbach plätscherte durch uralte Platanenwälder und einzelne Sonnenstrahlen wurden von feinem Morgennebel durchdrungen.
Nach dem Klosterbesuch (Es war verlassen, teils verfallen und abgeschlossen) machten wir uns auf in die Vikos-Schlucht. Wegen der maroden Beschilderung (in ganz Griechenland irgendwie seltsam, dass Weggabelungen oft nur in einer Fahrtrichtung beschildert sind - wenn überhaupt) brauchten wir ziemlich lange bis wir über Straßen & Pisten in Monodendrion ankamen. Dort besichtigten wir.... RICHTIG! Ein Kloster. Ein gelangweilter Mönch rang sich zu einem grummeligen "morning" durch und widmete sich wieder seiner Ikonenmalerei. Hinter dem Kloster ging es in die Vikos-Schlucht. Auf abenteuerlichem Pfad, der teilweise nur 50cm breit war - dafür ging es aber daneben ca. 600m senkrecht in die Tiefe - kamen wir ein paar Kilometer weit. Dann war der Pfad plötzlich vor einer Steilwand zuende. Ob der Rest des Weges abgestürzt war, oder ob der Weg hier einfach zuende war, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.
Ich war wieder mal ein wenig enttäuscht, dass der große Wegweiser am Kloster (Sogar in arabischen Buchstaben: "Caves, Old Stone Bridges,...") in´s Nichts führte. Aber ich hatte mich an solche Dinge langsam gewöhnt. Naja - da es zu regnen und gewittern anfing, machten wir uns auf den Rückweg.
....und fuhren Richtung SONNE UND MEER. (Dachten wir).
Wir näherten uns dem Ausgangspunkt unserer Griechenlandreise: Igoumenitsa.Unterwegs kamen wir in einen starken Regenguss und vor uns hielten 2 Autos und ein LKW auf offener Straße an.
Warnblinker, fragende Blicke, Hupen.
Was war geschehen? Ein Motorradfahrer schob seine 500er Honda auf wackeligen Beinen in Richtung Straßenrand. (Ober besser: Sie zog ihn langsam in Richtung Straßenrand).
Dann sah ich ein paar Motorradteile auf der Straße liegen und kam zu dem Entschluss, dass er wohl gestürzt sein müsse. Da keiner der Autofahrer Anstalten machte, auszusteigen sprang ich im T-shirt in den Regen und half dem leicht schockierten Menschen. (Er bekam den Motor nicht mehr zum Laufen und war ziemlich verwirrt.... genau wie ich nach meinem letzten Motorradsturz vor 2 Jahren).
Gemeinsam brachten wir das Ding wieder zum Laufen und ich steckte ihm auch noch die verlustig gegangenen Kleinteile in den Rucksack. 3 Kurven weiter war eine Tankstelle, sodass er sich dort ausruhen und versorgen konnte. (Körperlich war ihm scheinbar nichts passiert).
Unsere Fahrt ging weiter nach Parga - einer schönen, aber touristisch arg zugebauten Bucht. In der Nachsaison langweilten sich hier die Restaurantbesitzer und blickten uns irgendwie "in ihrer Ruhe gestört" nach... Gar nicht so einfach, hier ein halbwegs gutes Plätzchen am Strand zu finden - alles ist WOMO-unfreundlich verbaut. Aber hinter dem letzten Appartement im Dorf fanden wir einen "Parking-Pay"-Platz, auf dem sich kein Kassierer mehr befand. So nahmen wir diese Einladung dankend an.
Ach ja - es regnete wieder - oder immer noch.
Wir kochten ein leckeres Mahl, das wir zuvor im LIDL unterwegs eingekauft hatten.
LIDL scheint übrigens so ziemlich der preiswerteste Supermarkt in Griechenland zu sein, wenn man für einen Joghurt keine 2,00-2,50 Euro ausgeben möchte.
24.9.05 Parga-Igoumenitsa KM 84542
bis zum 28.9.05 verbrachten wir noch viel Zeit in einer Nachbarbucht von Parga.
Wir sonnten, badeten, angelten und verpflegten uns per Schlauchboot im Hauptort.
Wieder mal konnten wir bis direkt an´s Meer hinunterfahren und unser Boot bequem an Felsen festmachen. Eine Meereshöhle sowie verschiedene Schnorchelfelsen waren zu erkunden.
Der Aufenthalt verlief völlig ungestört – nur ab und zu verirrten sich ein paar Touristen und Einheimische in unsere Nähe.
28.9.05 Igoumenitsa – Fähre – Ancona KM 84633
Tag der Abreise
29.9.05 Ancona-Ringheim KM 85770
1200 Kilometer Heimfahrt am Stück.
Ankunft 4 Uhr frühs im regnerisch-kühlen Ringheim


2 Comments:
herzliche Grüsse Peter
Fleissig, fleissig, da werde ich wohl noch eine ganze Weile brauchen, bis ich da durch bin...*grins
LG Lucy
xxx
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