Donnerstag, September 01, 2005

Mit dem Magirus durch die Sahara - Libyen 2005





Libyen mit dem Magirus 150
Libyenreise Januar 2005

mit Fritz Maschke, Jürgen Baumann, Peter Zillich und Gottfried Schwarzkopf
13.1.2005 bis 14.2.2005 Fahrzeug: Magirus 150 Doppelkabiner - Allrad mit Wohnkabine. (Ex-Feuerwehrauto Bj. 1965 –also sozusagen ein „Ü40“)




Reisetagebuch:


Die eingeklammerten Zahlen in der Datumszeile sind die gespeicherten Übernachtungsplätze. Koordinaten auf Anfrage erhältlich.


Do, 13.1.2005 Abfahrt Ringheim - Walldorf


Letzte Pre-Flight-Checks:Wir schafften Schubkarrenweise Material, Werkzeug und Technik in den Magirus.Abends traf Gottfried ein uns wir beendeten die Vorbereitungen gegen 19 Uhr.Elli (Fritz´Frau) kochte uns ein letztes deutsches Abendessen und mit der Unterstützung pfälzer Rotweinsfielen wir in´s Bett.

Fr, 14.1.2005 Walldorf Start: KM 24350 (24) Italien <--Diese Nummern sind die gespeicherten Übernachtungsplätze. Koordinaten auf Anfrage erhältlich.

Nachdem die nun wirklich allerletzten Dinge verstaut, verzurrt und gegen heraus- und herunterfallen gesichert waren, ging es nach einem halben Jahr Vorbereitung ENDLICH LOS!Letzte Fotos und ein paar Videosequenzen später rollten wir gen Italien.
Nach Durchquerung der Schweiz verließen wir die Autobahn an ziemlich beliebiger Stelle und fanden eine kleine Ortschaft mit nettem Restaurant. Der offene Kamin lud zum Verweilen ein. Wir kosteten die italienische Küche und waren recht zufrieden mit dem Gebotenen.Entspannt und gesättigt suchten wir unser Auto auf - um die erste Nacht zu verbringen.


SA, 15.1.2005 Italia- Genua KM 24901. (25 Genua Hafen) 7 Uhr, 0 Grad Innentemperatur im Fahrzeug. Nicht sehr angenehm da aus dem kuscheligen Schlafsack zu kriechen. Aber die Fähre würde nicht warten...Unsere grob entschiedene Arbeitsteilung funktionierte recht gut: Jeder hatte sein Resort und während ichnach Ölstand und dem abgeflogenen Scheibenwischer schaute, räumten die anderen die Kabine auf unddeckten den Frühstückstisch. Ruck-Zuck hatten wir gemütliche 25 Grad im Innenraum - der Gasheizung sei dank!
Nach dem Frühstück Abfahrt nach Genua - die letzen 150 Kilometer.Zwischendurch musste mal der Lichtmaschinen-Regler mit dem Schraubenzieher gestreichelt werden - und schon ging es weiter.
Genua: Hafenchaos…Nach mehreren Irrfahrten - wir pendelten zwischen Pontius und Pilatus - fanden wir doch noch dieentscheidenden Gebäude, Schalter und Personen für unsere Abfertigung.(Selten so ein undurchsichtiges Abfertigungssystem erlebt... )Danach schauten wir circa 200 Autos bei der Einfahrt in die Fähre zu."Ja, wollen die uns etwa als letzte reinlassen?"Der Platz für Fahrzeuge über 3m Höhe wurde schließlich immer knapper und knapper...und schließlich fuhren wir als vorletztes Fahrzeug hinter einem Reisebus in den Bauch des Schiffes.Sollte ich erwähnen, dass ich bei der allgemeinen Drängelei auf der Abfertigungsspur Stunden zuvordem Busfahrer den Aussenspiegel Spiegel touchiert hatte?Italienisches Temperament nahm seinen Lauf "Porka Madonnnna!! - Graaaande Miseria!" ...etc... eindeutige Zeichen in Richtung Stirn und Bille veranlassten mich irgendwann zum Aussteigen.Nachdem ich den guten Mann (1,55m) "in den Arm genommen" und beruhigt hatte, war die Sache erledigt.Er hatte wohl bemerkt, dass wir kein besonderes Interesse an seiner "Show" hatten und zog sich in seinen Bus zurück. Wie auch immer - schließlich konnte Fritz den Magirus wohlbehütet an Bord bringen.
Abends in der Bar stellten wir fest, dass sehr wenige Europäer an Bord waren und die Frage an den Kellner, ob unser leicht erhöhter Bierkonsum auf Muslime eventuell anrüchig wirke, wurde freundlich aber bestimmt mit "Oui, Monsieur" beantwortet.


So, 16.1.2005 Tag auf der Fähre _ Genua-Tunis 25227km (27)
Zoll TunisZollabfertigung ziemlich chaotisch - wie erwartet.Eigentlich war die Abfertigung genauso chaotisch, wie in Genua - also kein Grund, sich aufzuregen.Fehlende Stempel, die normalerweise an Bord der Fähre in zwei Stunden "Erwartet" werden müssen, liessen sich auch in 20 Minuten an Land ergattern.(Ohne Stempel im Pass angeblich keine Ausreise auf dem Rückweg...)Ein Schlepper, der 20,- Euro wollte bekam von Fritz 2,- Euro in die Hand gedrückt. Angemessene Bezahlung für 10 Minuten Arbeit…
Einkaufen im tunesischen Supermarkt. Kein Alkohol. Aber Wasser haben wir wenigstens bekommen. Und ein paar leckere Brathändel... als wir das Vino-Magazin (Kl. Laden) gefunden hatten, schloss der direkt von unseren verzweifelten Gesichtern.
Kurz hinter Tunis bogen wir in einen unbeleuchteten Feldweg ein, der sich natürlich als Zufahrt zu einem Olivenbauern herausstellte.Kaum angekommen, wurden wir auch schon von den Besitzern freundlich empfangen.Übernachtung beim Bauern - Familienanschluss der besonderen Art: Tee, Brot, frisch gepresstes Olivenöl und allzu nette Bauernjungs (!)Besonders die Frauen, waren sehr kontaktfreudig, neugierig und aufgeschlossen. Zumindest so lange, bis deren Männer nach Hause kamen. Dann traten die Herren der Schöpfung in Aktion.Erneut Tee, Brot, Olivenöl, Hausbesichtigung auf beiden Seiten. Also nichts mit früh in´s Bett gehen…
Im Gegenzug erwähnte der Hausherr deutlich, dass sein Bruder ein Weintrinker sei...Genannter Bruder war mir gegenüber ziemlich freundlich, nahm mich in den Arm und zeigte mir schließlich sein Zimmer.Als er dann aber eindeutig zudringlich werden wollte, zog ich es doch lieber vor, zu meinen Freunden in´s Wohnzimmer zurückzukehren. Auch das Ausschalten des Lichts konnte mich nicht von den Vorzügen gleichgeschlechtlicher Liebe überzeugen. :-O
Naja - auch ein witziger Abend, irgenwie. Irgendwann waren die Handynummern ausgetauscht, Peters´Videokamera leergefilmt und unsere Weinvorräte geplündert - da machte sich Laufen (Name) langsam aber sicher an Gottfried heran. Als er mit ihm zusammen das Zimmer verließ, war ich auf den Ausgang des Abends gespannt. Ich hatte Gottfried nicht vor dem Jungen warnen können, weil deutsch sprechende Brüder anwesend waren. Nach 10 Minuten kam Gottfried mit versteinerten Gesichtszügen zu uns zurück. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Der Tunesier war wohl zum zweiten Mal abgeblitzt…
Schließlich war der Abend beendet und wir zogen es morgens vor, eine Stunde früher loszufahren, als angekündigt. (Sonst wären wir sicher heute noch dort....) :-))Trotz alledem war es ein schöner, lustiger Abend und die Gastfreundschaft der Tunesier war ziemlich grenzenlos.

Mo, 17.1.2005 Tunis - Kairouan/Hammamet 25600km
Nach relativ fluchtartigem Verlassen des Bauernhofes frühstückten wir etwas ausserhalb.Ungestört konnte jeder sich seiner Körperpflege widmen und gegen 9.30 Uhr fuhren wir frohen Mutesin Richtung Süden weiter.Bis die Lichtmaschine sich wieder meldete. Diesmal war sie nicht mehr mit streicheln und Schmirgelpapierzur Arbeit zu bewegen. Also suchten wir eine Werkstatt auf.2-3 Stunden bemühten wir uns zusammen mit dem Chef den Regler in Funktion zu setzen, auszutauschen oder neu zu verkabeln. Schließlich hatte der Monteur eine Idee... eigentlich waren wir genausoweit, wie Stunden zuvor, aberzumindest mit dem Gefühl, dass die LiMa nun wenigstens bei Vollgas ein bißchen Strom in unsere Batterien drücken würde.Wir fuhren noch bis in die Nacht hinein - stets mit der Gewissheit, dass uns jeder Kilometer wertvollen Batteriestrom kosten würde. (Zumindest ich war dieser Meinung - und mit mir mein Messgerät)

Di, 18.1.2005 Tunesien / Medenine- Libya
Die Nacht wurde von andauerndem Hundegebell begleitet. Am Morgen entdeckten wir die Lärmquelle:Ein Hund war 10Meter entfernt von uns an eine Lehmhütte gekettet.
Klar, dass wir ihm nicht gefielen...Schönes Wetter, strahlender Sonnenschein und ein deftiges Frühstück liessen den Tag gut beginnen.Fast schon wie selbstverständlich brachte uns eine Nachbarin frisches Fladenbrot an den Magirus.Diesmal ohne "Familienanschluss" - das war uns auch ganz recht. Völlig ungestört konnten wir unserenBeschäftigungen nachgehen.In Medenine schafften wir es schließlich doch noch, ein paar verstaubte Flaschen Wein aus einemHotelkeller zu erstehen .- natürlich zu horrendem Preis. (Doppelt so teuer wie auf dem Schiff)Wir füllten noch 160 Liter Wasser in unsere Fässer und begaben uns auf die letzten 100 Kilometer nach Ben Guardane. Grenzort nach Libyen.
Kein Handynetz in Libyen.

Nach bevorzugter Behandlung an der Grenze (es dauerte trotzdem ein, zwei Stunden) trafen wir unseren Führer namens Salah, der auf mich einen recht umgänglichen und positiven ersten Eindruck machte.Wir steuerten gegen 16 Uhr eine Werkstatt an, die sich unseres Lichtmaschinenproblems erneut annehmen sollte. Glücklicherweise hatte ich eine BMW-LiMa im Handgepäck und auch die überzähligen Adapterringe unserer ersten LiMa waren von Nutzen. Dennoch dauerte die Adaption nach meiner Anleitung die halbe Nacht sowie den nächsten Tag bis 16 Uhr. Ein Aluring musste durch die halbe Stadt gebracht werden, bis jemand ein stück davon abschneiden konnte… Wir verbrachten die Nacht auf dem Vorplatz der Werkstatt und feierten mit unserem Führernach Libyscher Sitte mit Alkohol und nordafrikanischen Rauchwaren.

Mi, 19.1.2005 Zuara - Goush Kilometerstand 25913 (29) Ruinen/Altstadt
Die Arbeiten an der Lichtmaschine erforderten ganztägigen Einsatz und waren gegen 16 Uhr mit gutem Gefühl beendet. Immer wieder erstaunlich, wie man ohne gemeinsame Sprache auch über technisch komplizierte Dinge kommunizieren kann. Super, was der Mechaniker mit ein paar Holzklötzchen, Ducktape und Beilagscheiben so alles hinbekam! Das hätte er vorher wohl selbst nicht geglaubt.Und ich gestehe im Nachhinein: Die BMW-LiMa war zuhause mal runtergefallen – ich hatte keine Ahnung, ob sie funktionieren würde…
Endlich ging es los! Die Wüste wartete!Abfahrt in Richtung Ghadames. Wir fuhren bis in die Nacht hinein und fanden schließlich einen schönen Übernachtungsplatz in einer verlassenen Oasenstadt zwischen Palmen und romantischen Ruinen.Ein handfester Sturm zog auf und schaukelte uns nach dem Abendessen sanft in den Schlaf.Die Nacht war wieder recht kühl und am morgen schliefen wir relativ lange.







Do, 20.1.2005 Goush-Darj Kilometerstand 26250 (30) Ruinen/Altstadt
Nach ausgiebigem Frühstück und den üblichen Motorchecks verließen wir die schöne Übernachtungsstätte und begaben uns weiter in Richtung Süden. An der Tankstelle füllten wir 434 Liter Diesel in unsere Kanister.Man wusste nicht, ob es in Ghadames ausreichend Sprit geben würde. Zwei weitere 250Liter-Fässer führten wir leer auf dem Dach mit uns. Libyen = Magirus-Country: 434 Liter Diesel kosteten 28.- Euro. Weiter ging die Fahrt über sandverwehte Strassen. Teilweise ragten die Dünen bis über die Strassenmitte und verlangten ständige Konzentration des Fahrers. Dann setzte Regen ein und wir erlebten die Wüste IN NASS. Interessant fand ich, dass trotz des Regens Sand über die Strasse wehte.Teilweise konnte man den Asphalt nur noch erahnen. Diesbezüglich sei noch zu erwähnen, dass unsere Scheibenwischer wieder mal ausfielen. Kein Spass, wenn man mit 8 Tonnen bei 80-90 Km/h unterwegs ist... aber man gewöhnt sich an jedes Risiko.Abends erreichten wir schließlich die kleine Stadt Darj - wo wir 400 Liter Sprit für den nächsten Tag reservierten und Brot kauften. Übernachtung wieder in einem verlassenen Altstadtteil zwischen Palmen und einer art Freilufttheater.

Fr, 21.1.2005 Darj-Ghadames-See von Mzezem Kilometerstand 26404 (31)See
Nach einer ausgiebigen Dusche im Freien bei 5 Grad Celsius begann der Tag recht sonnig.Als Dusche fungierte ein Kochtopf mit warmem Wasser und eine Tasse zum Schöpfen."Old style" also... :-)Gegen 10 Uhr verließen wir die Altstadt und nahmen Abschied von den schönen Palmen ringsherum.Der Platz gäbe einen prima Campingplatz ab - mal schauen, was in den nächsten 10 Jahren hier passiert...
Weiter ging die Fahrt nach Ghadames - der legendären Oase mit den tunnelartigen Bauten.(Ist ein UNESCO Kulturdenkmal) Direkt vor dem Eingang geparkt, konnten wir weil es Freitag und gleichzeitig Feiertag sowie Gebetsstunde war, völlig frei in den schönen Innenhöfen, Hausfluren und labyrinthartigen Gängen herumforschen und über alle möglichen Dinge spekulieren. Sogar ein funktionierendes Wasserleitungssystem war vorhanden.
Nachmittags suchte ich ein Internetcafe auf (Ich fragte systematisch den halben Ort und wurde schließlich fündig). Als das Cafe dann auch noch für mich öffnete, konnte ich einige Emails absetzen.Extrem ärgerlich war, dass meine Digikamera heute ohne Vorwarnung den Geist aufgegeben hatte.Aber die Videokamera war noch funktionsfähig - wenigstens etwas...
In Ghadames mussten wir erfahren, dass die favorisierte Piste nach Ghat gesperrt war und schon einige Touristen auf algerischer Seite verhaftet worden waren. Eine zweite Piste galt als sehr schwierig und ein zwielichtiger Führer wollte 400.-- Euro für unsere Passage. Nach einigem hin- und her bliesen wir die Aktion ab, da unter anderem mit 50 Kilometern Sanddünen zu rechnen war (!).Fritz war enttäuscht – er hätte den Maggie gerne mal richtig ausgetestet. Wir jedoch wollten nicht 3 Tage Zeit verlieren und uns am Ende noch einsperren lassen. Dazu ergab sich später noch genügend Gelegenheit…
Also blieb uns nur der geordnete Rückzug in Richtung Darj. Nach 40 Kilometern (von 100) bogen wir auf eine Piste in Richtung Norden ab, wo sich ein sehr schöner Dopelsee mitten in der Landschaft auf einem kleinen Hochplateau befand. Toller Übernachtungsplatz und auch eine erste Gelegenheit, den Maggie auf Pistentauglichkeit zu prüfen. Prompt verabschiedete sich ein Haubengummi und eine Befestigung der Motorhaube. Ansonsten war alles OK. Auch die insgesamt 900 Liter Diesel, die an Bord waren konnten unseren Vorwärtsdrang nicht aufhalten. Die Motorhaube wurde seitdem mit einem Spanngurt gesichert.
Ich lernte an diesem Abend, grünes Stachelgestrüpp von brennbarem, trockenen zu unterscheiden. Auf den ersten Blick nicht so einfach – aber wenn man´s mal kapiert hat… super Sache!

22.1.2005 See von Mzezem - Hamada al Hamra Kilometerstand 26602 (34)
Satz des Tages (Hamada al Hamra, als Fritz auf der Piste nach 200 Kilometern geradeaus die Spur wechselte und kurz in den rechten Aussenspiegel sah) -- Eine Stimme von hinten: "RECHTS FREI!" - Allgemeines Gelächter.

Am Morgen war es sehr kalt und unangenehm windig. Einer der beiden Seen fiel vom Ufer her steil ab, sodass die Tiefenangabe von 55Metern doch glaubhaft erschien.Nach dem Frühstück fuhren wir die 10 Kilometer Piste zur Hauptstrasse zurück und kamen gegen Mittag wieder in Darj an. Dort nahmen wir kleine Reparaturen vor und deckten uns mit Brot für 4 Tage ein.Nach längerem Hin und Her ging es endlich auf die Piste in Richtung Idri.Es lagen 576 Kilometer Hamada (Steinwüste) vor uns ausgebreitet. Einmal hatten wir uns um 10 Kilometer verfahren, weil eine neugebaute Piste nirgends erwähnt wurde. Dank GPS, Fernglas und einem Einheimischen konnten wir die winzige Abzweigung finden und waren wieder auf Kurs.(Und ich konnte das Vertrauen der Gruppe in mein GPS weiter festigen)Wir machten noch knappe 100 Kilometer teilweise in Schrittgeschwindigkeit, teilweise Vollgas.Gegen 17.30 Uhr fanden wir einen netten Übernachtungsplatz kurz vor Bir Ghazeil (Gazellenbrunnen).Es war ein kleines flaches Flussbett mit ein paar Büschen darin.Am Boden lagen kürbisartige Kugeln - es sah aus, als ob hier Boules gespielt worden wäre....
Ich entdeckte hinter einem Busch einen Schlafsack und Brennholz sowie einen Autoreifenschlauch voller Wasser. Anscheinend wohnte in dieser Einsamkeit hier jemand.Tatsächlich scharten sich nach dem Abendessen (im Dunkeln) 35 Kamele um unser Auto.Sie hatten sich zum Schlafen hingelegt und fühlten sich anscheinend durch mich gestört. Eines brüllte mich an, stand auf und kam als dunkler, über 2m großer Schatten auf mich zu. Ich zog mich hinter den Magirus zurück und holte einen Packung trockenes Toastbrot aus dem Mülleimer. Das Kamel fraß ein halbes Kilo davon und ließ sich dafür artig fotografieren, filmen und streicheln. Fortan wich es uns nicht mehr von der Seite und benahm sich sehr neugierig.Der fast volle Mond tat ein Übriges dazu, eine märchenhafte Wüstenstimmung aufkommen zu lassen.Klar, dass auch ein Teekessel auf dem Feuer stand...

So, 23.1.2005 Hamada al Hamra - Kilometerstand 26816 (36)
Wir verließen zeitig (10 Uhr) unseren Übernachtungsplatz und begaben uns erneut auf den Weg in Richtung Südosten. Ich hatte alle Kardanwellen, Kreuzgelenke, Federaugen und die anderen 50 Schmiernippel gründlich abgeschmiert. Dazu gehörte auch das Messen verschiedener Ölstände vom Luftfilterölstand bis zum Ölablassen am Luftpresser... schließlich wollen wir nicht auf den knapp 600 Pistenkilometern nicht liegen bleiben. Die Reifen hielten erstaunliches aus - auch die von Saharafahrern vielgeschmähten Zwillingsreifen liefen bei uns bisher problemlos.Die Piste war recht schnell - aber durchsetzt von fiesen Querrillen, die den Maggie auch mal bei 60 Km/h komplett abheben ließen. Abends reparierten wir unser Mobiliar. Ein Spanngurt zierte unsere Motorhaube und die Trittbretter waren mit Kletterseilen gesichert. Ich war gespannt, wieviele Gurte nach 30 Tagen rund um den Magirus wohl verbaut sein würden... ?


24.1.2005 Hamada al Hamra - Abbruchkante - Jabal al Hasawina KM26892 (37)vor idri
Frohgemut begann der Tag mitten in der flachen Steinwüste. Nach 1 Stunde erreichten wir die Abbruchkante in den Jabal al Hasawina (Gebirge) - steil ging es bergab und ich lief eine Abkürzung um die anderen bei der Ankunft an der Polizeistation im Tal zu filmen.Schön, einmal zu Fuss ein paar Kilometer durch diese Landschaft zu gehen. Nach und nach kamen Gottfried, Peter und Salah ebenfalls zu Fuss herab. Fritz fuhr den Maggie alleine die Steilstufe herunter und kam sehr fotogen vor dem Polizeiposten in´s Bild gefahren.Prompt kam ein Jeep mit großer Maschinenkanone auf der Pritsche angefahren und es wurden ein paar Formalitäten sowie Tee ausgetauscht. Gern hätte ich mal mit der Knarre auf ein paar Berghänge geballert...Wir verließen die Polizeistation auf der falschen Piste und es kostete mich viel Überredungskunst, unsere Truppe querfeldein durch ein jungfräuliches Wadi in Richtung der nächsten Pistenmarkierungen zu navigieren. (Ich hatte die Wegweiser-Pyramiden schon mit dem Fernglas gesehen)Weiter ging es an der Abbruchkante entlang bis wir an ein Marabutgrab kamen.(Heiliger). Ab dort übernahm ich das Steuer - wohl wissend, dass leckere Sandpassagen bevorstanden.Die ersten 10 Kilometer war das alles noch ein Spass – von blutendem Daumen mal abgesehen. Die fehlende Servolenkung hatte doch gravierende Nachteile…Bis die Querung eines Queds mittendrin durch Einsanden beendet war. Dann ging ENDLICH das große Schaufeln los: Materialschlacht.2,5 Stunden später waren wir 20 Meter weiter - am Rettenden Ufer des Sandloches angelangt.

25.1.2005 Jabal al Hasawina - Idri Kilometerstand 27011 (39) Mansura
Satz des Tages: Fritz im Anblick einer Sanddüne: "Ich wittere Kampf!"

Nach einer Nacht am Lagerfeuer und einer Menge "Bocha" (= Libyscher selbstgebrannter Schnaps) machten wir uns am Morgen auf die Weiterreise. Wir fuhren durch herrlich gemischte Landschaften:Hamada = Steinwüste, vulkanische Felsen, dazwischen je nach Sonneneinstrahlung gelber bis rötlicher Sand. Ein herrlicher Kontrast zu den schwarzen Felsen, die wie Inseln aus diesem Sandmeer ragten.Kurz vor Idri sahen wir das erste Auto seit mehreren (4?) Tagen. Zwischendurch hatten wir auf zig Kilometern die Piste verloren und kämpften uns immer ein bißchen der Verzweiflung nahe durch die Landschaft.Leider zeigte die russische Flugkarte und auch alle anderen Karten nur ein ungefähres Abbild der Wirklichkeit. Berge, die in Deutschland Ausflugsziele wären, fallen hier glatt unter den (Karten)tisch.Aber mit GPS, Sonnenstand, Kompass, Spurenlesen und ein wenig Glück fanden wir unsere Piste nach ein paar Stunden wieder. Fantastisch, wie weitläufig dieses Land ist! Kein Vergleich zu Marokko wo ich im Jahr zuvor meiner ersten eigenen Wüstenlektionen lernte.Die Lektionen hier waren weitgreifender: Sie umfassten neben Fahrtechnik auch Faktoren wie Teambildung, Durchsetzungsfähigkeit, Toleranz und Vorausplanung. Gerade den letzten Punkt vermisste ich bei unserem Trip ein wenig...Aber: In´Shallah - irgendjemand wird uns schon den fehlenden Stempel besorgen und auch das Akakus-Gebirge auf die Liste der für uns erlaubten Routen setzen?! In unserem Team herrschte nach den Tagen in der Wüste die Richtung des Verdrängens von Problemen vor, aber ich ging stetig dagegen an und nach dem ersten Einsanden wurden manche von uns schon ruhiger. Sandlöcher auf der Piste wurden seitdem nicht mehr mit Freude, sondern mit Respekt gesehen. Schöne Lektion! Der Magirus schlug sich jedoch stets sehr tapfer. Sein Lenkrad hatte mir heute ein verstauchtes und blutendes Handgelenk zugefügt und ich war wirklich froh, den Daumen NICHT in den Speichen gehabt zu haben. (Alte Rallyfahrerweisheit - hatte ich mal irgendwo gelesen ) Mangels Servolenkung schlägt das Lenkrad im Weichsand oft unkontrolliert um sich -Volleinschlag 3-4 Umdrehungen - und das ohne Vorwarnung. Ein Umstand, der bei heutigen Fahrzeugen so nicht mehr anzutreffen ist. Natürlich steht der Wagen dann wie bei einer Vollbremsung und die Sandbleche müssen eingesetzt werden... tolle Show! Ganz großes Kino! Schließlich erreichten wir Idri, wo wir in einem Laden 10 Brote geschenkt bekamen (!) und danach auf einen Bauernhof zur kostenlosen Übernachtung eingeladen wurden. Der Besitzer zeigte uns noch, wie man die 5000-Liter-pro Minute-Pumpe in Gang setzte und verschwand wieder. Es tat fast weh, zu sehen, wie sorglos der Typ mit dem Wasser umging! Wir hatten uns zuvor in der Hamada mit 2 Litern Wasser komplett geduscht…

26.1.2005 Idri-Brak Kilometerstand 27166 (40)Brak- nicht zu empfehlen!

Dieser Tag begann mit einem kleinen Stich, dessen Ausgang vielleicht problematisch werden könnte...In der Absicht Feuerholz für Warmwasser zur Hosenwäsche zu sammeln griff ich beherzt in eine Dattelpalme - und mitten rein in einen Riesenstachel. Innerhalb von 5 Minuten konnte ich den Mittelfinger nur noch schlecht bewegen und die Schmerzen sowie der Umfang des Fingers nahmen über den Tag hinweg zu.Ein österreichischer Arzt, den wir mit seiner Frau und einer schweizer Motorradfahrerin trafen, schaute sich das Ganze mal kurz an - jedoch ohne bösartigen Befund. „Abwarten...“ hiess es.Zwischenzeitlich nahmen wir eine weitere Lektion zum Thema "SAND" - die Abkürzung von idri nach Ubari direkt durch die Dünen rückten in´s Reich der Fantasie. "The crazy Germans" were back to Idri after 1,5 hours. Diesmal ohne Bergeaktion - soweit wollten wir es nicht kommen lassen.OK, also auf Asphalt weiter um den Erg Ubari aussenherum (wie übrigens die Buschtaxifahrenden Österreicher auch).Wir fanden einen Nachtplatz in ziemlich unschöner Umgebung hinter einem kleinen Dorf. Die Leute jedoch waren sehr sympathisch, ja geradezu unverschämt gut gelaunt. Aufmerksam beobachteten sie mich, wie ich Wäsche an eine Leine hängte und Fritz mir den richtigen Knoten für diese Art von Seilverbindung beibrachte. Schnell war die Neugierde aller beteiligten geweckt und es artete zu einem Deutsch-Libyschen Knotenseminar aus. Jeder bekam ein Stück Seil und 5 Mann knoteten Seile überall an unserem Magirus fest. Toller Zeitvertreib und sehr lehrreich! Die Jungs konnten die Knoten am nächsten Tag noch auswendig. Es könnte sein, dass Fritz in diesem Dorf die „Verbindungstechnik“ revolutioniert hat…

27.1.2005 Brak-Tkerkiba Kilometerstand 27411 (42)Camping Mandara / ganz OK.
Die Weltkarte, die sich von unserem Alkovenhimmel gelöst hatte, ließen wir den Gastgebern zusammen mit zwei Tafeln Schokolade zurück. Weiter ging die Fahrt durch die größte Stadt der Umgebung, Sebha.Dort fand ich ein Internetcafe und nutzte die Gelegenheit, zuhause Rückmeldung zu geben. Eine Digicam fand ich nicht zum Kaufen... also nahm ich Fritz´Angebot mit der schönen alten Rolleiflex dankend an.Abends liefen wir unseren ersten Campingplatz dieser Reise an. Prompt platzte ein Reifen 500 Meter vor dem Campingplatz und wir eierten auf der Felge herum. Hätte nicht gedacht, dass 500 Meter einen Gummi derart zerstören können. Schnell vor der Einfahrt den Reifen gewechselt - eine unserer leichtesten Übungen... Kopfschütteln bei den anwesenden Campern, als ich schon mit Arbeitshose und öligen Handschuhen bewaffnet wie ein Einsatzkommando aus dem Wohnkoffer sprang. Die hielten mich wohl für den „Serviceman“?!Hinter dem Platz ragten hohe Dünen auf und ich bestieg einige von ihnen vor Sonnenuntergang.Dort würden wir am nächsten Tag mit Führer und Geländewagen eine Passage zu den Mandaraseen suchen...


28.1.2005 Tkerkiba-Mandara-Tkerkiba Km Stand unverändert
Satz des Tages: Gottfried beim Dünenfahren "...das Tollste, was ich je erlebt habe!"Fritz "Naja, wenn wir breitere Reifen hätten... und mehr PS... und eine Servolenkung... und 3 Tonnen weniger Gewicht... und... dann würden wir das auch packen"Wir anderen blickten uns nur wortlos an. :-)

Nach warmer Nacht und ausgiebigem Frühstück holte uns der einheimische Fahrer für die Fahrt nach den Mandara-Seen am Campingplatz ab. Kurz darauf ging es 40 Kilometer durch Sanddünen verschiedenster Art und Größe. Unglaublich, wie spielerisch der uralte Landcruiser die Dünen meisterte. Man merkte aber auch dem Fahrer an, dass er konzentriert arbeitete. Jede Abfahrt als Anlauf für die nächste Düne nutzte, auf dem Dünenkamm kurz seitlich einlenkte, fast stehenblieb um dann Vollgas in´s nächste Tal hinunterzustechen. Es war wie Achterbahnfahren. Nur ohne Gurt.Manchmal nahm er in weitem Bogen Anlauf, manchmal fuhr er die Berge direkt an.Alles in allem sah es recht easy aus – aber leider ein Trugschluss! :-)
Wir besuchten vier der über 20 Mandaraseen: Gabroun, Um el Ma, xxxName vergessenxxxxx und Mandara. Die Seen waren oberflächlich kalt, weiter drinnen aber warm bis heiss und 7 mal salziger als Meerwasser.Ich hatte eine weisse Salzschicht nachdem ich dem Wasser entstiegen war.Der Namensgebende See, Mandara, war bis auf wenige Pfützen vertrocknet.Hinter den Seen erhoben sich ca. 300 Meter hohe Sanddünen, die man zum Skifahren nutzen konnte.Wir waren mit dem Österreichisch/Schweizerischen Team, welches wir nun den dritten Tag in Folge trafen, so ziemlich die einzigen Touristen. Einige Einheimische nutzten den Freitag, der unserem Sonntag entspricht, für Ausfahrten und Geländewagenspiele.Gegen Abend erreichten wir wieder unseren Campingplatz und planten den weiteren Ablauf der Reise.Es war wieder eine größere Diskussion, obwohl die Fakten Zeitmangel, Möglichkeiten des Fahrzeuges und gesetzliche Einschränkungen die Route ziemlich einschränkten.Wir wollten also in´s Akakusgebirge fahren, dort 2 Nächte im Zelt Campieren und danach noch den Krater Waw en Namus (Sprich: Wau-anaMUS) über Piste erreichen.
Mandara Lakes

29.1.2005 Tkerkiba - Al Awaynat Km.Stand 27726 (43) Camping / ganz nett.
Nach dem Verlassen des Campingplatzes fuhren wir auf langweiliger Teerstrasse in Richtung Akakusgebirge. Wegen der Führerpflicht und dem Verbot mit dem eigenen Fahrzeug in das Gebirge hineinzufahren, engangierten wir für den nächsten Tag einen Tuareg, der uns im Magirus begleiten sollte.Unterwegs kamen wir in einen ausgewachsenen Sandsturm, der den ganzen Tag anhielt.Der Himmel verdunkelte sich plötzlich und nahm eine bedrohlich-orange Farbe an.Sandfahnen peitschten quer zu unserer Fahrtrichtung bis die Sichtweite weniger als 30 Meter betrug.Wir stoppten und schalteten den Motor ab, nachdem Peter sagte, der Wagen liefe Vollgas nur mehr 60 KM/h. Nach kurzer Zeit war klar, dass der Sturm länger andauern würde und wir fuhren langsam weiter.
Am Abend wurden die Folgen des Sandsturms sichtbar: Das Libysche Nummernschild hatte seine grüne Farbe verloren und war nurmehr eine silbrige Blechplatte. Unsere Vorderachse war von jeglicher Farbe befreit und strahlte in metallischem Glanz. Die Scheinwerfer hatten sich in Milchglasfunzeln verwandelt.
Nach dem Abendessen verbrachte ich den Abend wieder mit Salah und seinem "Bucha" (Palmenschnaps) am flackernden Lagerfeuer. Der mondlose Wintersternhimmel schien zum Greifen nahe.„Diese geruhsamen Lagerfeuer werden mir zuhause fehlen“ dachte ich.


30.1.2005 Al Awaynat - Akakusgebirge (44)Nachtplatz Akakus
Satz des Tages: (Verschiedene Führer beim Anblick unseres Magirus und der Nennung des Tageszieles AKAKUS) "YOU ARE CRAZY MEN!"

Frohe Kunde! Seit 20 Tagen hatte sich die Gesetzeslage geändert und Touristen durften mit Führer wieder im eigenen Fahrzeug in das Akakusgebirge einfahren. Für uns war diese Nachricht fast wie ein Weihnachtsgeschenk! Wir fuhren den ganzen Tag durch fantastische Felsgebilde, die in gelborangem Sand zu schwimmen schienen. Fantastischer Kontrast! Tolle Farben! Einmalige Eindrücke! Meiner Meinung nach bester Spot in Libya! Den ganzen Tag über sahen wir nur eine handvoll Autos in diesem Gebiet. Wir hatten einen ortskundigen Tuaregführer an Bord, der die verschachtelten Seitentäler wie seine Westentasche kannte. Zum Glück!Ich fuhr mehrere Stunden aussen auf dem Dach des Magirus mit. 360 Grad Panorama - Wüste pur!Schrittgeschwindigkeit.Um dies noch zu verstärken, baute ich am Abend mein Zelt auf - war gespannt, wie kalt es draussen werden würde (Gestern hatten wir Frost auf der Motorhaube).Wir führten den Magirus an seine Grenzen - es gab mehr Sandpassagen als wir uns vorgestellt hatten.Mehrmals mussten wir beinahe Schaufeln... und zum Schluss bei der Lagerplatzsuche erwischte es uns doch: Eingesandet. Festgefahren. Beachtlich, welche Sandmenge der LKW vor sich herschob... Dramatisch war auch, dass wir gestern im Sandsturm unser 250-Liter-Fass und die Schaufeln vom Dach verloren hatten.Die Knoten der Sicherungsseile hatten sich gelöst. Also wurde heute mit den Händen und unserem Klospaten gegraben.Diesmal waren wir aber ein eingespieltes Team und nach maximal 10 Minuten waren wir aus dem Sandloch wieder raus. So soll es sein! :-)Ich muss jetzt aufhören, unser Tuareg Ahmed hat seinen Tee schon fertig. Keine 10 Minuten braucht er dafür. Und nur 5 Holzstückchen... Das Lagerfeuer und der Sternhimmel warteten...
Wegmarkierung

31.1.2005 Akakusgebirge - Ubari - Germa Kilometerstand: 28205
Satz des Tages vom Turaregführer Ahmed zu unserem Führer Salah bei deren Verabschiedung:"May Your god help You with this people!"


Ich hatte eine gemütliche Nacht im Zelt - weicher Sandboden und anscheinend kein Frost. Zumindest hatte ich nichts davon bemerkt. Nach dem Frühstück welches wir zu sechst im Magirus einnahmen, ging es an die Rückfahrt in die Zivilisation. Nachdem der Motor gestartet war, drehten die Räder prompt durch. Eingesandet. Und das direkt an Ort und Stelle. Ein paar Versuche, Steine, Äste und schließlich 6 Sandbleche und schon waren wir wieder unterwegs. Das Akakusgebirge hatte auch auf dem Rückweg tolle Sandpassagen für uns zu bieten. Adrenalin war bei jedem Sandloch gegeben. Inzwischen hatten wir den Dreh schon ein wenig besser raus - Luft aus den Reifen und die Fesch-Fesch-Stellen mit Vollgas angefahren - klappte meistens. Die Differentialsperre war an diesem Tag ca. 50 Kilometer lang aktiviert...Auf der Teerstrasse in Al Awaynat angekommen, versuchten wir uns mit dem Betanken aus dem großen Dieselfass im Wageninnern. Eine widerliche Sauerei - Schläuche quer durch´s Auto und eine Menge verschütteter Treibstoff. Vom Besuch des Wadi Mathendous wurde uns von unseren Führern abgeraten. Zu hoch wären die Dünen - zu steinig die Piste und eine unüberwindliche Steilstelle würde uns an der Durchquerung hindern.



Also fuhren wir nach Ubari und Germa. Von dort wollten wir das Wadi Mathendous wenigstens versuchen. Wir versprachen uns ein paar nette Campingnächte und tolle Landschaft.An der großen Düne würden wir umkehren.Unterwegs nahmen wir noch ein Ehepaar an Bord, deren Uralt-Peugeot seinen Geist komplett aufgegeben hatte. 150 Kilometer vor der nächsten Werkstatt..."Leichtsinnig, sich mit der Karre mehr als 2KM von der nächsten Werkstatt zu entfernen" meinte Peter.Ich sagte daraufhin "Gut, dass WIR nicht leichtsinnig sind, hahaha!"Abends gab es noch massive Probleme mit Salah, unserem Führer. Er wollte partout auf einem Campingplatz übernachten und keinesfalls mit uns im Auto. (Er hatte bisher stets im Zelt geschlafen und wir wollten nach einem guten Essen am Restaurant um die Ecke nächtigen. Es kam zum Eklat und er drohte mit dem Abbruch unserer Reise).
Unsere flexiblen Änderungswünsche waren ihm wohl zuviel - er konnte es nicht verstehen dass man eine Libyenreise nicht zu 100% vorher in Deutschland planen konnte. Es hatte sich einiges in ihm aufgestaut und ich konnte ihn nur mühsam auf den Boden zurückbringen. Um halb 2 ging ich zu Bett. Ich hatte gute Lust, nach Tunesien abzureisen und ihn nach Hause zu schicken. Ist es zuviel verlangt, wenn man ein wenig Flexibilität erwartet?! Auch unser Auto missfiel ihm - wir waren einstimmig der Meinung, dass ihn unser Fortbewegungsmittel überhaupt nichts anginge. Lange Rede, kurzer Sinn - die Stimmung zwischen uns und ihm war am Boden. Und es würde sicher noch einige male "Knallen" - da war ich sicher.Meine Geduld und Nachgiebigkeit war langsam am Ende - schließlich wollte ich das Land sehen und nicht den Seelsorger spielen... des Weiteren war er in vielen Landesteilen selbst noch nicht gewesen – schlechte Voraussetzungen für einen Führer…

1.2.2005 Germa - Wadi Mathendous Kilometerstand: 28385 (47) Wadi M.
Nach ausgiebigen Vorbereitungen wie z. B. Tanken und verladen der Kanister und Fässer ging es gegen 11 Uhr endlich los. Die Genehmigung für das Wadi Mathendous wurde im Museum eingeholt und dann kamen knapp 200 Kilometer übelste Piste. Sandpassagen gemischt mit Hammada und schließlich ein großes Steinfeld mit fies angespitzten Steinen von Kopfgröße. Einige verkeilten sich zwischen unseren Zwillingsreifen und ich musste sie mit der Brechstange entfernen bevor sie größeren Schaden anrichten konnten. Am Ende des Tages erreichten wir das Wadi - wir waren natürlich wieder die einzigen weit und breit und konnten die bedeutenden Felsritzungen in aller Ruhe 200 Meter von unserem Campground begutachten. Wie jeder Tag endete auch dieser bei Lagerfeuer und unbeschreiblichem Sternhimmel.Wir diskutierten über Gott und die Welt und krochen gegen Mitternacht in unsere Schlafsäcke.

2.2.2005 Wadi Mathendous Kilometerstand unverändert
Den heutigen Tag nutzten wir für eine ausgedehnte Wanderung durch das Wadi Mathendous.Wir sahen sicherlich über hundert figürliche Tierdarstellungen von bis zu 10000 Jahren Alter.Es gab Krokodile, Elefanten, Urrinder, Strausse, Jagdszenen und auch Liebesdarstellungen.Schwer vorzustellen, dass in diesem trockenen Flussbett, welches von übelster Steinwüste umgeben ist, vor einigen tausend Jahren Menschen in grüner Landschaft gelebt haben sollen...Die Wanderung über circa 16 Kilometer war recht anstrengend: Hammada und Weichsand wechselten sich ab. Die Sonne machte uns zu schaffen und jeder hatte ein bißchen Marschgepäck zu tragen.Nach der Rückkehr ruhte ich mich ein wenig im Zelt auf, welches noch von der letzten Nacht im Sand stand.Die Lektüre über Rohlfs Afrikaforschungen konnten nicht anschaulicher untermalt werden als mit dem Sand, der durch mein Zelt wehte... die Nacht war wieder kalt uns Sternklar wie die meisten Nächte in der Libyschen Wüste.

Foto: Felsgravur "Kämpfende Meerkatzen"


3.2.2005 Wadi Mathendous - Murzuq Kilometerstand 28608
Nach ruhiger Nacht in der mein Zelt wieder Besuch von durstigen Kamelen hatte, erwachte ich morgens gegen Acht Uhr und genoss die ersten wärmenden Sonnenstrahlen.Schnell ein Feuer entfacht und der Tag konnte beginnen... Waschen, Frühstück und Auto klar machen waren bereits Routinearbeiten. Die Piste war gesäumt von großen Steinen, sodass wir wieder als Bauarbeiter tätig werden mussten um den Magirus in die entgegengesetzte Fahrtrichtung umzudrehen.Eine erste Sandpassage und dann folgten einige Kilometer übelster Steinpiste mit teils steilen Wadiquerungen. Noch schnell bei den Tuareg zum Kleider gegen Souvenirs tauschen vorbeigefahren - deren Preisvorstellungen waren jedoch jenseits von gut und böse: Ich zahl´doch nicht für eine alte Badematte 350.- Dinar!!! = ca. 350 US$ Weiter ging es die Buckelpiste zurück auf Sandebenen. Irgendwann erschien der vorgestern noch vom Führer als "für uns unmöglich" dargestellte tiefsandige Steilhang vor uns. Diesmal als Bergabstrecke - kein Problem also. Kurz danach kam der erste von zwei Polizeiposten - 5 Minuten Aufenthalt. Später bogen wir auf eine andere Piste ab und folgten für 50 Kilometer einer Hochspannungsleitung bis nach Timsah.Nach wenige Kilometern fuhren wir uns wieder mal im Tiefsand fest. Routiniert setzten wir Schaufel und Sandbleche ein. Zum letzten Male, wie sich später herausstellen sollte...Unterwegs stellte ich den aktuellen Spritverbrauch mit 40Litern pro 100 Kilometer fest.Wir tankten aus unserem reichhaltigen Kanistervorrat. Ziemliche Sauerei.Nach ein bis zwei Stunden erreichten wir die Teerstrasse vor Timsah.Bei einem kurzen Stopp stellte ich erbost fest, dass sich die von unseren beiden Bergsteigern angebundenen Alusandbleche unerlaubt vom Fahrzeug entfernt hatten. Nun schon der zweite Verlust durch mangelhaftes Knoten! Mir platzte der Kragen. Ich hatte die Bleche jahrelang und sicher bereits über 10000 Kilometer durch die Weltgeschichte kutschiert - und zwar OHNE VERLUSTE! Grrrrrrrrrrrrr!Wenig später erreichten wir Murzuq. Ich hätte es mir etwas sarahischer vorgestellt. Uns bot sich eine ziemlich demolierte Stadt ohne Charme. Es gab zwar Dünen im Hintergrund, aber die Slums überwogen.Vielleicht böte sich am nächsten Tag ein anderes Bild...Wir übernachteten knapp ausserhalb der Stadt.


4.2.2005 Murzuq - sebha-Brak Kilometerstand: 28825
Satz des Tages: (Angesichts allgemeiner Lustlosigkeit zum Tanken und Diesel aus dem Schlauch ansaugen)"Wenn wir alle zusammenhelfen, wird das auch ein gemütlicher Nachmittag..."[Natürlich ausgesprochen, während der hier namentlich nicht genannte Sprecher die Beine hochgelegt hatte und ALLE anderen am Arbeiten waren]

Nach einem mittleren Trinkgelage in der vorigen Nacht war uns allen nicht nach Hochleistung zumute.Wir kamen nur langsam in die Gänge und erreichten am Nachmittag das bereits bekannte Sebha.Ziemlich unansehnlich, wie alle Libyschen Städte die wir bisher besucht hatten.Ich verbrachte eine Stunde im Internet um mich mal wieder zuhause zu melden - Gottfried und Fritz besuchten einen Frisör und waren sehr begeistert.Gegen Abend gingen wir in Sebha essen - es gab Lamm, Hähnchen und Hammel. Schmeckte ganz gut, was da auf den Tisch kam. Wie üblich musste ich die Teller und das Besteck vorher mit den Servietten säubern bevor ich etwas essbares darauflegte. Daran hatten wir uns schon stillschweigend gewöhnt.
Nach dem Essen suchten wir einen Übernachtungsplatz ausserhalb. Es war schon stockdunkel und die Suche gestaltete sich mal wieder schwierig. Schließlich fanden wir eine Ebene mit festem Sand, auf der wir uns niederließen. Ein Sturm tobte und es war nicht einfach, Salah´s Zelt aufzustellen.Er war immer noch beleidigt und ass aus trotz nicht mit uns zu Abend. Wir nahmen ihn von Tag zu Tag weniger ernst. Ich hätte nicht gedacht, dass es sich zu einem so gestörten Verhältnis entwickeln würde.Der Kontakt zwischen ihm und unserer Gruppe bestand nur noch über mich.Ich nutzte den Abend zum Ausführlichen Lesen meines Buches "Auf den Spuren des Saharaforschers Gerhard Rohlfs".
Tuareg unter sich...

5.2.2005 Brak - vor Shwayrif Kilometerstand: 29233
Wir erwachten gegen 7.30 Uhr und jeder ging seinen morgendlichen Beschäftigungen nach. Frühstück, waschen, aufräumen etc... Salah frühstückte allein im Zelt. Unsere täglichen Angebote, mit uns zu tafeln lehnte er stets ab. "Gut - wer nicht will, der hat schon... "dachten wir uns. Los ging die Fahrt in Richtung Norden. Geplant war, die hochinteressante und dennoch recht unbekannte römische Ruinensiedlung Ghirza zu besuchen, die laut Reiseführer so ziemlich am "A... der Welt" liegen sollte. Wir wollten eine GMMR (Great-Man-Made-River = Das große Libysche Wasserpipelineprojekt)Piste fahren, was polizeilich anscheinend verboten war. 100 Kilometer auf verbotener Piste? Unser Führer würde sicher durchdrehen... daher hatten wir ihn nicht davon in Kenntnis gesetzt.Einen größeren Hammer leistete er sich heute - wegen seines Unvermögens arabische Verkehrsschilder zu deuten und gespielter Selbstsicherheit verfuhren wir uns glatt um über 300 Kilometer. So etwas habe ich bisher noch nie erlebt... ich bleibe dabei: Mein GPS lügt nie :-) – „Glaube nie dem Führer!“Eigentlich schämte ich mich, dass ich mich seiner Einschätzung nicht vehement widersetzt hatte - ein nächstes Mal wird es nicht geben! WIR entscheiden und ER sollte sich heraushalten oder er würde in den nächsten Bus nach Hause gesetzt...Der Magirus verlangte wieder ein wenig Aufmerksamkeit: Diverse Auspuffteile schliffen an der hinteren Kardanwelle und wollten geradegebogen werden. Ärgerlich, dass dies ausgerechnet in einem Sandsturm geschehen musste. Ich kam mir vor, wie frisch kalt geduscht - nur eben mit Sand.Währenddessen tankten Fritz und Peter aus den Aussenkanistern - eine ebenfalls undankbar schmierige Angelegenheit. Jeder von uns hatte bereits den Geschmack des Libyschen Dieselkraftstoffes gekostet und ich bin allen ernstes der Meinung, dass unser deutscher Diesel schlechter schmeckt!(Ansaugen durch einen Schlauch - weil meine mitgebrachte Schüttelpumpe nicht zum Schlauchdurchmesser passte)





Durchpflügen der Wüste

6.2.2005 Shwayrif - Ghirza Kilometerstand: 29530 (49) Ghirza
Mein Satz des Tages: (Minutengenaue Ankunft nach ca. 160 Kilometer Piste)"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!" OK, ich hatte das frühzeitig am GPS abgelesen :-)

Der Tag begann bei 5 Grad Aussentemperatur und ein wenig Sonnenschein. Wir wollten mal früh losfahren und später unterwegs frühstücken. Alles klappte wie am Schnürchen, doch mit dem Losfahren war´s nix:Der Magirus war gestern Abend doch ein wenig zu tief in den Sand geraten... warum sind die schönsten Übernachtungsplätze immer im tiefsten Sand zu finden?! OK, die verbliebenen 1,5 Sandbleche, einen Holzbalken und ein paar Steine eingesetzt und nach zwei Versuchen ging es rückwärts raus aus der Senke. Der Flurschaden, den wir hinterliessen, würde in der Wüste niemanden stören.Die Fahrt ging reibungslos durch nicht uninteressante Landschaften - Zeugenberge, Täler mit eingewehten Wanderdünen auf der Fahrbahn. Shwayrif war ein kleines Nest mit einer Tankstelle und gegenüberliegenden Geschäften, wo wir ein nettes Frühstück fanden.Danach ging es hinter der Ortschaft auf unsere vermutlich letzte Pistenfahrt in Libyen:Die toll ausgebaute GMMR-Piste. 80km/h waren möglich und wir unterboten die vom GPS angegebene Ankunftszeit in Ghirza um 2 Minuten. Ich fand es schon toll, knapp zwei Stunden vor unserer Ankunft mit der minutengenauen "Landezeit" zu prahlen. Gottfried war mit seinen Flugkarten ein wenig genervt, aber wir konnten alle darüber lachen. Die römischen Ruinen mit toller Nekropole in Ghirza ist wirklich einen Besuch wert - zumal wir direkt in den Ruinen einen tollen Campground fanden. Zwischendurch stieg ich noch in einen Brunnen hinab, der sich als Zisterne herausstellte. Ein wenig Bedenken hatte ich vor den Libyschen Giftschlangen, konnte jedoch keine davon ausmachen.Wir hatten noch ein paar Stunden Sonnenschein und jeder nutzte diese für Erkundungen oder wie Fritz, zum Geschirrtücher waschen. Abends gab es das obligatorische Lagerfeuer und wieder mal eine Flasche Rotwein.

7.2.2005 Ghirza - Leptis Magna - Tripolis Kilometerstand: 29944 (52) Tripolis/Hafen
Wir genossen die letzte Nacht in der Wüste. Wieder mal wärmte uns ein Lagerfeuer zum Frühstück.Der Motor startete früh gegen 10 Uhr von Ghirsa in Richtung Leptis Magna, der größten römischen Siedlung am Mittelmeer.Fantastische Ruinen verschiedener Zeitepochen verstreut über einige Quadratkilometer erstreckten sich vor dem blauen Ozean. Endlich mal Wasser in Sicht - nach so langer Aufenthaltsdauer in der staubigen Sahara.Dazu noch über 2000 Jahre alte Marmorsäulen, Bäder, Theater etc... alles im milden Nachmittagslicht und bei 25 Grad Celsius. Kultur zum Anfassen und genießen.Nachdem wir die verschwenderische Pracht der alten Römer ausgiebig begutachtet hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz.Wieder einmal kam es zum Streitgespräch zwischen Fritz und unserem Führer. Diesmal hielt ich mich heraus und wirkte nicht mässigend und beruhigend auf die beiden ein. Es kam zum Eklat: Salah war nicht mit Fritz´Vorstellung vom Campen am Strand einverstanden. Schließlich schmiss Fritz den Salah kurzerhand aus dem Auto hinaus. Wir fuhren in Richtung Strand und ich las ein Buch im Wohnbereich. Irgendwann fragte ich, wo denn Salah sei - "Er ist ausgestiegen" kam zurück - ich hatte es nicht bemerkt.Da ich nicht jedesmal der Prellbock sein wollte, liess ich die Herrschaften gewähren - wies nur dezent darauf hin, dass wir an der nächsten Polizeikontrolle wohl in Schwierigkeiten geraten würden, weil Salah alle notwendigen Papiere bei sich trug. Sein Gepäck stand noch bei uns im Auto.Diese Problematik hatte sich schon seit längerem angekündigt und nun war es soweit: Unser Trip geriet rechtlich und mental aus den Fugen. Nach einiger Zeit des Schweigens brachte ich zur Sprache, dass ich keine Lust hatte, an diesem Strand zu übernachten. Sollte es Probleme mit der Polizei geben, würde diese uns hier sofort finden und mindestens an die Tunesische Grenze zur Ausreise bringen.Dem wollte ich vorgreifen indem wir die Flucht nach Vorne antraten: Wir fuhren schließlich „wie auf der Flucht“ in Richtung Tripolis. Die Libysche Hauptstadt stand morgen zur Besichtigung auf dem Programm und danach waren wir sowieso auf dem Weg nach Tunesien - dann könnte man uns nicht mehr viel anhaben.Salah´s Gepäck würden wir in seiner Heimatstadt im Reisebüro abgeben.Ob wir die Grenze ohne Papiere und Guide problemlos erreichen würden, würden wir am nächsten Tag feststellen. Die Stimmung war zuerst stark gespannt, löste sich aber mit jedem Kilometer, den wir in Richtung Tripolis fuhren. Nun weckten die Polizeiautos und Kontrollposten neue Gefühle in uns: Wir waren auf der Flucht. Glücklicherweise wurden wir bis Tripolis nicht kontrolliert, sondern mehrmals einfach durchgewunken. „Wie es Salah wohl erging?“ fragte ich mich. Sicher würde er in einem Hotel übernachten und morgen nach Hause fahren - vielleicht würden wir ihn übermorgen nochmal in Zuarah treffen....


8.2.2005 Tripolis - Zuara Kilometerstand 30000 (53) Zuara Strand Nachtplatz
Wir nächtigten am Hafen neben einem Restaurantschiff. Die Besatzung kümmerte sich rührend um uns - wir konnten die Toiletten kostenlos mitbenutzen und am Morgen frühstückten wir an Bord.Das Ganze spielte sich 500 Meter von der Altstadt entfernt ab und war somit für uns sehr praktisch.Die marokkanisch - nigerianisch - senegalesische Mannschaft passte auf unser Auto auf während wir durch die Souks und Sehenswürdigkeiten Tripolis spazierten. Wir schauten einiges an Kunsthandwerk an und mir fiel auf, dass vor allem Kupferwaren recht preiswert waren. Die in Tunesien erhältlichen Teetabletts wurden hier gefertigt. Wir besuchten auch das Libysche Nationalmuseum, welches ausnahmsweise einmal geöffnet war. (Zwar nur die ersten beiden Stockwerke, aber immerhin)Peter wollte noch eine weitere Stunde im Museum verbringen und so trennten wir uns für kurze Zeit.Als wir zurückkehrten, sahen wir in ein bekanntes Gesicht: Salah, unser Führer war gegen Mittag vor dem Museum aufgetaucht und hatte Peter dort angetroffen. Welch´ein Zufall!Fritz und Salah gingen sich die ersten Stunden aus dem Weg, später normalisierte sich die Stimmung aber wieder. Peter, Gottfried und ich waren froh, unseren Führer mit allen notwendigen Papieren wieder bei uns zu haben. Es war doch beruhigend, den ständigen Polizeikontrollen nicht misstrauisch entgegentreten zu müssen. Nach einem Fischessen im Restaurant im Souk machten wir uns auf den Weg nach Tunesien.Nach wortreicher Verabschiedung von unserer Bootsbesatzung erreichten wir eine weitere römische Ruinenstadt: Sabrata. Zwar geschlossen, aber wir konnten einige Blicke auf das wohl schönste römische Theater erhaschen.Anschließend erreichten wir noch Zuara, die Heimatstadt unseres Führers. Er war sichtlich erleichtert, als er uns an "seinem Sandstrand" abgab und wir ihm den Rest des Tages freigaben.

9.2.2005 Zuara - Gabes (Tunesien) KM 30261
Nach stürmischer Nacht am Meer bei sternklarem Himmel trafen wir Salah gegen 10 Uhr und machten uns bereit zur Abfahrt in Richtung Grenze. Alle Kanister wurden nochmal mit Diesel aufgefüllt - ein unschätzbarer Vorteil bei den 25/L 100Km Verbrauch des Magirus. Ich musste einen unerklärlichen Ölverbrauch von 3 Litern feststellen und kippte die benötigte Menge nach. Ich hatte den Kompressor als Verursacher in Verdacht...Nach ein, zwei Stunden erreichten wir die Grenze und ich hatte erstmal nach 4 Wochen wieder Handyempfang.
Die Formalitäten waren relativ zügig abgewickelt und wir verabschiedeten uns von Salah mit kleinen Abschiedsgeschenken und unserer letzten Flasche Rotwein.Am Abend nächtigten in Tunesien kurz vor Gabes. Im Sturm baute ich unser Duschzelt auf, welches aus einer Bauplane und zweier Faltschalten als Wanne bestand. Herrlich, einmal wieder warmes Wasser zu spüren. Ein Ortsansässiger Bauer brachte circa ein Kilogramm Couscous mit Hammelfleisch und Gemüse. Wir sollten am nächsten Morgen einfach das Geschirr zurückbringen und ausserdem könnten wir bleiben, so lange wir wollten... Kann es ein gastfreundlicheres Verhalten geben?! Wir bedankten uns am Tags darauf mit einer Flasche Rotwein, die der anscheinend gläubige Moslem mit einem besorgten Blick gen Himmel ablehnte.Stattdessen drückte ich ihm einen 10-Euroschein in die Hand, der schnell in den unergründlichen Tiefen seiner Dschellaba verschwand. Nach einem Gläschen starkem Tee wurde ich freundlich verabschiedet und kehrte zum Auto zurück.
Sand ODER Steine - man konnte es uns nicht recht machen...

10.2.2005 Gabes - Goulima (N-Tunesien)
Weiter ging die Fahrt nach Norden. Zwischendurch ging uns der Sprit aus - natürlich im strömenden Regen.Ich rollte mit exakt letzter Kraft in eine Tankstelle, wo wir aus unseren eigenen Kanistern tankten. Unverständnis und Kopfschütteln erntend, entlüftete ich das Kraftstoffsystem und wir fuhren weiter.Der Regen hatte aufgehört - gerade als wir uns an den verlorenen Scheibenwischer auf der Beifahrerseite gewöhnt hatten. Die Scheibe auf der Beifahrerseite war mittlerweile sowieso nutzlos, nachdem sie tags zuvor beim Tanken durch den hochklappenden Sitz zersprungen war. Zum Glück war es Verbundglas, sodass wir doch noch ein wenig Windschutz hatten. Die Lüftung des Fahrerhauses wurde sowieso grösstenteils durch Türspalte, Löcher im Fussboden und nicht schließende Fensterscheiben besorgt.Heute wollten wir noch ein, zwei römische Monumente anschauen und gegen Abend an einer heissen Quelle übernachten, die sich in´s Meer ergoss. Das Wetter war wechselhaft aber relativ warm.
Später gingen wir erstmal Abendessen. Wir fanden einen suuuuper Italiener:Ein Tunesier, der in Düsseldorf bei einem Italiener kochen gelernt hatte, führte ein Restaurant und bekochte uns fürstlich. Ich hatte noch nie so guten Tintenfisch gegessen!

11.2.2005 Goulima - Tunis
Wir erreichten die Quellen gegen Mittag und ich stellte fest, dass es wirklich verdammt heisses Wasser war, welches da aus dem Berg in´s Meer strömte. Der Ablauf war naturbelassen und man musste beim Bad im Meer immer mit Verbrennungen auf der einen und Unterkühlung auf der anderen Körperseite rechnen. Eine hohe Brandung trug ihr Übriges dazu bei, die Aktion zum Balanceakt werden zu lassen.
Frisch gebadet tranken wir noch einen Kaffee und machten uns dann auf den Weg zur Fähre nach Tunis.Alles lief wie gewohnt ein wenig chaotisch, aber die Abfertigung ging doch recht gelassen vonstatten.In einer Ecke fand ich 16.- US Dollar am Boden - auch ganz OK... :-)

12.2.2005 Fähre Tunis - Genua
Der Tag auf dem Schiff verlief gemütlich - ausschlafen, duschen, frühstücken ...

13.2.05 Genua – Walldorf Kilometer 31505
Heimfahrt im strömenden Regen - keine besonderen Vorkommnisse. :-)

ENDE. ©Jürgen Baumann 2005 ©Fotos Gottfried Schwarzkopf - Verwendung von Text oder Fotos nur mit Genehmigung der Autoren!

Ach ja - bevor ich´s vergesse: Der Magirus ist verkauft - aber wir sind bereit für neue Abenteuer...oder?
:-)

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Unser Dank an alle, die uns unterstützt haben, unter anderem:
- Unsere verständnisvollen und belastbaren Ehefrauen ;-)
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und vielen anderen...

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Schöne Grüsse!
Jürgen

37 Comments:

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At 6:17 AM, Anonymous Anonym said...

China and Russia put the blame on some screwed up experiments of US for the earthquake that happened in Haiti.
Chinese and Russian Military scientists, these reports say, are concurring with Canadian researcher, and former Asia-Pacific Bureau Chief of Forbes Magazine, Benjamin Fulford, who in a very disturbing video released from his Japanese offices to the American public, details how the United States attacked China by the firing of a 90 Million Volt Shockwave from the Americans High Frequency Active Auroral Research Program (HAARP) facilities in Alaska
If we can recollect a previous news when US blamed Russia for the earthquake in Georgio. What do you guys think? Is it really possible to create an earthquake by humans?
I came across this [url=http://universalages.com/hot-news/what-happened-in-haiti-is-it-related-to-haarp/]article about Haiti Earthquake[/url] in some blog it seems very interesting, but conspiracy theories have always been there.

 
At 9:29 AM, Anonymous Anonym said...

[color=#9db]Hi

With the increasing popularity of bebo poker chips as a virtual currency in facebook texas holdem poker a lot of hackers have engaged themselves, who try their best to trick unsuspecting players out of their hard earned facebook poker chips. All over the internet forums are littered with posts by innocent people who have had their chips stolen. Nothing is as sorry state as logging to Facebook or MySpace to play a few games of poker only to find that your account is hacked and your poker chips are gone.[/color]

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[color=#9db]Keep these basic things in mind to protect your facebook poker chips:

Never give your password to a stranger: Trust is a delicate thing that takes a long time to build but only second to destroy. You may meet a stranger in poker room and you are friends with him/her. He/she will keep interacting with you days before playing her trick. So be carefull enough to protect your login credentials to yourself, else this may lead to disaster.

Be careful about what you download: Regular online gamers are looking for cheats or hacks for the games they play in order to give them an advantage over their opponents. Poker is no different and there are plenty of websites on the internet having facebook poker cheats and hacks for those brave enough to download and install them. But many of these so called facebook poker cheats have viruses or trojan programs. The moment you install any of these your computer is at the risk of attacks by the creator of the program. He can then have access to vital information that you access from your computer. Leaving your facebook poker account at risk of been hacked. If you never downloaded any of these programs then you’re probably safe, and if you have then you should run a spyware detection program. The best move will be for get your computer formatted to avoid any loop holes.

Phishing Links: This way of hacking has been thee for quite sometime now. Theives send legitimate and official looking emails to your inbox. When you open them you are asked to click on the link and login in order to save your account or win free facebook poker chips, but in reality you are logging into a fake site that sends your information off to the theif who made it. Before you find it out, its too late to react and they would have already broken into your account and emptied it of any facebook poker chips that you may have.

YouTube scams: If you do a search on youtube for facebook poker cheats, zynga poker hacks, or free facebook poker chips you’ll find hundreds of videos on the topic. More than 90% of them are made by idiots hoping to convince you to send them your account information. They range from slightly clever to completely moronic.

Image Photo Having Exe Embedded In it: This one is hard to catch. This is the latest fashion that is used by theif, you will be asked to share family photo's. When you open their photo, that will innitiate an exe in the background which will steal all your information and send to the mastermind behin it. So be careful with whom you share photos.

Hope these tips help you saving your chips.

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At 7:59 AM, Anonymous Anonym said...

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At 4:14 AM, Anonymous Anonym said...

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At 8:19 AM, Anonymous Anonym said...

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Thanks in advance and good luck! :)

 
At 4:52 PM, Anonymous Anonym said...

According to one of the uploaders the following changes have been made to build 7227

1. Changes in the mechanism for displaying thumbnails in the taskbar.

2. Pop-Up lists for the panel

3. Pop-Up lists for Remote Desktop

4. Applying the settings of the taskbar

5. Multitouch zoom

6. Invert selection

7. You can search for music by artist

8. View the contents of the search results

9. Intelligent indexing after installation

10. Reducing the length of playback sounds system

11. Changes in the panel Devices and Printers

12. Changes in the mechanism of extraction devices

13. Support for FireWire-cameras

14. Reduction in section in system

15. Improved driver support

16. Reducing the paging file

17. Assigning a letter to boot with two OS loaded

18. Naming the section reserved for the system.

There are rumors out there that this build could be fake and that build 7230 will be leaked tomorrow evening.
to know how the new SP looks and to see the screen shots visit [url=http://technoages.com/operating-system/windows-7-operating-system/windows-7-sp1-leaked-check-out-all-the-new-features-of-windows-7-service-pack-1/]this pageabout windows 7[/url]

 
At 4:53 AM, Anonymous Anonym said...

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At 8:28 PM, Anonymous Anonym said...

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At 1:51 PM, Anonymous Anonym said...

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At 8:46 PM, Anonymous Anonym said...

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Let me start off by saying what actually happens with videos. Whenever a page comes up that has a potential video on it, ones in which you can click a play button, my computer freezes up immediately. I ran a virus scan and there are no viruses. Literally, a second after the page comes up it freezes and the "program is not responding". It was working fine early today. Now that I think back though, a message came up that was asking for me to grant permission or something and I may have clicked never but I can't remember what is was asking for etc. Are there any common downloads I could do or any security options that I can get around?

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