Dienstag, Juni 27, 2006

Island 99 - Im Land von Feuer & Eis

ICELAND 99 - Eine Reise durch´s Land von Feuer und Eis.
Unterwegs mit dem Allrad-Wohnmobil (Mitsubishi L300 4x4 2.5TD)
Dieser Bericht enthält das,was ich vor dem Urlaub gerne über Island gewußt hätte. Vielleicht kann er dem Leser Anreiz bieten, selbst einmal dorthin zu fahren.
Der Reisebericht wurde vor Ort am gleichen Tag in den PC gehackt und spiegelt daher die Eindrücke ziemlich genau so wieder, wie wir sie empfanden. (Kann ich übrigens jedem empfehlen: Das Reisetagebuch enthält Details, an die sich sonst Zuhause keiner mehr erinnert...)


Tag 1: Freitag, 13. August 1999, 13:30 Uhr Aschaffenburg
Nach zweitägigem Packen und Verstauen haben wir unseren Mitsubishi L300 4x4 endlich in reisefertigem Zustand gebracht. Ersatzreifen in 30X9.5 Zoll wurden in letzter Minute auf passende Felgen gezogen, Alusandbleche auf dem Dach montiert, Seilwinde, Spaten, Stahlseile, und anderes Bergematerial sowie Benzinkanister verstaut oder verschraubt. Die Navigationsgeräte wurden vorher schon auf ihre Tauglichkeit hin überprüft und für gut befunden. Wir werden uns voll auf GPS&Notebook, verlassen. Nur zum Spaß haben wir auch einen echten Kompaß dabei... „Was vergessen wurde, wird gekauft..“ war schließlich nach langer Packerei unser Wahlspruch. Nach mehr als einem Jahr der Vorbereitung (hauptsächlich geistig...) kommen wir uns heute doch irgendwie recht unvorbereitet vor. Wo ist das zweite Regencape? Aha, schon im Rucksack... Wo ist die grüne Versicherungskarte? Keine Ahnung – muß aber nicht sein. 25 Beutelsuppen, 2-3 Paletten Dosenbier, 5 Flaschen Rotwein müssen teilweise raffiniert vor den Zollbehörden versteckt werden. Man ist ja schließlich Bayer... Nun haben wir Zeit bis morgen Abend um 20:00 Uhr. Dann fährt die „Norröna“ nach Island ab. Vermutlich werden wir in Dänemark übernachten, wenn möglich am Meer. Im Moment ist strahlendes Wetter, ca. 25 Grad. In Island soll es dagegen 7 Grad haben. Brrr?! Die Autobahn 45 ist leer, wir kommen gut voran. Der Ersatzreifen auf dem Rammschutz vibriert ein bißchen. Wird der Heckträger die Strapazen aushalten? Wir werden sehen. Was sagen die Herren in Grünweiß zu unserem unbeleuchteten, in 1,50m Höhe angebrachten Nummernschild? Na ja, bis zur Grenze sind es nur noch 650 Km, dann gibt es damit keine Probleme mehr.
Göttingen, 17:45 Uhr
Erste Wutanfälle: Wir haben unser Zelt zuhause vergessen. Damit wollten wir eine Nacht in der Odadarhaun-Wüste verbringen. Nach 20 Minuten Fahrt durch die Göttinger Fußgängerzone ist ein Outdoorshop ausgemacht. Weitere 10 Minuten später ist die Reisekasse um 600.—DM geschmälert. Dafür sind wir stolze Besitzer eines Sonderangebotes: Ein Zweimannzelt, welches, laut Auskunft des Verkäufers, Islandfest sein soll. Dabei wiegt es zur 2.1 Kilo und besitzt ein neuartiges Drainagesystem. Wir werden sehen, ob wir die Drainage brauchen...?!
Husum 22:30 Uhr
Wir übernachten in Husum, wo gerade das Husumer Hafenfest stattfindet. Man kann es mit dem Aschaffenburger Stadtfest vergleichen, nur daß die Leute zu 80% Blond sind. Die Shrimps, die Muscheln und die Preise sind saftig... Genächtigt wird auf dem Parkplatz nebenan, wo sich noch andere Camper einfinden.

Tag 2: Samstag, 14. August 1999, 10:00 Uhr Parkplatz auf der B5 nähe Sylt
Wir haben gut und ruhig geschlafen. Frühstück auf einem Parkplatz in Richtung der dänischen Grenze. Das Wetter ist nicht sehr einladend, aber trocken. Später wollen wir noch einen Strandspaziergang in Dänemark machen. Noch 8,5 Stunden bis zur Abfahrt der Fähre.
Hanstholm, 20:30
Der Strandspaziergang war von Wind und Regen geprägt, aber abwechslungsreich und erholsam. Vielleicht ein kleiner Vorgeschmack. Ein Tiefdruckgebiet über Schottland wird uns heute Nacht beschäftigen. Wir haben Hanstholm zur rechten Zeit erreicht, um noch einen Blick auf unsere Miturlauber zu werden: Allradfahrzeuge mit „Mud-Terrain-Bereifung“ herrschen vor. Das bestätigt unsere Erwartungen, als auch unsere Befüchtungen: Da geht es wohl richtig zur Sache...? Man sieht Landrover mit 5 Benzinkanistern auf dem Aludach, Zebrafarbene Hanomags, ein 6X6 Rädriger Volvo Lappländer ist auch mit von der Partie. Als wir in Hanstholm eintrafen, kamen uns die Leute entgegen, die von hier nach Hause fuhren: Manche bedachten uns mit mitleidigen, wissenden Blicken (Oder kam mir das nur so vor?). Wir fühlen uns hier gut aufgehoben und erwarten mit Spannung die Überfahrt. Man hat ja schon schlimme Dinge vom Wetter auf der Nordsee gehört. Na ja, Brechbeutel haben wir in der 2m^2 großen Kabine jedenfalls gefunden. Wenigstens haben wir ein Fenster, sonst bekämen wir sicher Platzangst. Komische Sitte: Die Beifahrer mußten bei der Einfahrt in die Fähre das Fahrzeug verlassen, sodaß an Bord erstmal alles durcheinanderlief. So eng wie hier war ich noch niemals eingeparkt. Selbst die Schiebetüre war nicht mehr zu öffnen... Jetzt ist es 20:45 Uhr: Wann legen wir ab??
An Bord der Norröna, Nordsee , +57°19´ O 07° 58´, 22:30 Uhr OT
Wir haben abgelegt und sind nun ca. 50 Km vom dänischen Festland entfernt. Das Wetter ist schlecht und die Norröna schwankt so stark, daß die Leute beim Laufen die Breite der Gänge voll ausnutzen. Ich habe eben schon eine Dame sich über die Reling übergeben sehen. Jetzt weiß ich, wozu die Pappbecher auf den Gängen gut sind... Mir geht es (noch) gut, Petra schläft. Wir haben noch ca. 600 Km bis zu den Shetlands und ca. 1000 Km bis zu den Färöern vor uns. Gute Nacht!

Tag3: Sonntag, 15. August 1999, Norröna, Nordsee, +59° 10´ O 01° 11´, 11:30 Uhr OT
Das Wetter ist heute morgen freundlich, es hat zu regnen aufgehört und die Sonne lacht zwischen den Wolken hervor. Wir haben ca. 18-20°C und frühstücken ausgiebig im Bordrestaurant. Danach ist Liegestuhl aufbauen und sonnen angesagt. Interessant, zu sehen, daß hier an Bord jeder zweite mit GPS-Geräten hantiert, Positionen, Geschwindigkeiten und Ankunftszeiten bestimmt. Ich gehöre auch dazu – OK, schönes Spielzeug! Ein älterer Mann malt mit Kugelschreiber die aktuelle Schiffsposition auf eine unter Deck angebrachte Seekarte und erklärt mir, daß wir etwas vom Kurs abgewichen seien. Ich zeige ihm mein GPS (Er hat das Gleiche) und frage ihn, ob wir den Kapitän darüber informieren sollten? Er lacht und meint, das sei wohl noch nicht nötig.
Einig sind sich die Passagiere auch bei der Lektüre: Die einen lesen Krakauer´s „Auf den Gipfeln dieser Welt“, die anderen „Färöer, Inselwelt im Nordatlantik“. Der Rest spielt an Deck mit GPS-Geräten herum Schade, ich habe versäumt, das „Gipfelbuch“ zu kaufen...
Wir sind nun 165 Km von Lerwick, Shetland, entfernt.
Norröna, Nordsee, +60° 01´ W 01° 57´, 18:30 Uhr OT
Wir haben die Shetlandinseln passiert. Das Wetter ist immer noch sehr sonnig, wenn auch nicht mehr so warm, wie gestern. Mir war kurz schlecht, im Freien geht es mir aber wieder besser. Die Shetlands liegen sanft hügelig in der Abendsonne. Man bemerkt alle paar hundert Kilometer wie sich die Temperatur langsam absenkt.

Tag 4, Montag, 16. August 1999, Auf den Färöer Inseln. 6:50 Uhr
Wir haben pünktlich angelegt und fahren nun durch das morgendliche Torshavn. Das Wetter ist schlecht, es regnet bei ca. 10°C. Wir haben eine Tankstelle ausfindig gemacht und warten nun, bis sie öffnet (10 Min.). Hier sieht es aus, wie bei uns im Herbst: Nebel, Regen, sichtweite im Moment 150m. Die Hauptstadt liegt noch im Schlaf – kein Wunder bei der Witterung!
22:10 Uhr Faröerinsel Eysturoy, nähe Ort Elduvik
Wir sind heute dem Wetter hinterhergefahren. Wenn es hier nebelig war, war es dort sonnig... Wenn man das mal kapiert hat, ist alles klar. Zuerst sind wir in der Früh bei Tjornuvik auf einen Berg gestiegen, bis wir vor Nebel nichts mehr gesehen haben (Ca. 300 Höhenmeter auf 1Km). Dann haben wir eine kleine Inselrundfahrt gemacht. Auf den Bergpässen gibt es nur single-track-roads mit Ausweichbuchten. Wenn dort jemand im Nebel (Sichtweite teilweise 20m) entgegenkommt, dann Gute Nacht..Ich hupe vor jeder Kurve und prompt kommt auch ein Mercedesjeep entgegen. Jetzt haben wir ein schönes Fleckchen gefunden, wo wir die Nacht verbringen werden. Wir sind an der Straße (1 Auto pro Std.) zwischen Elduvik und Funningsfjördur etwa 100m über dem Meer mit fantastischer Aussicht auf Fjorde, Berge und Wolken. Ich habe über 1 Std. lang mit dem Fernglas die Gegend angeschaut und es hat immer wieder anders ausgesehen. Das lag aber nicht nur am Rotwein, hoffe ich. Wir haben das Auto mit dem großen Tarp Wind- und Wasserdicht gemacht. Die Nebelfetzen treiben in greifbarer Entfernung an uns vorbei, treffen uns aber nicht. Hier ist es fast windstill. Jetzt Gute Nacht!

Tag 5, Dienstag, 17. August 1999, Auf den Färöer-Inseln , 20:30 Uhr
Heute Morgen sind wir nach gutem Frühstück die paar Meter nach Elduvik gefahren, haben am Friedhof geparkt (Immer der beste Parkplatz am Ort), und sind wandern gegangen. Diesmal ging es um ein Kap herum. Dabei trafen wir sage und schreibe vier Leute! Ich kam mir vor, wie am Bahnhof... Auf dem Rückweg haben wir Papageientaucher gesehen, dachte ich jedenfalls. In wirklichkeit waren es täuschend echte Holzfiguren, die zum Anlocken derselben dienen. Scheinbar ist die Brutzeit der Kleinen schon vorbei, denn wir sahen bisher erst zwei echte Exemplare.
Nach der Wanderung haben wir uns fast die ganze Insel angeschaut. Ich muß sagen, Eysturoy ist schöner, wilder und bergiger als die Hauptinsel Streymoy. Außerdem kommen einem ständig Fahrzeuge entgegen, die man auf der Fähre gesehen hat, alles „alte Bekannte“. Die WoMo-Fahrer winken sich immer fleißig, und freuen sich, einen Landsmann zu sehen.
Gegen Abend, und nach einer weiteren kurzen Wanderung, machen wir uns auf den Weg in Richtung der Hauptinsel. (Morgen Abend geht´s per Schiff weiter nach Island.) Ich suche gezielt nach gestrichelten Linien auf der Landkarte und werde bei dem Dorf Vestmanna fündig: Dort befindet sich ein Stausee, zu dem wir auf Schotterwegen hinauffahren. Dies ist der einzige Schotterweg, den ich auf den Färöern sah... Wir fahren ihn bis zum Ende und befinden uns in einem Wasserschutzgebiet. Das Ganze liegt in einem schönen Hochtal weit abseits aller Siedlungen. Wir haben wie immer eine grandiose Aussicht und können den Lauf der einzelnen Sonnenstrahlen tief unter uns beobachten. Regen, Wind und Sonne wechseln sich hier wirklich im Minutentakt ab. Eben erst die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, muß nun schon die Jacke wieder ausgezogen werden. Jetzt, während ich dies schreibe, geht es mir auf dem Campingstuhl genauso. Soll ich aufstehen oder sitzenbleiben??
So, ich habe mich für aufstehen entschieden, da ich den Computer später vielleicht noch brauche. Wir stellen gerade fest, daß wir hier in der Einsamkeit auf alles verzichten könnten. Eigentlich bräuchten wir nur unseren Allradbus, das GPS, den PC, unser gutes Bier, den Rotwein, 100Liter Diesel, 20 Liter Ringheimer Wasser, Chips, und ein paar weitere Kleinigkeiten... Dann könnten wir es hier EWIG aushalte, glauben wir.

Tag 6. Mittwoch, 18. August 1999, 17:30 Uhr OT, Färöer-Inseln
Wir sind nach kurzem Frühstück gleich in Richtung Torshavn aufgebrochen, wo um 18:00 Uhr die Norröna nach Seydisfjördur, Island weiterfährt. „Haben wir auch den richtigen Wochentag? Stimmt die Abfahrtszeit?“ Schießt es uns durch den Kopf. Wenn wir die Fähre verpassen, dann Guten Nacht... Wir haben noch genügend Zeit, sodaß wir einen Abstecher auf eine Militärstraße einen Pass hinauf machen, den wir schon vor zwei Tagen gefahren sind. Letztes Mal war es komplett Nebelig mit Sichtweiten unter 20m. Diesmal eröffnen sich uns einmalige Aussichten über Berge, Täler, Inseln und Fjorde aller Art. Wir fahren bis zum Verbotsschild hoch, den Rest laufen wir zu Fuß. Nach 100m kommt uns ein schwarzer Militärjeep entgegen. Ich denke :“Nichts anmerken lassen...“ und nicke freundlich. Die Besatzung des Wagens tut das Gleiche. „Die haben wohl nichts zu verbergen hier oben“ sage ich. In der Tat bietet sich am Ende des Weges nur eine Nebelwand vor einer Militärsendeanlage dar. Nichts interessantes, hätte aber sein können...
Beim Auto angelangt, fahren wir weiter nach Torshavn und kaufen Souvenirs und Lebensmittel ein. Danach sehen wir uns noch eine Kirchenruine aus dem 12.Jhdt. in Kirkjubaer an. Dort essen wir zu Mittag. Die Kirche ist wohl das Einzige Monument auf den Färöern, für das man Eintritt verlangen kann: 6.—DM pro Person sind auch nicht zuviel verlangt, wenn man, wie wir erst hinterher davon erfährt... und sich fest vornimmt, beim nächsten Mal zu bezahlen.
Wir fahren nun endgültig zum Hafen und stellen fest, daß die Fähre schon dort ist. „Fahren schon Autos rein? Sind wir die Letzten? Schaffen wir es noch?“ Schießt mir durch den Kopf. Nach kurzer Kontrollrunde stellen wir fest, daß noch genug Zeit zum Tanken ist und verlassen den Hafen wieder. Schließlich checken wir doch noch ein und haben endlich wieder mal 220Volt und eine Dusche. Alle möglichen Akkus müssen geladen werden, da kommt die Fähre gerade recht. Die Überfahrt verläuft, wie für die Nordsee typisch, recht ruckelig.

Tag 7, Donnerstag, 19.August 1999, Island
Endlich in Seydisfjördur angekommen! Nach einer Stunde Zollabfertigung und Dieselsteuer dürfen wir endlich unsere Reifen in Island rollen lassen. Zum Glück sind unsere Biervorräte beim Zoll nicht dezimiert worden, sodaß wir auf den Beginn unseres Islandaufenthaltes anstoßen könnten... Aber halt! Erst müssen ein paar Kilometer abgespult werden. Der Diesel kostet hier ca. 1.—DM pro Liter. Dafür bezahlt man aber eine Dieselsteuer, die sich nach dem Leergewicht des Fahrzeuges richtet. Für uns sind das ca. 125.—DM. Wenn man bedenkt, daß Normalbenzin über 2.—DM/Liter kostet, rechnet sich das für uns. Als erstes fahren wir (Wie alle Fährteilnehmer) zur nächsten größeren Stadt: Egilsstadir. Dort verliert sich langsam der Touristenstrom. Wir sehen nur noch manchmal deutsche Autos, die dafür aber regelmäßig. Wir fahren Islands höchste Paßstraße an, von der aus man einen fantastischen Ausblick über Flußlandschaften, Berge und Täler hat. Am Horizont sehen wir schneebedeckte Berge. Ich glaube, wir haben Glück: Der Sommer scheint regenarm gewesen zu sein. Wir lernen auch die Isländischen Straßenzustände in allen Einzelheiten kennen. Teer, Schotter und, na ja, schweigen wir lieber, man will ja niemanden verschrecken! Jedenfalls sind entgegenkommende Autos eine halbe Stunde vorher an der Staubfahne zu erkennen. Das kann praktisch sein, man kann die ganze Straßenbreite benutzen, um Steinen auszuweichen. Wir kommen nach ein paar Stunden an Islands nördlichstem Punkt vorbei und schauen uns dort ein bißchen um: Ziemlich enttäuschend, diese Einöde! Man kann hier höchstens vom Verkauf des Strandgutes leben, das überall herumliegt: Hauptsächlich Baumstämme aus Sibirien, die alle die gleiche Länge haben – Praktisch! Hier am Polarkreis ist Island richtig trist und farblos: Wir sind froh, als wir aus diesem Landstrich wegkommen. Die Gegend um Asbyrgi ist da schon viel interessanter: Lavafelder, schwarze Strände und tiefblaue, wirklich tiefblaue Bachläufe. Ich hätte diese Farbenvielfalt nicht für möglich gehalten! Kommt das vom Stand der Sonne? Irgendwie herrscht hier ein anderes Licht, als bei uns in Deutschland. In Asbyrgi befindet sich angeblich der schönste Zeltplatz Islands. Ich kann da bis jetzt nur zustimmen.


Tag 8, Freitag, 20.August 1999, Dettifoss-Myvatn
Heute morgen sind wir recht früh aufgestanden und haben uns gleich aufgemacht, das Asbyrgital zu bewandern. Die Wanderung fängt recht abenteuerlich mit der Besteigung einer senkrechten Canyonwand mittels eines angebrachten Seiles an, aber das ist kein echtes Problem, sondern gut für schöne Urlaubsfotos. Oben angekommen und nach weiteren 1,5 Stunden bietet sich ein großartiger Ausblick über die hufeisenförmige Schlucht, in der der Campingplatz liegt. Anschließend geht es weiter zur Schlucht der Jökulsa á Fjöllum, dem größten Gletscherfluss Islands. Pro Sekunde fließen hier 200000 Liter Wasser den Bach hinunter. Nach 4 Stunden sind wir wieder am Auto und fahren in Richtung Myvatn. Wir probieren die erste richtige Offroadpiste unseres Urlaubs aus. Sie führt uns am größten Wasserfall Europas, dem Dettifoss, vorbei. Im großen und Ganzen muß ich sagen: Mit einem normalen PKW möchte ich sie nicht fahren, Allradtechnisch ist die Fxxx jedoch nicht sonderlich anspruchsvoll. Lediglich der Wellblechcharakter nervt nach 2 Stunden. Wie lange hält unser Bus das aus? Wir jedenfalls, gewöhnen uns daran, alles, was nicht niet- und Nagelfest ist, vom Wagenboden aufzuheben. Besonders fies ist die scharfkantige Lava in der Nähe des kleineren Wasserfalls vorher. Eine genaue Prüfung der Reifen ergibt aber keinen Grund zur Beunruhigung. So fahren wir nach allen Besichtigungen weiter zur Krafla, einem Thermalgebiet. Die Krafla ist eine geologisch junge und aktive Erdspalte aus der immer noch Dämpfe und heißes Wasser aus dem Erdinneren austreten. Man fühlt sich dort an die Darstellungen der Hölle erinnert, wenn es aus allen Ecken und Enden Dampft, blubbert und nach Schwefel stinkt. Dazu kommt noch das tiefe Schwarz der Lava, die überall aus dem Erdinnern hervorgequollen ist und fantastische Skulpturen formt. Manche Steine fühlen sich warm an, andere sind so leicht, daß man das Gefühl hat, sie wären aus Styropor oder innen hohl. Die umliegenden Berge haben Farben von tiefem rot über gelb bis graublau. Überall steigen Dampfschwaden auf, die teilweise extrem nach Schwefelwasserstoff riechen.
Der Hölle nochmal entkommen, übernachten wir schließlich auf einem Campingplatz bei Rejkahild. Ich habe noch nie so viele Mücken auf einem Haufen gesehen, wie hier. DAS IST Keine Plage, das ist eine Mückenkatastrophe! (Obwohl sie nicht stechen...)

Tag 9, Samstag, 21. August 1999 Husavik 9:30 Uhr
Nach einer Mückenfreien Nacht (Moskitonetz sei dank...) fahren wir die 150 Km hoch nach Husavik zum Whale-watching. Die dreistündige Fahrt mit der „Moby Dick“ war recht interessant, wenn sich statt der Wale auch nur Delphine zeigten... Die jedenfalls kamen ganz nahe an´s Schiff und ließen sich gut filmen. Nach dem anschließenden Einkauf im Supermarkt fuhren wir zum Godafoss zum Mittagessen. Der Godafoss-Wasserfall gibt auch ein gutes Fotomotiv ab. Man kann ganz nahe herangehen, ohne auf Verbotsschilder oder ähnliches zu stoßen. So, jetzt sind wir erstmal satt und fahren zurück zum Myvatn, dessen Sehenswürdigkeiten wir uns für heute aufgespart haben. Dort angekommen sehen wir uns eine interessante Kraterlandschaft aus der Nähe an. Man glaubt, Vulkane zu sehen, in Wirklichkeit sind es aber Explosionskrater. Die Weiterfahrt führt uns nach Grotagja, der einzigen mir bekannten Höhle mit Warmwasseranschluß. Das Wasser ist dort ca. 50 Grad heiß, und somit zum Baden nicht mehr geeignet. Man kann aber seine Füße kurz reinhängen. Tiefer im innern der Höhle wird es zunehmend heißer und schwüler, sodaß selbst die Videokamera ihren Dienst versagt. Naßgeschwitzt entsteigen wir dem Heizungskeller. Der nächste Abstecher führt uns nochmal zum auf die andere Seite der Krafla, wo interessante, kochende Schlammtöpfe auf uns warten. Außerdem gibt es dort dampfende und laut zischende Schlote, aus denen Schwefeldampf austritt.
Anschließend wollen wir ernst machen: Die Hochlandpiste F88 wird in Angriff genommen. Zu Anfang geht es 20 Kilometer über übelste Wellblechpisten. Man kann sich seine Fahrspur zwar aussuchen, muß beim Abweichen von der Hauptpiste aber ständig mit tiefen Bodenwellen und 30cm hohen Lavasteinen rechnen. Also: Holzauge sei wachsam... Endlos zieht sich die Rüttelpiste bis zum Horizont. Wir nehmen auch Sandstürme vor dem nächsten Gebirge in ca. 25Km Entfernung wahr. Irgendwann merke ich, daß meine Augenlieder schwer werden und sehe im Rückspiegel jede Menge Staub im Wageninnern. Da freut sich die Technik... Wir kommen nach 25 Km an einem schwarzen See vorbei, die Sandpiste hat sich in eine Lavalandschaft verwandelt. Schwarzer Staub weht vor uns über die Strecke. Das Rütteln nimmt kein Ende. Irgendwann sehen wir einen See, der ein ganzes Tal ausfüllt. „Nein“, denke ich, „Das ist doch wohl nicht der Fluß, den wir furten müssen?!“. Später zeigt sich: Doch, aber es muß nur ein Seitenarm gefurtet werden, was aber für uns schon genug ist. Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir schalten alle Lichter des Wagens ein. Die erste Furt ist ca. 40 CM tief und eigentlich kein Problem (Denkt man hinterher). Dadurch, daß es schon so spät ist, verirrt sich hierher kein anderes Fahrzeug mehr. Wir stoßen auf ein ausgedehntes, grobes Lavafeld, durch das die Strecke in Schlangenlinien, sowie Auf und ab führt. Ich schalte sicherheitshalber den Allradantrieb zu. Der Herdubreid kommt unendlich langsam näher. Als das Lavafeld geschafft ist, nähern wir uns wieder dem Fluß an. Die Lindaa will gefurtet werden. Diesmal ist das nicht mehr so witzig: Hinweisschilder stellen kritische Fragen und geben tolle Tips: Furten Sie nie allein, Haben Sie Ihr Fahrzeug abgedichtet? Laufen Sie die Furt erst zu Fuß ab, usw. Die Lindaa ist an dieser Stelle ca. 15 Meter breit und hat unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten. Der Boden besteht aus groben runden Kieseln. Ich ziehe meine Gummistiefel (30cm hoch) an und erkenne nach vier Schritten, daß das Quatsch war. Ich stehe 3 Meter im Fluß und habe das Tiefe, schnellfließende Stück noch 5 Meter vor mir. „Jetzt gilt´s“ denke ich mir und lege sicherheitshalber den Laptop und die Rückfahrtickets in Griffweite im Auto. Im ersten Gang fahren wir mit langsamer Geschwindigkeit in die Fluten hinein. Geht eigentlich, in der Mitte wird es kurz flacher um dann aber das Wasser bis über die Scheinwerfer ansteigen zu lassen. Ich stoße auf festeren Widerstand, gebe mehr Gas und wir stehen wenig später am anderen Ufer. Ich bin erleichtert und schockiert zugleich. Was wäre, wenn... Wenig später erreichen wir Herdubreidalindir, eine Schutzhütte bei der wir übernachten wollen. Wir bekommen einen warmen Empfang, trotz der Uhrzeit (21:45Uhr). Unser nächstes Problem fällt uns siedendheiß ein: Wir haben unser letztes isländisches Geld für Postkarten beim Myvatn ausgegeben. Ich gestehe es der Hüttenwärterin. Als Antwort zieht sie ein Abbuchungsgerät für Kreditkarten aus der Schublade und meint: „Es ist sehr einfach, in Island Geld auszugeben, nicht wahr?“ Ich bestätige das. Meine Bemerkung mit „Selbst auf dem Mond kann man per Karte zahlen“ versteht sie zum Glück nicht. Alles spielt sich hier im Kerzenschein ab, Strom gibt es nicht. Nur unser Neonlicht im Bus fällt aus der Reihe... Hier ist es absolut still und ich komme mir ziemlich einsam vor. Das Toilettenhäuschen liegt 50 Meter weit entfernt in der Dunkelheit. Vor zwei Monaten wurde die Hütte Herdubreidalindir evakuiert. Damals hatte ein Gletscherlauf die Lindaa auf das vierfache ihrer Breite anwachsen lassen – keine schöne Vorstellung. Gute Nacht!

Tag 10, Sonntag, 22. August 1999 ,Hütte Herdubreidalindir, im Hochland, 9:00 Uhr
Die letzte Nacht war sehr stürmisch. Der Campingbus hat geschwankt wie ein Schiff. Heute früh hat es 10°C im Wageninnern. Wenn man hinaus in den Sturm geht, hat man das Gefühl, kalt zu duschen. Die Waschgelegenheiten sind im Freien angebracht. Guten Morgen! Hier auf dem Platz stehen ein Amerikanischer Dodge und ein Hanomag-Camper. Zwei Zelte werden gerade abgebaut. Die restlichen 3 Autobesatzungen haben in der kleinen Hütte nebenan in Schlafsäcken übernachtet.
Wir fahren weiter zur Askja. Bis dorthin sind es zwei Stunden auf der Piste. Wir werden vor Treibsand gewarnt, mal sehen...(Sandbleche haben wir dabei.)
2 Stunden Später: Der gefüchtete Treibsand ist nicht weiter tragisch: Wir haben kein Problem damit, vielleicht eine Glücksache? Vom Parkplatz 2KM hinter der Hütte Dreki aus sind es gute 40 Minuten Fußmarsch durch eine unwirtliche Vulkanlandschaft. Dort haben die Apollo-Astronauten für die Mondlandung geübt. Und tatsächlich, wenn ich meinen Schatten auf der Lava ansehe, bemerke ich Ähnlichkeiten: Total vermummt und dick eingepackt trotzen wir den kalten Winden, die hier wehen. 30 Minuten später erreichen wir den Kraterrand von Viti (Hölle). Dort schließt sich Islands tiefster See an. Wir jedoch steigen die 60 Meter in den Krater hinab um in der milchig-hellblauen Suppe zu baden. Ja, richtig gelesen! Außenherum stehen die Leute in Winterjacken und tragen Handschuhe und wir gehen baden... Das undurchsichtige Wasser hat ca. 20°C. Nach einer guten Viertelstunde trocknen wir uns ab und machen uns auf den Rückweg zum Auto. Dazu müssen wir wieder die kilometerlange Einöde durchqueren-und das nach dem Baden!
Wir fahren zur Hütte Herdubreidalinder zurück, um zu erfragen, wie man um den Herdubreid herumfahren kann. (Wir wollen eine Nacht im Zelt abseits jeglicher Zivilisation verbringen) 10Km entfernt von Herdubreidalindir gibt es eine Stelle, an der Zelten erlaubt ist (Alles Nationalpark). Enttäuscht stellen wir fest, daß wir 15 Km Piste zurückfahren müßten um dann nach 2-3 Stunden Fußmarsch die Campingstelle zu erreichen. Jetzt ist es 19:00 Uhr, also wohl zu spät für das Vorhaben. Die Hüttenwirtin hat wohl schon gemerkt, daß wir wild zelten wollen und wiederholt, daß es verboten sei... Nach ein paar beschwichtigenden Worten fahren wir in Richtung Myvatn zurück. Nach den zwei Furten (An der Zweiten steht ein Jeepfahrer mit Sorgenfalten - wir fahren ohne zu zögern durch, da wir diese Furt schon kennen... Dafür ernten wir ein Kopfschütteln) fahren wir noch 10 Km und biegen dann von der Piste ab. Wir wollen unseren Mitsu verstecken, um unerkannt in die Hochlandwüste abzutauchen. Gesagt, getan. Wir verlassen unser Fahrzeug vollgepackt mit allem, was man für eine Nacht im Zelt so braucht und halten uns in westlicher Richtung. Auf dem ersten höheren Berg stellen wir fest, daß unser weißes WoMo in der schwarzen Lavawüste leuchtet, wie eine Laterne. Egal, das wird jetzt durchgezogen...


Später bauen wir unser Zelt nahe eines ausgetrockneten Flußbettes auf. Ja, ich weiß... ich sagte: nahe bei, nicht darin! Die Häringe kann man mit dem Zeigefinger 10 cm tief im Sandboden versenken, den Wandersock noch viel weiter. Aber das Zelt bleibt irgendwie stehen. Absolut nervig ist der überall eindringende schwarze Sand. Er ist wirklich ÜBERALL! Selbst durch das Engmaschige Moskitogitter dringt er oben in das Zelt ein. Wir haben ständig ein Knirschen im Mund. Trotzdem schaffen wir es, ein Abendessen zuzubereiten und die Nacht gut zu verbringen. Der ständige Wind ist ziemlich gleichmäßig wird aber ab und zu durch kräftige Windböen ergänzt. Das sorgt für einen unruhigen Schlaf.

Tag 11, Montag, 23. August 1999, Sandwüste Odadahraun
Der Tag beginnt früh. Wir erwachen mit einem dunklen Staubüberzug im Gesicht. Schlechtgelaunt packen wir die vertaubten Sachen in die Rucksäcke: Was für eine Sauerei! Überall rieselt Sand heraus! Ich verstehe jetzt, warum die Isländischen Straftäter früher in diese Wüste geschickt wurden... Ich möchte jedenfalls keine weitere Nacht hier verbringen. Zurück am Auto machen wir uns auf den Weg zum Myvatn. Unser Tank ist so gut wie leer, unser Geldbeutel mit IsKr schon lange.
10:30Uhr: Reikjahlid am Myvatnsee Wir sind zurück in der Zivilisation: Das Radio findet einen Sender, die Straßen sind eben (Wenn auch nicht geteert) und eine Tankstelle haben wir ebenfalls ausgemacht. Wir tanken voll, denn heute wollen wir nach Akureyri, der kleinen Hauptstadt des Nordens. Die Strecke dorthin ist extrem windig und führt in die Berge. Ich benötige teilweise die ganze Fahrbahnbreite um den Mitsubishi auf Kurs zu halten. Dort angekommen, trifft mich an der Tankstelle der Schlag: Für 100 Kilometer haben wir 14,5 Liter Diesel verbraucht. Das ist mehr, als für die Sandpiste! Nach einem Stadtbummel wird uns Akureyri schnell langweilig, sodaß wir den nächsten Zeltplatz aufsuchen wollen. Der nähste ist jedoch nicht schön gelegen und außerdem ist es um 14:00 Uhr noch ein bißchen früh zum Einkehren (Selbst nach einer Nacht in der Wüste). Also fahren wir weiter in Richtung F821, der bekannten Sprengisandur-Piste. Wir stoßen auf keinen weiteren Campingplatz, also beschließen wir, die Hütte Laugafell im Hochland anzufahren. Die Fahrt verläuft zunächst zügig und auf guter Fahrbahn. Hinter Sandholar wird die Strecke jedoch schnell schlechter, steiler und steiniger. Wir befinden uns auf einer Straße, die einem groben Alpenpaß ähnelt. Die Steine, auf denen wir fahren sind spitz und recht grob. Teilweise fließt Wasser auf der Fahrbahn ins Tal. Wir schalten Allrad zu. Im großen und ganzen ist die Strecke problemlos machbar. Oben auf dem vermeintlichen Paß angekommen stelle ich fest: Das ist kein Paß, hier beginnt das flachere Hochland. Komisches Gefühl, wenn nach einer steilen Paßfahrt oben eine Ebene weitergeht... Wir fahren die üblichen Pisten, auf denen wir heute mehrmals von Sandstürmen heimgesucht werden. Um 17:30 Uhr kommen wir an der Laugfellhütte an. Wir sind die ersten und einzigen Gäste heute, sagt uns die Hüttenwirtin. Wir haben schon mal einen Finger in den bekannten Hotpool gehalten: Verlockend! Wenig später liegen wir im 30-40°C heißen Wasser und leeren eine Dose Weizenbier während außenherum ein Wind in unbekannter Stärke tobt.Ich glaube, in Deutschland würde man das Orkan nennen. Im heißen Wasser jedoch sitzt man, als ob man damit nichts zu tun hätte...

Tag 12, Dienstag, 24.8.1999 Sprengisandur (F 26) bis Landmannalaugar (250Km)
Wir stehen gegen 10:00 Uhr auf und machen uns gleich auf den Weg, die Restlichen ca. 90 Km nach Landmannalauger zu fahren. Die Piste ist furchtbar ruppig. Das Auto altert um Jahre. Über zig Kilometer nichts als Wellblech... Dazu noch eine recht eintönige Landschaft, die nicht zu guter Laune beiträgt. Schließlich stoßen wir auf eine „Oase“: Die Raststätte Nyidal mitten im Hochland: Sowas haben wir bisher noch nicht gesehen. Hier gibt es Diesel, Kaffe, Kuchen und Postkarten. Schön! Gut auch für unseren Tank. Das ermöglicht ein sorgenfreieres Fahren. Frisch gestärkt geht es nach einer halben Stunde weiter. Die Strecke zieht sich, aber wenigstens gibt es hier keine Sandstürme. An das Furten haben wir uns inzwischen gewöhnt. Mißtrauisch werde ich nur, wenn man den Grund des Flusses nicht sehen kann. Wir erklimmen per Allrad den Berg Kistualda und haben einigermaßen Fernsicht über diese stürmische Einöde hier. Es ist sehr windig und wir bekommen den ersten Regen auf Island ab. Es folgen viele Seen, Furten und Bäche bis wir schießlich in Landmannalaugar ankommen. Hier ist die Landschaft sehr viel interessanter: Bunte Ryholitberge schillern in allen möglichen Farben: Es gibt Berghänge, die komplett grün, gelb oder rot sind: Fantastisch! Der dortige Zeltplatz ist durch eine tiefe Doppelfurt zu erreichen. Das ist die Attraktion für Zuschauer! Des weiteren gibt es hier noch einen riesigen, sehr warmen Hot-Pool, der zum Verweilen einlädt. Der Platz erinnert mich irgendwie an Fotos vom Mount Everest Base-Camp: Überall sturmfeste Zelte, Outdoor-People und ein Flair von Abenteuer und Freiheit (Ohne Marlboro-Lagerfeuer). Wir machen gleich eine 3-stündige Berg- und Gipfeltour in die Umgebung: Hier hat man fast alles, was Island zu bieten hat: Lavafelder, Flußbetten, Berge, Aussicht, Schotter, dampfende Schwefeltöpfe und heiße Quellen. Kurzum: Landschaft pur - der bisher interessanteste Teil Islands! Wenn jetzt noch die Standheizung richtig funktionieren würde... Sie hat wohl Wasser geschuckt oder ist durch das Gerüttel arg mitgenommen worden.



Tag 13, Mittwoch, 25. August 1999, Landmannalaugar
Am späten Morgen brechen wir nochmal zu Fuß in die Berge auf. Mangels Wegbeschilderung verlassen wir uns auf unsere, vom Maßstab her ungünstige, Landkarte. Natürlich verirren wir uns in den unzähligen Schluchten, sodaß wir den angestrebten Berg nicht finden können. Nach zwei Stunden kehren wir wieder um. Wir müssen unzählige Male über den Bach, der in vielen Armen das ganze Tal ausfüllt, hinüberfurten: Eine anstrengende und feuchte Sache! Nach drei Stunden sind wir wieder am Auto und fahren in Richtung des Wasserfalls Ofaerufoss und Eldgja davon. Der Ofaerufoss soll ein Doppelwasserfall mit natürlicher, dünner Basaltbrücke davor, sein. Dort angekommen finden wir keine Brücke vor. Auf den Postkarten ist sie jedoch zu sehen. Später lesen wir in einem neueren Prospekt, daß die Brücke vor einigen Jahren eingestürzt sei. Aha! Weiter geht´s auf einer Genußstrecke für OFFroadfahrer in Richtung Eldgja, einer Vulkanspalte. Die gesamte Strecke ab Landmannalaugar ist ein Traum: sandige Wege, dutzende Furten, kaum befahren und nicht zu holprig...schön! Schließlich kommen wir nach 60 Km auf die Ringstraße und fahren in Richtung Südwesten auf die Hauptstadt Islands, Reykjavik, zu. Wir wollen morgen die Geysire anschauen. Übernachtet wird in der Ortschaft Vik (Südisland), wo ein netter Campingplatz zum Verweilen einlädt. Der nahegelegene schwarze Sandstrand zählt zu den Top 10 Sandstränden der Erde, las ich mal irgendwo. Schade, daß er nicht zum Baden oder Sonnen einläd...

Tag 14: Donnerstag, 26. August 1999, Dyrholaey
Der Campingplatz war doch nicht so berauschend: Kein warmes Wasser, das Duschen mußte ausfallen. Wir fahren zum nächsten Supermarkt (Der erste seit vielen Kilometern) und kaufen ein. Dann geht es weiter auf der Ringstraße in Richtung Westen. Dyrholaey liegt auf dem Weg. Dort gibt es Klippen, schwarzen Sandstrand bis zum Horizont und ein großes Felsentor, durch das sogar Boote durchfahren können. Einmal ist auch jemand mit einem Flugzeug unten durchgeflogen, sehr gewagt! Die kleine Höhle auf dem Weg dorthin ist jedoch Zeitverschwendung (3 Meter tief...)
Nach dem Frühstück geht es weiter zum Skogafoss, der 60 Meter in die Tiefe stürzt. Wir bekommen noch einen schönen Regenbogen gratis dazu. Hier in Südisland regnet es sehr viel häufiger, als im Norden. Trotzdem haben wir bisher noch keinen Tropfen gesehen. Wir stoßen im Trekkingführer auf eine Tour, die zwischen dem Eyjafjalla- und dem Myrdalsjökull über einen 1100 Meter hohen Paß verläuft. Dort ist im Text der Ausdruck „Jeep-Track“ zu lesen. Das macht uns neugierig. Wir finden den Bauernhof, hinter dessen Scheune der Track beginnt. Dazu müssen wir zwei Gatter öffnen. Die Bäuerin, die ich frage, versteht scheinbar nur Bahnhof, nickt aber zustimmend... Danach geht es gleich heftig zur Sache: Die Fahrspuren befinden sich in unterschiedlichen Höhen, der Bus fährt sich dort sehr kippelig. Wir halten uns seitlich fest und sind angeschnallt. Kopfgroße Steinbrocken säumen von nun an unseren Weg und wollen in 1-L (Erster Allrad-Gang, ca. 3 Km/h) überklettert werden. Häufig ist ein Teil der Strecke weggeschwemmt oder ausgehöhlt. Das ganze zieht sich über mehr als 10 Kilometer hin, mal besser, mal schlechter. Wir treffen unterwegs zwei verwunderte Wanderer, die uns gleich fotografieren. Zweimal bekommen wir Bodenkontakt mit 25-30 cm hohen ,spitzen Steinen. Unser Unterbodenschutz ziert nun deren Oberfläche. Sobald der Blick einmal ein paar Sekunden über die Landschaft schweift, übersieht man irgendeinen Steinbrocken oder eine hohe Felsstufe auf der Strecke. Das nenne ich OFF-ROAD! Ein ziemlicher Gegensatz zum bisherigen heizen auf Sand- und Schotterpisten (Was natürlich auch Spaß macht...). Wir kommen nur sehr langsam vorwärts.Die Kupplung hat heute viel zu tun. Nach 12 Kilometern stoßen wir auf eine Furt, die mir Angst einjagt: Man muß rechtwinklig in den Fluß einfahren, dann ca. 25 Meter gegen die Strömung um dann wieder im rechten Winkel aus dem Wasser herauszufahren. Das Ganze spielt sich bei Wassertiefen von mindestens 65 cm Tiefe ab. Dazu kommt noch, daß die unruhige Wasseroberfläche auf große Steinbrocken hindeutet, die auch am Rand überall herumliegen. Inzwischen sind wir richtige „Furtenkenner“ geworden: wir kommen überein, daß die Autotour hier enden sollte. (Man muß ja auch an die Heimreise denken und hier kommt SEHR SELTEN jemand vorbei...) Wir gehen über die Fußgängerbrücke per Pedes weiter und stellen fest, daß nach der Furt kaum noch Autospuren auf dem Weg sind (Warum wohl?). Eine Stunde später kommen wir in die Nähe der angestrebten Hütte und bemerken, daß sich die Gletscher, zu denen wir gelangen wollten, in zunehmenden Nebel (Oder Schneegestöber?) hüllen. Wir vertilgen unseren Proviant und machen uns auf den Rückweg. Den ganzen Nachmittag haben wir keinen Menschen hier oben angetroffen.
Später, wieder auf der Ringstraße fahren wir in Richtung Geysir, nach dem alle Springquellen der Welt ihren Namen bekommen haben. Wir campen auf einem armseligen Platz nahe des Strokkur-Geysirs. Dies ist der einzige Campingplatz, der auf der Strecke noch offen hatte. Duschen kann man im Hotel gegenüber, welches auch zwei Hotpool-becken anbieten (Ziemlich schlecht gemacht, aber zum Duschen OK). Die Dampfschwaden ziehen knapp am Campingplatz vorbei und verschleiern die Sicht. Es nieselt und wir bemitleiden unsere Nachbarn ungemein, die im Zelt schlafen.

Tag 15, Freitag, 27. August 1999 Reykjavik
Wir fotografieren und filmen den Strokkur. Leider hat sich das Wetter weiter verschlechtert, sodaß die Bilder einen regnerischen Hintergrund aufweisen. Die Gegend hier ist von Landwirtschaft geprägt und vergleichsweise nicht soo schön. Wir brechen auf nach Reykjavik. Hier leben 50% aller Isländer. Die Stadt ist sehr sauber, verfügt über zwei schöne Einkaufsstraßen, in denen wir auch fündig werden: Ich sehe ein kleines Antiquitätengeschäft und stoße sofort auf alte Landkarten im Schaufenster. Der Verkäufer, der sogar etwas Deutsch spricht, meint nach einem Kommentar von mir, die Sachen wären nicht teuer, es wäre nur viel Geld.. Da hat er zweifelsohne recht. Man kann hier alte Originallandkarten für Ein bis Zweitausend Mark kaufen. Wir entscheiden uns für ein altes Original der Färöer-Inseln. Wir zahlen in bar und in DM, sodaß wir fast 25% Rabatt herausschlagen können. Nach einem Essen im Mc Donald´s für 35.—DM fahren wir weiter in Richtung der Halbinsel Snaeffelsnes. „Island in einer Nußschale“ heißt es im Reiseführer. Wir dagegen sagen: „Island in Regen und Nebel“. Wir halten uns entlang der Küste, besuchen eine Lavahöhle, die erst seit kurzem bekannt ist, und treffen schließlich an einem einsamen Hotel in Buda ein. „Die schönste Bar Islands“ heißt es im Führer, und wir können das bestätigen. Man fühlt sich in´s vorige Jahrhundert zurückversetzt. Die Preise sind genauso saftig, wie das Fischfilet, das wir verspeisen. „Stary Ray“ heißt der Fisch, der auf dem Teller liegt. Das ist wohl eine Art „Glotzaugenrochen“ oder so... schmeckt aber sehr gut. Drei Stunden später verlassen wir den gastlichen Ort und fahren zum Nächtigen auf den Paß des Snaeffelsjökull, von dem Jules Vernes Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ handelt. Dort soll sich der Eingang zur Unterwelt befinden.

Tag 16, Samstag, 28. August 1999 Snaeffelsnes-Langjökull
Am Morgen stellen wir fest, daß es immer noch regnet und verlassen die Halbinsel Snaefelsnes ohne den Gletschervulkan gesehen zu haben. Wir sahen nur ein paar Altschneefelder und Pistenraupenspuren, obwohl wir keinen Kilometer vom Gipfel entfernt waren. Die Halbinsel ist bestimmt schön anzuschauen, wenn dasWetter mitspielt... Berghänge, Wasserfälle, Küstenlinien mit Leuchttürmen, sowie Vulkanschlote deuten sich im Nebel aber nur an. Wir fahren die Piste F550, die zwischen dem Berg Ok, dem Langjökullgletscher und weiteren Gletschern verläuft. Diese Piste ist recht einfach zu befahren und führt durch schöne Landschaften. Furten gibt es keine. Manche sagen, die F550 wäre das „Hochland für Anfänger“. Kann man so sehen. Jedenfalls ist der Boden durch den Regen ziemlich matschig und unser L300 hat danach eine dunkelbraune Farbe. Wir kommen in Thingvellir an, wo wir gestern schon vorbeifuhren. Der Thingplatz (Versammlungsort der Isländer) interessiert uns nicht besonders. Außerdem gibt es auf dem hiesigen Campingplatz wieder keine Duschgelegenheit, sodaß wir weiterfahren. Die Isländer meinen wohl, wenn man ein Klohäuschen auf eine Wiese stellt, kann man das als Campingplatz bezeichnen... Die nächste Dusche befindet sich in Hella, haben wir telefonisch herausgefunden und fahren nun dorthin. Zwei Stunden später stehen wir auf dem bisher gepflegtesten und ansprechendsten Campingplatz Islands. (Richtige Duschkabinen, Aufenthaltsgebäude, Kochgebäude, und weitere Annehmlichkeiten findet man hier). Zur Info: Der Platz liegt vor Hella am Fluß und gehört zum Hotel Mosfell. Sicher trägt auch das inzwischen bessere Wetter zu unserer guten Laune bei (Oder ist es der mitgebrachte Bordeaux?). Heute haben wir fast 400 km abgespult.


Tag 17, Sonntag, 29. August 1999 Zu den Laki-Kratern
Heute fahren wir frisch gestärkt auf der Ringstraße Nr. 1 nach Osten. Wir möchten die Piste zu den Laki-Kratern unter die Räder nehmen. Die Laki Krater entstanden im 17.Jhdt. bei dem größten Vulkanausbruch Islands. Damals wurden 17 Kubikkilometer Lava freigesetzt und ein großer Teil der Bevölkerung Islands starb an den Folgen der Ausbrüche. Es entstanden auf 25 Kilometer über 100 Krater, die 1-2 Jahre aktiv waren. Nach der endloscheinenden Küstenlandschaft, die sich hinter der Ortschaft Vik auftut, stoßen wir auf die Abzweigung nach Laki. Nach 5 Kilometern essen wir erstmal zu Mittag. Wenig später geht es weiter auf der Piste. Fährt sich recht gut hier: kaum Wellblech, stattdessen viele spitze Steine im Pflastersteinformat. Zwei Stunden später kommen wir an den Lakivulkanen an und sind von der Umgebung sehr angetan. Warum steht in den Reiseführern so wenig darüber? Wir halten diese Gegend für unbedingt sehenswert: Krater an Krater reihen sich bis zum Horizont. Dabei hat jeder ca. 100 Meter Durchmesser und unterschiedliche Farben. Wir besteigen den Berg Laki, der nebenan liegt (ca. 800 Meter hoch). Von dort aus hat man prima die gesamte Umgebung im Blickfeld. Die Sonne schickt einzelne Strahlen in das Kratergebiet und erzeugt Farben, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Wir versuchen, das fotografisch festzuhalten und steigen danach wieder hinab zum Auto. Die Piste führt nun auf einen nahen Aussichtsberg, der allerdings mit dem Berg Laki nicht mithalten kann: Man muß halt doch aussteigen und selber laufen, um mehr zu sehen! Die Piste ist hier recht steil und voller Steine. Oben angekommen treffen wir auf einen Nissanfahrer, der uns den Rest der Strecke begleiten wird. Wir beschließen, eine andere Route zurück zur Ringstraße zu nehmen. Diese Route wird im Offroadbuch als gefährlich und nur im Konvoi zu befahren ausgewiesen. Wir stellen fest, daß es die schönere Strecke ist. Sowohl Landschaftlich, als auch Fahrtechnisch. OK, es sind ein paar Auswaschungen und Lavabrocken vorhanden, aber dafür hat man schließlich den Geländewagen dabei, oder? Wir fahren durch weichen, tiefschwarzen Lavasand. 250 Meter neben uns befindet sich die mit grellen Moosen bewachsene Laki-Kraterreihe. Die Sonne scheint so hell, daß man bei diesem Kontrast zeitweise die schwarze Piste nicht richtig sieht. Ich würde die Laki-Vulkane vom landschaftlichen Reiz her mit Landmanalaugar gleichstellen. Zu den ca. 8-10 Furten auf dieser Strecke ist zu sagen: Keine ist tiefer als 40-50 cm, kein Treibsand, also Keine Gefahr! (Wenn auch im Offroadführer anders beschrieben, oder haben wir einen EXTREM trockenen Sommer erwischt? Gestern hat es aber auch hier geregnet) Lediglich auf der Rückfahrt (Zweite Piste) kamen wir durch eine uns unbekannte Furt, bei der das Auto trotz 1-L Gang fast abgewürgt wurde, und das mitten im Flußbett! Wir waren auf einen im Wasser liegenden, unsichtbaren großen Lavabrocken aufgefahren – ein kurzer Schreck, aber kein echtes Problem! Nach insgesamt 125 Pistenkilometern und einem Tagespensum von fast 400 Kilometern kommen wir in Kirkjubaerklaustur II (Irgendwie schön, der Name!) auf einem Campingplatz an, der uns (Wie der von gestern) rundum zufriedenstellt und noch dazu zu den günstigsten unseres Urlaubs gehört.

Einer meiner Lieblingsplätze: Die Laki-Spalte
Natur pur, keine Touristen, unverfälschte Landschaft!

Tag 18, Montag, 30.8.1999 Kirkjubaerklaustur
Um 10:00 Uhr morgens weckt uns eine freche Sonne. Sind wir etwa zu Hause in Deutschland? Es wird fast ungemütlich warm im Schlafsack... Wir stehen also auf und beschließen, die Wanderung zum Kirchenpflaster, einer Gesteinsformation, zu machen. Wir fahren an das Westliche Ende des Dorfes und steigen neben dem Wasserfall den Berg hinauf. Weiter geht es an einem See entlang in Alpenähnlicher Landschaft. Eine Stunde später steigen wir den Berg wieder hinunter und sehen einen Parkplatz mit der Aufschrift „Kirkjugolf = Kirchenpflaster“. Wir stellen außerdem fest, daß sich unser Ziel ca. 500 Meter neben unserem Zeltplatz befindet. Leicht verstimmt machen wir uns auf den Weg quer durch die Ortschaft, wo unser Auto steht... Weiter geht es auf der Ringstraßé zum Jökulsarlon, dem Gletschersee, in dem Eisberge schwimmen sollen. Wir schauen uns aber vorher noch einen Gletscher aus der Nähe an. Natürlich treffen wir dort bekannte Gesichter und Fahrzeuge aus von der Fährüberfahrt. Ich habe das Gefühl, daß sich die Touristen langsam auf den Südosten Islands konzentrieren, um rechtzeitig bei der Fähre zu sein. Nach ein bis zwei Stunden Gletschertour fahren wir weiter. Zusammen mit ein paar aufgelesenen tschechischen Trampern sehen wir uns einen kleineren Gletschersee im Hinterland an. Auch dort schwimmen Eisberge herum. Der Jökulsarlon ist natürlich um einiges größer. Dort schwimmen fast Hausgroße Brocken und treiben auf´s offene Meer hinaus. Der Abfluß befindet sich unter einer Brücke, wo die starke Strömung die Eisberge mit sich reißt und sich überschlagen läßt. Wir machen eine Bootsfahrt mit einem Amphibienfahrzeug und sehen uns die Monstren in ihrer natürlichen Umgebung an. Leider sehen wir nicht, wie sich einer umdreht oder auseinanderbricht. Später gehen wir am schwarzen Lavastrand entlang, wo Eisbrocken jeglicher Größe glitzernd wie Edelsteine herumliegen. Bei dem Versuch, mit einer Eisscholle nach Amerika zu schwimmen, büße ich das linke Glas meiner Brille ein. Es ist ziemlich schwierig, ein Stück Glas im Wasser zu finden, in dem noch Eisstücke treiben... Wir geben schließlich auf und fahren nach Stafafell, wo wir die einzigen Gäste auf dem Campingplatz sind. Auch nicht schlecht!


Tag 19, Dienstag. 31.8.1999 Jökulsarlon
Am Morgen bezahlen wir unser Quartier und begeben uns langsam, aber sicher auf den Weg zum Fährhafen. Wir nehmen eine „Abkürzung“, den Öxi-Pass, welches unsere letzte richtige Offroad-Unternehmung sein sollte. Die Piste zieht sich ziemlich in die Länge. Sie ist teilweise sehr steil und wartet auch mit einigen Wasserläufen auf. Alles in allem eine letzte Genußtour durch das Land aus Feuer und Eis. Die Aussicht ist wegen des Nebels aber auf 50 Meter begrenzt. Erst zum Ende der Piste hin lichtet sich der Vorhang und gibt den Blick auf schroffe Berghänge und grüne Moosflächen frei. Laut Offroadbuch erwartet uns kurz vor dem Ende eine tiefe, stufige Furt duch einen Gletscherbach. Diese ist jedoch durch ein großes Rohr „entschärft“ worden. Dafür sehen wir einige Kilometer zuvor eine ebenso entschärfte Furt, die jedoch von Jeepfahrern neben der Verrohrung wiederhergestellt, sprich fahrbar gemacht worden ist. Ich schätze die Wassertiefe auf mindestens 60 cm. Dazu geht es noch in ziemlich steilem Winkel hinein. Unser Mitsubishi quittiert das mit zwei lauten, metallischen Krachern, die sich nach Hinterachse anhören. Aber wir kommen trotz allem heil davon... Später erreichen wir Egilstadir, wo wir tanken und uns ein bißchen umsehen. Die Siedlung hat das Flair einer Autobahnraststätte, also fahren wir weiter. Ich sehe auf der Karte in Richtung Seydisfjördur-Fjord eine Piste an deren Ende sich ein Leuchtturm befindet. Vielleicht kann man um das Kap herumfahren? 50 Kilometer Berg-, Tal-, und Fjordfahrt später stellt sich heraus: Am Leuchtturm ist wirklich Schluß! Also fahren wir ein Stück zurück und verbringen die Nacht neben einem Bächlein, das unterhalb in´s Meer fließt. Wir haben Sonne und die Aussicht auf das Gegenüberliegende Fjordufer, welches völlig unangetastet und unbewohnt in der Abendsonne liegt. Haben schon einmal Menschen ihren Fuß dorthingesetzt? Auf unserer Seite schlängelt sich eine kleine Pistenartige Straße den Berghang entlang und beschert uns 1-2 vorbeikommende Autos in der Nacht. Das kann man akzeptieren! Abends stellen wir fest, daß die Stanheizung zum zweiten Mal Wasser geschluckt hat und somit für heute ausfallen wird. Uns ist in den Schlafsäcken aber dennoch mollig warm.

Sehr beeindruckend: Eisberge treiben in´s Meer und schmelzen auf schwarzem Lavastrand. Super Fotogen!!

Tag 20, Mittwoch, 1. September 1999 Egilsstadir
Am Morgen werden wir wieder von einer 20°C warmen Sonne geweckt. Dazu noch das Rauschen des Baches, der 5 Meter entfernt liegt... Ich wechsele eine Scheinwerferglühbirne (Habe ja gleich gewußt: Das kommt davon, wenn man den ganzen Tag mit Licht fahren muß!) während Petra sich um´s Frühstück kümmert. So gegen 11:30 Uhr fahren wir den Rest der Strecke zurück nach Egilsstadir, wo wir den heutigen Tag mangels Sehenswürdigkeiten verbringen werden. Nach einem Einkauf gehen wir in´s Ortsschwimmbad. Die Glastüre hinter der Dusche ist so hell erleuchtet, mir kommt da ein Verdacht: Tatsächlich, es ist ein Freibad... Fröstelnd prüfen wir die Wassertemperatur. Es scheint angenehm warm zu sein (Oder täuscht das bei der Außentemperatur und dem Wind?). Nebenan gibt es noch zwei Whirlpools mit je 39-40°C Wassertemperatur. Sehr angenehm, die Isländischen Schwimmbäder. Die Tramper, die wir gestern aufgelesen hatten, waren schon vor uns da (Wir haben sie noch öfters getroffen und sie waren IMMER ÜBERALL schon vor uns da – Vielleicht sollten wir nächsts Mal auch trampen?). Nach zwei Stunden kommen wir total erhitzt wieder am Auto an und fahren auf den einzigen, noch geöffneten Campingplatz (Natürlich auch mit Pool...). Hier sitzen wir in der Abendsonne und entspannen uns ein letztes Mal auf Isländischem Boden: Morgen Früh geht es zur Fähre.



Tag 21: Donnerstag, 2.9.1999, Seydisfjördur
Wir machen uns auf zum Fährhafen. Unterwegs sehen wir jede Menge deutscher Autos, die den gleichen Weg vor sich haben. Alle fahren langsam und versuchen, die letzten Meter Islands in sich aufzusaugen. Es werden nochmal Berge, Täler und Wasserfälle fotografiert... Am Hafen angekommen reihen wir uns in die Warteschlange ein, die quer durch den ganzen Ort geht.
Wir sind auf hoher See. Der Seegang auf der Hinfahrt war nur spaß im Vergleich zu dem, was jetzt draußen vorgeht: 4-6 Meter hohe Wellen schlagen seitlich an die Norröna, sodaß das ganze Schiff erzittert. Im Freien nimmt einem Gischt jede Aussicht und man bekommt die Türen in´s Innere des Schiffs kaum auf. Hat man es dann doch geschafft, bläst einem der Wind in die Gänge, daß man sich vorkommt, wie bei Moby Dick. Nachts höre ich ein paar Autoalarmanlagen unter Deck, die wegen der Schiffsneigung oder der Stöße losgehen. Wir legen alle empfindlichen Sachen gleich auf den Boden, weil sie ja doch herunterfallen würden. Man kann diese Umstände am besten im Bett liegend ertragen, sodaß wir bis 9:00 Uhr durchschlafen.
Tag 22, Freitag, 3. September 1999 Torshavn, Faröer-Inseln
Nanu? Das Schiff liegt so still im Wasser? Ach ja, der Zwischenstop auf den Faröern. Es ist natürlich regnerisch draußen. Wir gehen zum Frühstücksbuffet und stärken uns erst einmal. Man muß schließlich die ruhige Lage des Schiffes ausnutzen, wenn man etwas zu sich nehmen will. So gegen 9:00Uhr (Faröer-Zeit) laufen wir wieder aus mit dem Ziel Hanstholn, Dänemark.

Tag 23, Samstag, 4. September 1999 Nähe Shetland-Inseln
Weiter geht die endlos scheinende Fahrt mit der Fähre. Langsam geht mir der Lesestoff aus. Die Kabine scheint immer kleiner zu werden, unseren Mägen geht es wieder etwas besser. Nach einem ausgedehnten Frühstück sieht die Welt auch nicht viel besser aus: Immer noch 8 Stunden Fahrt bei 35 Km/h...
16:00 Uhr Hanstholm
Endlich! Wir sitzen in unserem Fahrzeug und versuchen rückwärts aus der Fähre herauszufahren, was besser klappt, als beim ersten Mal. Ich kann nur wiederholen: Man wird hier von allen Seiten bis auf 2 cm eingeparkt... So, geschafft! Jetzt geht es schnell noch die 1000 km nach Hause, wo Arbeit und Streß warten...



Zeit, Bilanz zu ziehen: Wir haben laut GPS 500 Kilometer auf den Färöern zurückgelegt und über 3000 km auf Island (Davon ca. 400-500 auf Offroadpisten). Die An- und Abfahrt von und nach Hanstholm verschlang über 2000 Kilometer (Mit kleinen Umwegen bei der Anfahrt). Treibstoffverbrauch Autobahn 90-110 km/h : 12.5 Liter Diesel Sandpiste 14.5 Liter Diesel Andere Pisten bis 15.0 Liter Diesel 0.5 Liter Motoröl nachgefüllt. Standheizung 2 Mal voll Wasser gelaufen 1 Glühbirne verbraten. Bergematerial, Sandbleche, etc wären nicht nötig gewesen.
Man kann sagen, in Island ist Offroadmäßig ziemlich alles erlaubt, wenn man sich nicht gerade in einem Nationalpark befindet. Von den Straßen zweigen alle hundert Meter irgendwelche „wilden“ Pisten nach rechts oder links ab: Hier scheint jeder hinzufahren, wo er will. Man kann am schwarzen Lavasandstrand entlangfahren oder Flüsse furten, wo es beliebt (Wenn man sich traut). Die Isländer selbst nehmen ziemlich wenig Rücksicht auf ihre Natur. (Vielleicht, weil es nicht so viele Isländer pro km^2 gibt, wie Deutsche bei uns...)
Ich würde wieder in den letzten Augustwochen dorthinfahren, weil alle Pisten in´s Hochland geöffnet waren. Das Wetter mag früher etwas besser sein, aber kommt es auf 2-3°C an? Kühl und windig ist es sowieso... Man muß eben die richtige Kleidung (Stirnband, Mütze,...) mitnehmen. Ich würde Island nicht als soo unberechenbar wild, gefährlich und extrem beschreiben, wie es in manchen Reiseführern getan wird (Vielleicht Geschmackssache?). Man kann zum Beispiel ohne weiteres trampen oder mit Hochlandbussen vorankommen. Radfahren und Zelten in Island halte ich allerdings nur für Extremisten für ratsam: Ich habe Radfahrer auf geteerten Straßen, durch Windböen erfaßt, auf die Schnau.... fliegen sehen – wie fährt man dann im Hochland? Dort schieben sie meistens und wollen mitleidig bestaunt werden. Dazu kommt noch der extreme Staub, die Flußfurten (Meist mehr als Knietief, 2-3°C, reißend) und die Rüttelpisten, die sich bis zum Horizont erstrecken. Ich würde als Reisefahrzeug doch zum Auto (4X4) oder zur Hardenduro raten. Die Ringstraße hat oft eine Qualität, die mit unseren Feldwegen zu vergleichen ist. Die Preise sind, außer für Diesel, ingesamt sehr hoch: Campingplatz (2Pers.) 20-25.—DM Duschen meist extra 1 Bier 0.33 Tuborg, in einer Kneipe am Abend: 8-10.—DM Guter Rotwein im Plastikkanister, 5 Liter im Alkoholgeschäft: ca.200.--DM 1 Brot 500g ca. 5-6.—DM 1 Fertigkuchen ca 500g bis 15.—DM 2 Liter Cola 6-8.—DM

Wir hoffen, daß Euch unsere Islandseite gefallen hat, und würden uns über einen Kommentar dazu freuen! Es grüßen Jürgen+Petra Baumann, Nachdruck, auch Auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors! ©1999 JB







Sonntag, November 27, 2005

Trekking in Nepal - Annapurnarunde

Trekking in Nepal im Okt. 2001
Annapurnaumrundung mit Thorung-La-Pass (5416m)
©Von Jürgen & Petra Baumann, Großostheim




















Nach halbjähriger Vorbereitungszeit kam der Abreisetermin plötzlich immer näher...
Dann war es plötzlich soweit:

27.9.2001 13:00 Uhr - 28.9.2001 Kathmandu
Schwiegervater Holger fährt uns zum Flughafen Frankfurt. 16:00 Uhr: Abflug nach Amsterdam. Dann folgte der Weiterflug mit Zwischenlandung in den VAE (5:00 Uhr) bis Kathmandu (12:00 Uhr OT). Zeitverschiebung +4:30 Std.Es folgten nervige 1,5 Stunden vor dem Visumschalter bei 30°C. Leute, die ihr Visum schon zu Hause besorgt hatten, mussten genausolange warten. Als diese Hürde genommen war, konnten wir unsere Koffer entgegennehmen und uns der Meute vor dem Flughafengebäude stellen:100 Hotelabholer, Taxifahrer, Hotelschlepper etc... Auf irgendeinem Schild stand: Jürgen & Petra. 6-7 Träger brachten unsere Koffer an´s Auto und nutzten meine Unkenntnis der neuen Geldscheine...Zusammen mit drei Personen fuhren wir zum ersten Mal durch Kathmandu:

Unbeschreiblich! Nicht in Bildern fassbar! Istanbul z. B., ist eine ruhige Oase dagegen!Linksverkehr, Rikschas, Kühe, Motorräder, Busse und hunderte von Fußgängern tun ihr Übriges zum Eindruck des totalen Chaos.Schließlich kamen wir im Büro von Govinda Poudel, unserem Veranstalter, an. Dort wurden wir auf´s herzlichste empfangen und auch gleich bewirtet.Nach ausgiebiger Lagebesprechung fuhren wir in´s Hotel "Greeting Palace". Dieses machte auf uns zuerst nicht den tollsten Eindruck; die Zimmer waren jedoch groß, sauber (!) und es gab eine funktionierende Dusche... War nach der langen Anreise wirklich nötig!
Frisch geduscht streiften wir durch Kathmandu. Einen genauen Stadtplan gibt es hier scheinbar nicht. Ohne GPS (Welches ich immer bei mir trug!) wäre das Hotel für uns sicher unauffindbar gewesen.


Die ersten Eindrücke stürzten förmlich auf uns ein. Es ist aber nicht nur Armut und Schmutz, was man sieht - es sind vielmehr freundliche Menschen, die immer zu Späßen aufgelegt sind. Jeder kann ziemlich perfekt Englisch, sodaß man keinerlei sprachlichen Probleme hat. Beim Handeln stäßt man schnell an Grenzen: Die geforderten Preise sind einfach ehrlicher, als z. B. in der Türkei, oder Nordafrika.Handeln ist zwar möglich, aber nicht so sehr verbreitet, wie in den vorgenannten Gegenden.AUch die Aufdringlichkeit der Händler ist weniger aggressiv und leichter abzuwenden, als dort.

Um 20:00 Uhr (Stockdunkel) gingen wir original Nepalisch essen. Beim Betreten des Lokals mussten wir die Schuhe ausziehen. Weiter ging es auf Teppichboden bis zu einem ca. 30 cm hohen Tisch mit Kissen davor. Interessante Geschmacksrichtungen streichelten unsere Gaumen! Der Reis schmeckte irgendwie nach vergorener Ziegenmilch, aber mit Baaht (Linsensoße) übergossen, war er recht gut. Wir aßen ein Gericht mit Hühnerfleisch.Aus dem geschnitzten Fenster konnten wir das Treiben auf der Straße verfolgen. Interessant! (Siehe Foto oben).Drei Kellner bemühten sich abwechselnd um uns.Die Rechnung betrug keine 10.-- Euro(Incl. zweier grosser Bier). Satt und zufrieden erreichten wir ber unbeleuchtete Geheimpfade unser Hotel.

29.9.2001 Kathmandu
Der Tag begann nach unruhiger Nacht (Zeitumstellung, Hundegebell, Hitzt & Stechmücken) mit einem leicht fettigen Frühstück. Tatendurstig schlenderten wir durch die Gassen der Altstadt von Kathmandu.Tees wurden dort auf Benzinkochern zubereitet. Schuster nähten auf der Straße. Scherenschleifer,Schuhputzer und allerhand Heilige kreuzten unseren Weg.
Sadduh auf dem Durbar Square
Zwischendurch bekamen wir Glück und ein langes Leben von einem Heiligen (sadduh) versprochen,was unsere Reisekasse um 20 Rupies schmälerte...Anschließend versuchten wir stundenlang mit Hilfe von Polizisten, Passanten, Rikscha- und Taxifahrern den weltberühmten Durbar Square von Kathmandu zu finden, was uns schließlich doch noch gelang.Dort angekommen, kamen wir mit zahlreichen "Führern" in Kontakt. Nichtsdestotrotz ist der Durbar Square mit seinen verschiedenen Tempeln eine einzigartige Attraktion.

Hervorzuheben sind die "Sadduhs". Das sind Heilige in roten Umhängen, die sich sehrfotogen in Szene setzen und gerne ablichten lassen.
Auf den Sogenannten Affentempel hingewiesen, begaben wir uns mit einem Führer auf den Weg dorthin.Nach längerem Fußmarsch und Anschließenden Aufstieg auf unseren ersten Trekkinggipfel (365 Stufen; Kassenhäuschen an der 360. Stufe).bekamen wir einzigartige Tempelanlagen zu sehen. Unter dem kritischen Blick Buddahs bestaunten wir Stupas, Chörten und Gebetsmühlen. Auch wilde Affen trieben dort ihr Unwesen.
Auf dem Heimweg versorgten wir Bettler, Händler und Taxifahrer mit Bargeld. Wir benötigten ohne den Führer ein Taxi, eine Rikscha und zwei Stunden, um unser Hotel wieder zu finden!Gegen 17 Uhr kam unser Trekkingguide vorbei, um unsere Garderobe zu begutachten.Von unserem Arzneimittelvorrat war er sehr beeindruckt.(Wir hatten sogar Infusionen mit Zubehör dabei: Danke, Werner!)
Später gingen wir wieder Abendessen: Besonders die Potatoe wedges (mit Indischer Bezeichnung) schmeckten hervorragend! (Restaurant: Thamel House)
Von Fleischgerichten nahmen wir Abstand. Die WIldschweinhälften, Ziegenköpfe und Hähnchenbeine, die wir morgens am Straßenrand (!) sahen, wurden abends immer noch feilgeboten... Trotzalledem wurden wir satt und es schmeckte klasse!
In der Nacht wurden wir 2x vom Monsumregen geweckt. Dafür war die Luft danach aber sehr klar, kühl und sauber.

30.9.2001 Busfahrt Kathmandu-Besisahar (750m)
Nach einem Frühstück mit viel Tee brachte uns Prasanta, unser Führer, zum Busbahnhof.Dort warteten ziemlich urwüchsige Busse (Marke "Seidenstrasse") auf uns.Gegen 9 Uhr fuhren wir los in Richtung Annapurnagebirge.
Nachmittags um 4 Uhr hatte die Strapaziöse Fahrt ein Ende. Zwischenzeitlich passierten wir unzählige Erdrutsche, kleine Dörfer und Märkte. Alle paar Stunden wurde zum Tee trinken, Mittagessen und aus sonstigen Gründen angehalten.Unser Guide war uns in dem Gemenge von Händlern, Bettlern und Hotelschleppern eine große Hilfe. Einmal kamen wir an einen Militärposten, der alle Insassen aussteigen ließ und kontrollierte. Später stieg ein Musikant zu, der vielleicht 45 Minuten lang auf einer Art Geige seine Sangeskünste zum Besten gab. Auch Ziegen wurden während kurzer Abwesenheit des Fahrers heimlich an Bord gebracht.
Die Landschaft wurde immer grüner und fruchtbarer: Bananenpflanzen, Orchideen udn alle möglichen Urwaldpflanzen überziehen die Berghänge. Im Tal fließen reißende Flüsse in grauer und gelber Farbe.
Wir bezogen ein Hotel mit Dachterrasse. Die Nacht war sehr kurz: 26° im Zimmer und Mücken auf jedem Körperteil, das aus dem Schlafsack ragte, ließen uns kaum Schlaf finden.

1.10.2001---> 1. Trekkintag Beshisahar (750m) - Bahundada (1310m)
6 Uhr Aufstehen, 6:59 Uhr Frühstück mit Müsli, 7:30 Abmarsch.Ich rief vorlaut: "Auf geht´s" (Was Prasanta sehr gefiel).Mingmar, unser Träger, marschierte mit seinen ca. 30 Kg im Seesack los, als wäre der Sackmit Stroh gefüllt. Petra und ich hatten jeder ca. 12Kg zu tragen (Jede Menge Wasser).Der Weg führte in den frühen Morgenstunden dicht am Fluss entlang, der recht wilde Eskapadentrieb. Dann folgte die erste Hängebrücke:"Vergesst alle Hängebrücken, die Ihr bisher gesehen und betreten habt!" Dieser Übergangbestand aus einigen zusammengenagelten Bambusrohren, die sich bei jedem Schritt in eine andere Richtung bogen. Man könnte ganze Bildbände mit den Verrenkungen füllen, die nötig waren, um diese Brücke zu passieren.
Es folgten 4-5 weitere Flußüberquerungen gleicher Art.
























Mittlerweile war es Mittag geworden undwir schwitzten aus allen Poren.Bis wir abends das Dorf Bahundada erreichten, waren mehrere Liter Schweiß vergossen worden.Zwischenzeitlich regnete es ein paar mal leicht. Wir sind aber nie richtig naß geworden, es war mehr eine willkommene Abkühlung...Für Nepal war dieses Jahr touristisch gesehen kein Gutes: Unruhen im eigenen Land und späternoch der USA-Afghanistan-Konflikt brachten 30% weniger Touristen in´s Land.Für uns war es jedoch OK: Wir hatten stets eine Gute Auswahl an Unterkünften und waren denganzen Tag über ziemlich unter uns...Im abendlichen Hotel nächtigten vielleicht 12 Touristen. Unser Führer kam heute ganz schön in´s schwitzen und wurde von mir durch herzhafte "Auf geht´s!"-Rufeangefeuert. Abends erlaubte er uns noch ein Bier für zwei Personen und als wir uns um 18 Uhrzurückziehen wollten, gab er mir hinter vorgehaltener Hand noch einen entscheidenden Tip:"Men should sleep ALONE at night, or the next day will be REALLY HARD!"Wir hielten uns daran...

2. Trekkingtag Bahundada (1310m) - Tal (1640m)
Nach einem stärkenden Frühstück verließen wir das Hotel, das auf einem Hügel über dem Dorf lag(Super Aussicht, Nebelschwaden im Tal, etc...). Es war eine angenehme Nacht gewesen. Dann folgte eine ernsthafte Tagestour, die durch grüne Täler, Reisterrassen, Bergrutsche und unzählige Dörferführte. Es war schönes, leicht bedecktes Wetter und 22°C.














Uns kamen viele Eselkarawanen entgegen. Träger transportierten Äpfel von der anderen Seite des Passes herüber (Kg für 1 ca. Euro). Manche schleppten 60-65 Kg(!). Die meisten trugen einfacheBadelatschen. Einmal fiel ein Träger ca. 50m vor uns hin und konnte sich nicht mehr unter seiner Lastbefreien. Wir hoben das Paket von ihm herunter (zu dritt!) und versorgten ihn notdürftig mit Medizin.Weiter ging es durch atemberaubend grün bewachsene Schluchten. Selbst Marijuanapflanzen fehlten nicht als Unkraut am Wegesrand.Prasanta (Vormals Grundschullehrer) kannte sich mit allen Pflanzen,Tieren, Land und Leuten bestens aus.Wir hängten noch 2,5 Stunden an die heutige Etappe dran, um einen Tag einzusparen (Zur späteren Verwendung). Nach 10 Stunden wandern reichte es uns aber dann doch...Dafür wurde unser Führer von seinen Kollegen am abend bestaunt.Wir gingen um 20.30 Uhr in unser 3,5m^2 großes Zimmer und schliefen sofort wie tot ein.

3. Trekkingtag 3.10.2001 Tal (1675m) - Kotho (2590m)
Heute starteten wir eine halbe Stunde früher. Wir folgten dem Wildbach über 5 Hängebrücken bergauf.Das Auf und Ab des Weges führte uns bis über 2700m.Pünktlich ab 2500m bemerkte ich eine kleine Konzentrationsschwäche und ein minimales Schwindel-gefühl. Hätte aber auch die Anstrengung sein können. Meinem rechten Fuß ging es über den Tag hinwegnicht schlechter, als gestern. Dem brutalen Muskelkater vom Vortag stand heute ein moderates gegtenüber.Wir kamen an mehreren Mani-Mauern mit tibetischen Gebetsmühlen vorbei.

Die Vielzahl der Menschen auf dem Trekk spiegelten ein bunt gemischtes Volk mit freundlicher Lebens-auffassung wider. Man kam sich in jedem Dorf wie ein Gast aufgenommen vor.Abends stiegen wir in einem urigen Hotel im Tibetischen Stil ab. Der Gastraum war gemütlich von Kerzenerleuchtet, von der Decke hin getrocknetes Yakfleisch in Streifen herab (Schmeckt übrigens wie Rind).Zur Krönung tranken wir einen original tibetischen Yakbuttertee. Wir hatten schon viel über dessen Geschmack gehört und wollten einfach mal selbst probieren:Yakbutter und Salz geben dem Tee einen fremdartigen und irgendwie Bouillonartigen Geschmack.Jedenfalls nicht unangenehm. Auch interessant: Mustang Coffee (Aus dem Kg.reich Mustang)Während wir wegen der zu erwartenden Höheneffekte striktes Alkohol- und Rauchverbot hatten,trank unser Guide den einheimischen Branntwein aus Limogläsern...

4. Trekkingtag, 4.10.2001 Kotho (2590m) - Pisang (3200m)

Wir haben heute gut geschlafen und machten uns früh auf den Weg. Das Wetter war regnerischund die Auswirkungen der zunehmenden Höhe machten das Wandern nicht leichter. Petra bekamgegen 10 Uhr erste Kopfschmerzen. Mir ging es eigentlich recht gut. Ich hatte mir angewöhnt,mit zwei Wanderstöcken zu laufen, was die Gelenke sehr entlastet. Wir begannen im T-SHirt undsteigerten uns über Fleecejacken bis zum Regenzeug.Schon gegen 15 Uhr kamen wir in Pisang, unserem Tagesziel an. Zum Mittagessen wurde uns wieder eine Knoblauchsuppe verordnet. Schwarzer Tee wurde ab heute ebenfalls gestrichen.Pisang liegt schön neben einem Gletscherfluß. Es ist zweigeteilt: Upper Pisang thront ein paar hundert Meter über Lower Pisang. Ganz oben findet man ein Buddhistisches Kloster.Hier ist es kalt und windig. Es regnet öfter ein bißchen.

5. Trekkingtag, 5.10.2001 Pisang (3200m) - Ngawal (3660m)

Wir starteten bei nebeligem Wetter. Petra ging es etwas besser, sodaß wir den höher gelegenenWeg nahmen. Dafür wurden wir, nachdem sich der Nebel gelichtet hatte, den ganzen Tag langmit fantastischen Ausblicken auf Annapurna II (7937m), Annapurna IV (7520m) und weiteren Bergen der Annapurnakette belohnt. Auch die Tiefblicke in´s Tal waren von beeindruckender Klarheit. Wir kamen an vielen Manimauern und Chörten vorbei. Die Dörfer waren meist leer, da die Bewohner mit der Getreideernte beschäftigt waren.Die Höhe machte uns nun zunehmend zu schaffen. Jede kleine Anstrengung führte zu schnellem Atmen und Kopfschmerzen. Wir kamen immer langsamer vorwärts. Mein Ruhepuls lag bei 80/min.
Der Weg nach Ngawal wird nicht so häufig begangen, sodaß wir eine sehr urige (typische) Unter-kunft annehmen mußten: Bretterverschlag mit fehlender Fensterscheibe, Klo in 100m Entfernungüber einen Zaun in einem kl. Obstgarten... (Gut, wenn man eine Taschenlampe dabei hat!)Hier oben stürmt es ständig. Die Sonne brannte unbarmherzig, aber bei dem Wind war es dennoch nicht sonderlich gemütlich hier.

6. Trekkingtag, 6.10.2001 Ngawal (3660m) - Manang (3500m) Akklimatisationstag

In der Nacht hatten wir beide Kopfschmerzen, schliefen aber dennoch recht gut. Als um 4 UhrPetras Kopfschmerzen unerträglich wurden, kamen zwei Aspirin und Mutter´s "Notfalltropfen" zum Einsatz. Wir schliefen etwas länger und starteten um 8.15 Uhr. Das Wetter war wieder top: Sonne pur!Später auf der Ebene kam ein staubiger Wind hinzu. Die Pflanzenwelt hatte sich gestern und heute auf Gebüschniveau verringert. Kurz vor Manang sahen wir die ersten Yaks. Unterwegs stiegen wir zu einem Buddhistischen Kloster auf. Wir bekamen freundlichen Einlass und gegen eine kleine Spende die Fotoerlaubnis. Im Kloster herrschte eine mysthische Atmosphäre. Der Klang der Gebetstrommel verstärkte den unheimlichen Eindruck, den die verschiedenen Masken, Dämonen und sonstige Gestalten verbreiteten. Sehr interessant!In Manang angekommen, bezogen wir ein neues Hotel, welches Zimmer mit Licht (!), Toilette (!!) und warmer Dusche (!!!) bot. Auch das Essen war sehr schmackhaft. Eine echte Wohltat!

















Frisch gestärkt machte ich mit Prasanta noch einen Ausflug zum nahegelegenen Gletschersee und, voller Übermut gleich noch auf den danebenliegenden Berggipfel (3800m, auf dem Foto schwarz im Vordergrund zu sehen).Da es hier sehr schnell dunkel wird, mussten wir uns mit dem Abstieg ganz schön beeilen.(Natürlich hatten wir keine Taschenlampen dabei...)

7. Trekkingtag, 7.10.2001 Manang (3500m) - Yak Karka (4000m) Luftdruck: 637hPa

Wir starteten nach gutem Schlaf und ebenso gutem Frühstück recht spät in Richtung Yak Karka(Übers.: Yak-Sammelplatz). 500 Höhenmeter sollten für heute genügen. Eine einfache Unterkunft am Weg bot uns ein Zimmer mit Toilette für die Nacht.Sobald die Sonne verdeckt ist, wird es hier ziemlich kalt. Petra´s Kopfschmerzen verschwandenimmer noch nicht. Auch das Medikament Diamox, welches die Akklimatisation beschleunigen soll,half nicht viel. Ich hatte vereinzelt schwache Kopfschmerzen, aber bisher nichts schlimmes...Mir war den ganzen Tag (seit ca. 3000m) leicht schwummrig. Die Luft ist hier so dünn, daß einemselbst leichte Anstrengungen sofort außer Atem bringen.Der River Marsyangdi, den wir noch vor ein paar Tagen als reißenden Fluß kannten, hat sich zueinem kleinen Bergbach mit 1,5m Breite verwandelt.Den ganzen Tag lang begleitete uns das faszinierende im Sonnenlicht gleißende Panorama derAnnapurnagipfel. In Yak Karka angekommen, konnten wir nun auch die ungefähre Lage des Thorung-La Passes erahnen...

8. Trekkingtag, 8.10.2001 Yak Karka (4000m) - Thorung Phedi (4500m)

Die Schritte werden kürzer, die Atemzüge länger... Die Atemfrequenz und die Kopfschmerzenerhöhen sich in gleichem Maß. Eine Treppe mit vier Stufen zu erklimmen, bringt einen ziemlichaußer Atem.Wir bekämpfen die Anzeichen der Höhenkrankheit mit Diamox und Dolormin. Einen Akklimatisationsspaziergang müssen wir nach 150 Höhenmetern wegen Schmerzen abbrechen. Wer hätte gedacht, daß die paar Meter so viel ausmachen?Daher gibt es am Abend wieder mal die ungeliebte "Garlic Soup"...Wir sahen heute auch Yaks und sogenannte "Blue Sheep", die in Wirklichkeit eher braun aus-sahen. Wohl eine Art Steinbock?

9. Trekkingtag, 9.10.2001 Auf dem Dach der Welt?
Thorung Pehdi (4500m) - Thorung-La-Pass (5416m) - Muktinath (3700m)

Die Nacht endete für uns gegen 3.15Uhr. Wir frühstückten und nahmen die HerausforderungThorung-La in Angriff. Mit Taschenlampen, heißem Wasser/Tee und 3-4 Schichten Kleidungstiegen wir in den Geröllhang ein.Die Serpentinen schienen endlos. Wir fühlten uns aber den Umständen entsprechend gut.Alle zwei Schritte ein Atemzug in der unter 0° kalten Luft. Alle 5 Minuten eine Pause.Das Trinkwasser war nach 2-3 Stunden wieder dem Gefrierpunkt nahe. Ein kalter Wind schnitt in alle unbedeckten Hautpartien ein. Unsere Sturmmasken (Vom Motorradfahren)waren eine gute Hilfe gegen die Kälte im Gesicht.Als es dämmerte, hatten wir ca. 300 Höhenmeter geschafft. Es lagen also noch 700 Hm vor uns.Man sollte meinen, mit dem Sonnenaufgang würde es wärmer werden?Dagegen sank die Temperatur ständig wegen der zunehmenden Höhe weiter ab. Auf den Ruck-säcken bildete sich Reif. Alles war so weit OK, bis Petra plötzlich unter Übelkeit litt. Zusammenmit den Kopfschmerzen der vergangenen Tage ein weiteres Symptom von AMS (Höhenkrankheit).Nun gab es für uns drei Möglichkeiten:

1.Absteigen und einen Tag abwarten.
2.Medikament Dexamethason einsetzen, welches ca. zwei DIN A 4-Seiten mit Nebenwirkungen hat und auf Steroidbasis funktioniert.
3.Ein "zufällig" bereitstehendes Pferd mit Führer mieten und Petra zum Pass hochbringen lassen,von wo aus sie alleine weitergehen könnte.Da wir nur noch ca. 200 Höhenmeter (~30 Min) vor dem Scheitelpunkt des Passes entfernt waren,entschieden wir uns für die dritte Möglichkeit.Für US$ 30.-- brachte ein Führer Petra mit Pferdekraft halbwegs sicher nach oben. Dort bekam sie von den Umstehenden schon mal einen kleinen Applaus...(Oder bekam das Pferd den Applaus? Es wehrte sich anfangs heftig...)Während Petra sich in einer kleinen Schutzhütte langsam erholen konnte, legten Prasanta und ich einen Spurt ein, der sich gewaschen hatte... So waren wir ca. 25 Min. nach Petra oben angekommen. Dort gab es strahlenden Sonnenschein, aber auch heftige Sturmböen.Wir schossen die obligatorischen Gipfelfotos und verließen den ungastlichen Ort bald wieder. Petra ging es schlagartig besser, sodaß wir unbesorgt weitergehen konnten.



















Man konnte bis nach Tibet (Wüstenlandschaft) und Mustang (Verbotenes Königreich) sehen.
Rechts und links des Passes erhoben sich weitere Gipfel, die ca. 6500m hoch waren.
Nun ging es die brutalen 1700 Höhenmeter bis nach Muktinath hinunter.Der Abhang war ca. 50° steil und zog sich über 10 Kilometer hin. Unsere Knie wurden aufeine harte Probe gestellt:






Der Abstieg...













Gegen Nachmittag (nach 9 Std.) kam die Belohnung: Ein Hotel mit gutem Essen und richtiger Dusche, heiß!! Wir aßen Mexikanisch-Indisch, was in Anbetracht der Lage sogar recht authentisch (Scharf) schmeckte. Zur Feier des Tages bekamen wir die "Bier-Erlaubnis", welche wir gnadenlos ausnutzten. "Nie mehr Garlic-Soup!"
Später besuchten wir den Klosterbezirk von Muktinath, einem Heiligtum für Buddhisten und Hindus gleichermaßen. Viele Pilger kommen von dieser Seite des Passes zu Fuß, oftmals Barfuß, hierher, um im nächsten Leben einen besseren Platz zu bekommen.
Es gibt viele Gerätschaften und eine immerwährende Gasflamme in dem Tempel zu sehen. Nun war der schwierigste Teil der Trekkingreise geschafft und es ging wieder langsam in Richtung Zivilisation. Irgendwie schade, aber es gab auch hier noch viel Interessantes zu sehen:
Die Landschaft änderte sich in Richtung Wüste:

10. Trekkingtag, 10.10.2001 Muktinath (3700m) - Jomsom (2860m)
Heute ging es um 7 Uhr los in Richtung Jomsom. Wir erreichten nach dem Mittagessen das Tal des Kali-Gandakiflusses. Ein ca. 800 Meter breites Flussbett, welches fast an eine Wüste erinnerte: Sandstürme tobten ab 10 Uhr bis zum Abend. Wir hatten ständig Gegenwind in Orkanstärke. Dieses Spiel wiederholt sich hier jeden Tag, sodaß der FLugplatz in Jomsom nur morgens nutzbar ist.




















Jomsom ist Distrikthauptstadt und für Touristen recht gut in ein paar Trekkingtagen von Pokhara aus erreichbar. Manche fliegen auch mit der Propellermaschine hierher, dies ist aber nicht Sinn der Sache... Der Weg von Muktinath aus ist sehr anstrengend. Kopfgroße Steine säumen die ganze Strecke, sodaß uns abends die Knochen ziemlich weh taten.
In Jomsom sehen die Häuser irgendwie wohlhabender aus, als auf der anderen Seite des Thorung-La. Strom, Wasser, Bier, Essen: alles ist hier billiger und besser.
Nur der Orkan, der den halben Tag durch die Gassen fegt, ist von Nachteil. Vielleicht schicke ich ein paar Emails nach Deutschland? 1 KB=80 Rupien = ca. 2,75 DM
Ein weiteres Mal kann ich nur die Freundlichkeit der Menschen hier hervorheben: Viele grüßen einem einfach so auf der Straße. Auch kleine Geschäfte und Feilschereien finden in einer netten, unverkrampften Atmosphäre statt.

11. Trekkingtag, 11.10.2001 Jomsom (2860m) - Kalopani (2600m)
Weiter ging´s im Kali-Gandakital bergab durch teilweise Pinienwälder, teilweise Steinwüsten mit Sandstürmen. Insgesamt milderes Klima als gestern, aber dafür eine größere Distanz zu laufen. Muskelkater und Blasen an den Füßen erschwerten das Vorwärtskommen etwas. Nach 8 Stunden kamen wir in Kalopani an. Wir hatten den ganzen Tag Sonne und Wind. Der Fluß teilte sich in unzählige Arme auf, sodaß man manchmal im Watt der Nordsee zu sein glaubte.
Unterwegs trafen wir einen Engländer, den wir schon in Yak Karka und am Pass getroffen hatten. Er war schon ein paar Monate in Asien unterwegs gewesen und nun auf dem Weg nach Indonesien und Thailand. Später wollte er nach Australien zum jobben fliegen. Oft trafen wir hier in Nepal auf solche Typen - scheinbar ein Treffpunkt für Aussteiger?
Auch Barfußgehende Mönche (Saddhus) in oranger Kleidung kamen uns entgegen. Sie strebten im Kloster Muktinath einer höheren Wiedergeburt im nächsten Leben entgegen. Prasanta erklärte uns alle Zusammenhänge. Im FLußbett finden sich Versteinerungen, die gesammelt und in ganz Nepal verkauft werden. ich fand einen großen Ammoniten, der jedoch schlecht erhalten und zu schwer zu tragen war.

12. Trekkingtag 12.10.2001 Kalopani (2600m) - Tatopani (1400m)
Heute hatten wir eine lange und teilweise steile Etappe von ca. 7,5 Stunden zu bewältigen. Wir sahen mit dem Kali-Gandakital das tiefste Durchbruchtal der Erde mit ca. 6000 Metern Höhenunterschied. Der Tag verging recht schnell und wir bekamen gegen 16 Uhr unsere heutige Belohnung: Die heißen Quellen von Tatopani. Ca. 50°C heißes Wasser ermöglichte die totale Entspannung nach einem anstrengenden Tag. Ein weiterer Höhepunkt war das schöne Hotel mit guter Speisekarte: Ich wurde zu "Hähnchen, gegrillt mit Reis und Gemüse garniert" verführt. Echt klasse!

13. Trekkingtag 13.10.2001 Tatopani (1400m) - Gorerpani (2850m)
Schon wieder eine lange, extrem steile Etappe: 9 Stunden und 1450 Höhenmeter, das Auf und Ab gar nicht mitgerechnet. Der Weg führte uns durch zahlreiche Täler und Dörfer. Wir aßen 2x zu Mittag und wurden schließlich doch noch satt...
Der Weg glich einer 1450 Meter hohen Treppe. Diese führte durch verschiedene Vegetationszonen von trocken (Eidechsen!) bis Dschungel (Spinnen, Affen). Zum Schluß betraten wir den größten Rhododendronwald der Welt. Ein richtiger Urwald mit Lianen und Orchideen hier oben!

Schließlich erreichten wir unsere Unterkunft, ein Hotel in blaues Blech gepackt. Besonders hervorzuheben war die heiße Dusche, die in kompletter Dunkelheit stattfand. Wieder mal gut, daß ich eine Taschenlampe hatte! Morgen geht´s in aller Frühe die 400 Höhenmeter auf den Poon Hill (3200m). Die ist der Aussichtsberg mit Blick auf 14 Gipfel des Himalaya.

14. Trekkingtag 14.10.2001 Gorepani (2850m) - Poon Hill (3200m) - Gandruk (2100m)

Der Tag begann um 4 Uhr in der Früh: Wir bestiegen den Poon Hill. Mit Handschuhen, Gesichtsmaske und Taschenlampen machten wir uns bei Dunkelheit auf den Weg. Poon Hill ist der Aussichtsberg der Gegend. Oben angekommen (+400 Höhenmeter) warteten wir in Eiseskälte auf den Sonnenaufgang über dem Himalaya. DIeser ließ eine Stunde auf sich warten. inzwischen hatten sich weitere 50-80 Personen eingefunden, die ebenfalls auf das Ereignis warteten. Ich kam mir fast wie bei der Sonnenfinsternis 1999 in Karlsruhe vor.Eigentlich war das Ereignis nichts besonderes, aber da wir schon mal da waren, schlossen wir uns der Blitzlichtgemeinde an.


Nach erfolgtem Abstieg zum Hotel (-400 Höhenmeter) frühstückten wir ausgiebig um für den bevorstehenden Tag gewappnet zu sein. Um 8 Uhr liefen wir los, um um 15 Uhr im Trekker´s Inn in Gandruk anzukommen. Vorher mußten wir im Rhododendronwald unzählige Anhöhen erklimmen, um dann wieder in´s nächstbeste Tal abzusteigen. Teilweise waren Leitern an den steilsten Stellen ausgelegt. Abends gab es ein nettes Hotel mit schönen, großen Zimmern, wo wir es uns gutgehen ließen.

15. Trekkingtag, 15.10.2001 Gandruk (2100m)-Birethani
Der letzte Trekkingtag führte uns nochmals steil hinab bis nach Birethani. Dort tauchte nach dem Mittagessen unvermittelt die Straße nach Pokhara auf. Am Ende des langen Weges hatte uns die Zivilisation unvermittelt wieder. Taxifahrer buhlten um die Gunst der Reisenden. Von hier aus ging es in 30 Min. nach Pokhara.
Dieses liegt recht idyllisch an einem großen See und macht auf mich den Eindruck einer Westernstadt: Breite Hauptstraße mit wenig Verkehr; Shop an Shop - dichtgedrängt. Dazu unzählige Saloons (Nein, ich meinte Restaurants), deren Verlockungen wir nicht widerstehen konnten. Petra´s Riesenpizza hielten wir fotografisch fest. Meine Miniportion Hähnchen ebenfalls... Später versandten wir noch ein paar Emails nach Hause...

16.10.2001 Pokhara - Kathmandu
Es folgte wieder eine haarsträubende Busfahrt á la "Seidenstraße" nach Kathmandu. 150 Kilometer in 6 Stunden! Unzählige Erdrutsche, Tanklaster und sonstige Hindernisse mussten passiert werden. Der letzte Teil kurz vor Kathmandu war der schlimmste: Serpentinen im Schrittempo. Später ging es im Taxi weiter bis zum Hotel, wo wir diesmal Luxuszimmer mit richtigem Bad, europäischer Toilette (!!) und TV bekamen.
Frisch geduscht gingen wir am Abend gleich zwei mal Abendessen in die uns bekannten Lokale. In´s Erste wegen Preis, Service und Aussicht, in´s Zweite wegen Geschmack und Sättigung.

17.10.2001 Sightseeing Kathmandu (+Bhaktapur, Pashupatinath+Bodnath)
Wir beanspruchten Prasanta für einen Sightseeingtag, der uns alle notwendigen Sehenswürdigkeiten Kathmandus und Umgebung näherbringen sollte.
Die gemütliche Altstadt von Bhaktapur (Eintritt 2x20 US$!!!) ist sehr sehenswert. Im Vergleich zum Durbar Square Kathmandus war es dort uriger, ruhiger und weniger Aufdringlich. Viele alte Tempel wollten besichtigt werden...
Pashupatinath (In Kathmandu) beeindruckte mich besonders: Wir wohnten einer Leichenverbrennung mit allen Prozeduren bei. Ich fand das sehr interessant. Als der Rauch dann zu uns herüberwehte, gingen wir lieber weiter... Die Zeremonie hatte aber nichts abstoßendes an sich.
Die "Führung" ging weiter zur Stupah von Bodnath. "Die Augen Buddhas sehen alles!" drückt dieses Bauwerk unmissverständlich aus (Siehe Titelbild dieser Webseite). Durch ein Gewirr von engen Gassen gelangten wir schießlich in´s Hotel Greeting Palace zurück. Abends schlenderten wir noch durch Thamel (Stadtteil), wo es ein paar gute Pizzerien gab.

18.10.2001 Kathmandu
Heute besuchten wir die New Road mit Nepals grösstem EInkaufszentrum. Dort kann man Nepals erste Rolltreppe (Bj. 1969) benutzen. Wir hangelten uns von Café zu Café und landeten schließlich im Internet...
Eine Stunde surfen für Rs40 (~1,10 DM)ist aber auch verlockend, wenn man vom Rest der Welt ziemlich abgeschnitten ist! Später besuchten wir Pilgrim´s Bookshop, wo man neue und gebrauchte Bücher in allen Sprachen erstehen kann. Diese kann man im angeschlossenen Biergarten gleich lesen.
Abends wurden wir vom Direktor des Trekkingbüros zu einem Abschlußessen eingeladen. Es gab... natürlich Dhaal Bhat (mit Chicken). Mingmar, unser Träger hatte dieses Essen gezaubert, eine weitere Qualität, die wir noch nicht von ihm kannten. Wir unterhielten uns gut und besuchten später noch einmal unser Stammlokal (auf ein Bier).
Vorher holten wir unsere entwickelten Urlaubsbilder ab ( ~100 Stück für 40.--DM). Super Qualität, Digitalmaschinen machen´s möglich!

19.10.2001 Letzter Tag in Kathmandu
Heute packten wir die Koffer. Ob das Gepäck noch als Normalgewicht durchgeht? Wir bummelten ein letztes Mal durch unseren Stadtteil, Thamel. Inzwischen kennen wir uns einigermaßen aus. Ich glaube nicht, daß es für dieses Viertel einen Stadtplan gibt. Das Gesicht der Gassen und Straßen änderet sich ständig. Wir haben gelernt, uns an Himmelsrichtungen und ein paar Besonderen Fixpunkten zu orientieren.
Immer wieder lustig waren die Schlangenbeschwörer, die, wenn ein Tourist vorbeikommt, den Korb öffneten und der Schlange (meist Kobras) einen kurzen Schlag versetzten, damit sie auch auf jeden Fall ihren Kopf ´rausstreckten und böse fauchten...
Auch Großsittiche wurden hier verkauft, die von der Lautstärke her ein ganzes Viertel beschallen könnten. Petra hatte sich immer noch nicht an den Anblick frisch (?) geschlachteter Schweine und Ziegen gewöhnt, die am Straßenrand angeboten wurden.
Ich habe inzwischen schon mehrmals Hähnchen gegessen. Zu mehr Fleischkonsum konnte jedoch auch ich mich nicht durchringen...

Später trafen wir uns ein letztes Mal mit Prasanta, der uns zum Flughafen brachte. Dann ging ein unvergesslicher Urlaub seinem Ende zu...

FAZIT:
Nepal wird uns sicher in angenehmer Erinnerung bleiben. Das friedliche Miteinander der verschiedenen Kulturen war faszinierend. Ebenso die Vielfalt der Bräuche und Religionen. Auch für Fotografen eröffnet sichhier ein reiches Betätigungsfeld. Schließlich trugen auch die sehr günstigen Preise zu einem positiven Urlaubsempfinden bei.

Demgegenüber standen natürlich auch gewisse Nachteile: Mangelnde Hygiene, Stehklos, unsauberes Eßbesteck, SMOG, Wasser musste behandelt werden (Auch Mineralwasser!), Verkehrschaos (150 KM im Reisebus = 6Std.). Man muß sich eben vergegenwärtigen, daß man nicht in Europa, sondern in einem der ärmsten Länder der Welt unterwegs ist. Etwas Nachsicht ist da schon vonnöten. Nichtsdestotrotz machen einem die Nepalis mit ihrer ungezwungenen, freundlichen Art das Reisen so angenehm, wie möglich.

NAMASTE! ©19.10.2001 Jürgen & Petra Baumann, Großostheim
Nachdruck, Kopie und Veröffentlichungen (Auch von Ausschnitten) nur mit Genehmigung der Autoren!










Donnerstag, Oktober 20, 2005

Marokko für Selbermacher






Marokko für Selbermacher
Reisebericht einer Offroadtour nach Nordafrika Marokko 4/2004-04-10
Petra & Jürgen Baumann

Reisetagebuch:

8.4.04 Frankreich 9.4.04 Frankreich – Schlucht des Tarn (Cevennen)

Endlich mal Zeit für die Cevennen – sind schon öfters daran vorbeigefahren... diesmal geht´s mittendurch. Und das lohnt sich!Man nehme die fränkische Schweiz, multipliziere mit dem Elbsandsteingebirge. Dann noch mal zwei nehmen und schließlich hat man ungefähr die Cevennen.Canyons, Wildbäche, Kanufahren, Klettern – alles, was man in freier Natur unternehmen kann – hier ist es möglich.Eine Strassensperre konnten wir durch Autoroute Express 2004 geschickt umfahren. Gut, dass auch in Südfrankreich jeder Feldweg drauf ist... haarsträubend eng zwar, aber durchaus fahrbar. Am Fluss Tarn gilt sowieso: 2m breite und 3m Höhe sind nicht unbedingt von Vorteil... Die Felsen kamen teilweise fast durch das Beifahrerfenster herein. Zum Glück ist im April noch keine Saison, sodass wir nur wenig Gegenverkehr hatten. Mittagessen am Flussufer inmitten uriger Landschaft und toller Canyon-Landschaftt.Abends: Klettern an den Steilwänden (6+) und danach Hummergrillen vor dem Auto.(Freies Camping am Flussufer) und Fernsehabend.

10.4.04 Canyon des Tarn (Cevennen)- Fähre Seté

Nach ruhiger Nacht am Sandufer des Tarn fuhren wir ein paar Km zum Frühstücken im Cafe Fischer. Danach sah ich vom Auto aus die Geier der Cevennen kreisen. Es gibt wirklich jede Menge davon. Man sieht immer ca. 5-10 Geier gleichzeitig am Himmel. Um 11 Uhr machten wir uns daran, einen Geocache zu lösen. („La Vase du chefre“) in einem Seitental des Tarn. Wir begannen den Aufstieg in der Hoffnung, auf der Passhöhe auf einen vernünftigen Wanderweg zu treffen. Stattdessen erwarteten und Strickleitern und Kletterseile als Aufstieghilfen. Die Felsen waren glitschig und wurden zusehends senkrechter, sodass wir den Versuch, den Cache zu lösen auch wegen Zeitmangels aufgeben mussten.(Der Zielfelsen war schon in Sichtweite, aber unser Fähre nach Marokko würde wohl nicht auf uns warten...?!) Also den Berg wieder hinuntergekraxelt und die restlichen 50 Kilometer nach Sete in wirklich toller Landschaft zurückgelegt. Sete ist eine Hafenstadt wie andere auch – für uns kein besonderer Anziehungspunkt. Wir fanden das richtige Hafenbecken nach ca. 10 Minuten (Wie konnte man nur das große Schiff übersehen?) COMARIT stand da in 10m großen Lettern angeschrieben... Zufall, dass wir 3 Stunden vor Abfahrt schon hier waren – jedenfalls stand es klein auf der Ticketrückseite, dass dies der späteste Zeitpunkt des Erscheinens sein soll... Petra sagte, „das war Glück“. Ich meinet: „Das sind Erfahrungswerte – passt schon!“ OK, noch ein bisschen mit dem Ticket und Pässen von Pontius zu Pilatus und schon waren wir an Bord.

11.4.2004 Tag auf See

Ich glaube, wir waren die einzigen Deutschen an Bord. Die Verpflegung stimmte uns schon gut auf marokkanische Verhältnisse ein: Hammel, Suppenfleisch und wohlschmeckend gewürzte Suppen. Alle Passagiere bekamen von der Reederei eine „Beförderung“ in die nächsthöhere Kabinenklasse gratis. So hatten wir also eine große Kabine mit Dusche...

12.4.2004 Frühstück und Ankunft in Afrika.

STOP!
Unser Auto war so eingeparkt, dass ich durch das Seitenfenster einsteigen musste...Dann ging es irgendwann an Land: Afrika unter den Rädern! Aber vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiss – oder den Zoll gesetzt.Also mit Pässen, Carte Grise (Die bei uns grün ist) – nicht zu verwechseln mit „Krise“! – den Pässen, dem GPS-Erlaubnisschein, dem Führerschein, dem Einfuhrdokument für Kfz und der grünen Versicherunskarte zu den jeweiligen Schaltern.Der eine Beamte schickte mich zum Nächsten. Dieser meinte: „da drüben, zur Police“.Die Polizei schüttelte den Kopf und ich begab mich wieder zum ersten Schalter. So ging das ein paar Mal, bis ich alle Beamten mit Vornamen kannte und einer sich erbarmte, die Daten in den PC zu tippen. Dann (nach 1,5 Std. ) ging es plötzlich ganz schnell: „Aha, aha – Madame is the driver?“ OK – nun noch den Wageninhalt des vor uns in der Schlange stehenden Ford Transit zur Seite geräumt und ... raus aus dem Hafen!Einmal quer durch Tanger (gut ausgeschildert) und ich wunderte mich, wie zivilisiert die Leute hier Auto fahren.
Ich hatte schon schlimmeres erwartet... oder macht das die einschüchternde Größe des Iveco? Wir hatten jedenfalls öfters Vorfahrt, als es uns zustand. Kein Problem also. Weiterfahrt durch eine überraschend aprilfrische Landschaft: überall grünte und blühte es – irgendwie sah es aus, wie im bayerischen Wald. Aber nicht ganz. Dort laufen die Männer nämlich nicht mit Schlafanzügen und Kapuze hinter ihren Eseln her. Es gibt dort auch nicht so viele Kinder und die Anzahl der Mercedes-Fahrzeuge dürfte auch viel geringer sein.Ich glaube, 50% aller jemals gebauten Mercedes 240D oder 300D fahren in Marokko. Zumindest bis Baujahr 1980. Es war schwierig, ein Fleckchen für eine Pause zu finden, ohne dass es einen Menschenauflauf gab. Daher entschieden wir uns für die Flucht nach Vorn: In Fes gibt es einen Campingplatz. (Der Erste Campingplatz für unseren Iveco seit dessen Fertigstellung!) Fes ist die älteste der marokkanischen Königsstädte und die mit dem meisten Trubel. Der GPS-Punkt, den wir ansteuerten, lag ca. 10 Km falsch.
Also liessen wir uns von einem Mofarocker bis zum Campingplatz lotsen. Kreuz und Quer durch Fes – Menschen rannten ohne Schulterblick auf die Strasse, LKW von links, Kreuzung, Polizei, Autos von rechts – Mofarocker legte eine Bremsspur hin – alles ging noch mal gut... Konzentrationsfähig ziemlich am Ende erreichten wir den Übernachtungsplatz und waren froh, mal eine ruhige Oase gefunden zu haben.

13.4.2004 Königsstadt Fes

Nach sternenklarer Nacht und mildem Froschkonzert frühstückten wir gemütlich bei strahlendem Sonnenschein. Die Temperaturen waren etwas niedrig, aber es war ja erst 9 Uhr morgens.Dann liessen wir uns einen sachkundigen Führer empfehlen – natürlich „Mohamed“ genannt – und stürzten uns in die Medina von Fes.Im Vergleich zu anderen Souks und Altstädten Nordafrikas ist die von Fes schon relativ eng und schmutzig. Nur Esel und Menschen schaffen es durch die teils dunklen Gassen.Darin enthalten sind viele Moscheen, Teppich- Brokatknüpfereien, Lederverarbeitung, Kesselflicker, Kupferstecher und so weiter...
Interessant der Blick auf´s Gerberviertel. Natürlich aus geruchstechnisch vertretbarer Distanz. Taubenmist ist nur eine der vielen Zutaten, die dort verwendet werden... Der Ausblick wurde mit dem Kauf zweier Gürtel bezahlt. Natürlich maximal 50% des geforderten Preises. Der Händler war dennoch zufrieden – was mich ein wenig misstrauisch stimmte.Dafür wurden wir aber beim Dschellabah-Kauf (Landesübliche Kapuzentracht – auch „Marokkanischer Schlafsack“ genannt) vom Verkäufer schließlich entnervt rausgeschmissen. DAS war wohl ein gutes Geschäft! Unser „Mohamed“ fragte, ob ich das Feilschen bei den Berbern gelernt hätte?
- Hatte ich nicht, aber Tunesien- und Türkeierfahrungen wurden gnadenlos eingesetzt. Im Teppichgeschäft erklärte ich, dass wir schon die ganze Wohnung voller Teppiche hätten und konnte auch noch mit deren Preisen aufwarten. Nach einem Tee wurden wir freundlich entlassen... ;-) Couscous als Mittagessen schmeckte uns besser, als damals in Tunesien –war aber auch deutlich teurer. OK, das Kulturprogramm war etwas hart – dafür soll ab morgen wieder „back to nature“ folgen: Auf in´s Atlasgebirge. Den Nachmittag verbrachte ich unter dem Auto – auf der Spur eines merkwürdigen Vorderreifenklackerns – wieder mal ohne Erfolg. Nach und nach kramten alle Campingplatzbewohner ihre Schraubenschlüssel hervor – plötzlich hatten alle etwas zu reparieren...

14.4.2004 Fes-Rheris-Schlucht

Heute ging es quer durch das Atlasgebirge. Interessant, sandige Berge und im Hintergrund schneebedeckte 3000er zugleich zu sehen.Ausgedehnte ......------wälder erstreckten sich südlich von Fes. Darin zogen Nomaden in ihren schwarzen Stoffzelten von Weideplatz zu Weideplatz umher.Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir auf guten Strassen zügig voran und bogen südlich von Midelt bei Rich in eine Wildwest-Schlucht ab. Überhaupt erinnerte die Landschaft schon den ganzen Tag über an US-Western. Verschiedene Gesteinsarten von rotem Sandstein bis schwarzem Lava ergaben
immer neue, interessante Gebirgszüge.
Eine Tolle Schlucht ist die Rheris-Schlucht: Kaum befahren und touristisch fast unberührt. Reifendruck abgesenkt und los geht´s.Zu Anfang noch durch Ortschaften voller winkender Menschen – später einfach durch´s Flusstal. Zum Glück war der Fluss fast ausgetrocknet und Regen war auch nicht in Sicht.Am Ende des Tals fanden unsere mitgebrachten Kleidungsstücke reissende Abnahme bei den armen Leuten hier. Auch zum Abendessen hatten wir Gäste: Zwei Mädchen aus dem Ort um die Ecke. (Wie hatten die uns so schnell aufgespürt?) Unsere Rollmöpse verschmähten sie zwar, aber die marokkanischen Kartoffeln kamen ganz gut bei Ihnen an. Ich stellte fest, dass beide kein arabisch sprachen – nur Berberdialekt.
Auch ihr Lebensalter kannten sie nicht. Da realisierte ich erst, wo ich hier gelandet war... dennoch klappte die Konversation mit Hand und Fuss ganz gut. Kaum waren die beiden gesättigt und mit kleinen Geschenken verabschiedet, als auch schon die nächsten Besucher vor der Tür standen: Ein Viehhirte und kurz darauf ein Kumpel aus dem Dorf. (Unsere Ankunft musste sich schnell herumgesprochen haben) Ich hatte es inzwischen aufgegeben, den Iveco verstecken zu wollen – man wird ja doch überall aufgespürt. . ;-)OK, also einen kleinen Plausch mit dem Viehhirten – nebenbei bemerkt, dass er wirklich bettelarm war. Nach ein paar Minuten fragte er nach Wasser. Gut – ich zeigte ihm grinsend eine Wasserflasche. Darauf er: „Noooo, nonono!“ Ich hielt aber schon einen Trumpf in der andere Hand: 3 kleine Bierflaschen aus unserer Kühlbox. Das war wohl schon eher die Art von Wasser, die er (und sein Kumpel) sich vorgestellt hatten. Dazu noch eine Hand voll Zigaretten und schon sassen wir entspannt am Campingtisch.
Nur gingen unsere Biervorräte langsam aber sicher zur Neige – ich nahm mir jedes Mal vor, kein Bier mehr rauszugeben... aber was will man machen...?!Wir wollten ja wieder mal eine Reise mit Kontakt zu Land UND LEUTEN machen. Bitte schön!

15.4.2004 Rheris-Schlucht-Dades

Wir hatten noch den Schlafplatz gewechselt, weil sich unser Aufenthalt schon ziemlich herumgesprochen hatte. Also verließen wir die Piste in ein Qued (Ausgetrocknetes Flusstal) und verschwanden hinter einer Biegung. Der Fluss war komplett trocken und es sah nicht nach Regen aus – also kein Problem.Am Morgen wurden wir von 3 Eseltreiberinnen geweckt, die laut knirschend an uns vorüberzogen.Nach dem Frühstück fuhren wir ca. 100 Kilometer auf guter Strasse nach Goulima/ Tinehir / Boulmane um in die Gorges du Dades zu gelangen (Dades-Schlucht)Die Dades-Schlucht ist recht malerisch mit roten Grand-Canyon-Felsen und grünen Oasenflächen im Tal. Kasbahs und Lehmdörfer runden die Kulisse stilvoll ab.
Am Ende der Schlucht fanden wir ein nettes Hotel mit angeschlossenem Campinggelände. Wir und ein Auto aus Spanien waren die einzigen Camper an diesem Tag.Während wir 1,5 Std. auf unsere Tajine (Marokkanisches Nationalgericht) warteten, lernten wir den Brasilianer Carlos aus Rio kennen, der in Berlin bei der bras. Botschaft arbeitet. Dazu noch Didier, einen weissen Marokkaner, den wir für einen Franzosen gehalten hatten. Auch er erklärte uns, dass der Unterschied zwischen Berber und Marokkanisch ungefähr so gross sei, wie zwischen Deutsch und Chinesisch.


16.4.2004 Tag des Grauens.

Erster ungewaschener Blick aus dem Fenster... der Spanier winkte freundlich und meinte: „Buenos dias, amigo – mire te pneumatico – it is totally flat!“Ich schaute aus dem Fenster und bemerkte, dass das rechte Hinterrad platt war. Danke schön – das erklärte die Schlagseite beim Schlafen...Also Werkzeug raus und ran. Ich dachte, vielleicht sei das Ventil beim Luft ablassen verkantet worden. Also aufgepumpt (bei 2000m Höhe kein Vergnügen) – aber das Ventil war dicht. Luft strömte zwischen Ventil und Dichtgummi heraus.Also die tollen Sprengingfelgen: Einfach den Reifen abziehen, ohne Abmontieren der Felge.(Dachte ich jedenfalls).
Leider war der Reifengummi irgendwie mit dem Hinteren Felgenrand verklebt und ließ sich nicht lösen.Also den Reifen runter. Erstmal gründlich das Bordwerkzeug mit 1Meter-Verlängerung verbogen und die 27iger Mutter verballert. Dann unter Mithilfe von weiteren 3 (!) Leuten endlich die 6 Radmuttern lösen können. Zum Glück fanden wir ein Stück Baustahl in einer Ecke. Damit und unter heftigen spanisch-marokkanisch-deutschen Tritten liessen sich die Muttern schließlich öffnen. Ersatzreifen draufmontiert und mit der Hoffnung auf die nächste Werkstatt losgefahren.Leider haben die Leute hier Freitags ihren Sonntag und somit ist ziemlich alles geschlossen.Na ja – dachte ich – wird schon nicht so schlimm werden.
Aber was dann an Pisten auf uns zukam, hätte ich mir nicht so krass vorgestellt. Um es kurz zu machen: Die Reifen hielten durch bis zum Abend.Ich hätte mir die Dades-Todraschlucht etwas milder vorgestellt – wir fuhren ca. 150 Kilometer ziemlich üble Pisten. Ich würde schätzen, 80% im ersten und zweiten Gang ( über 90 Grad Wassertemperatur – selbst beim bergab Fahren.). Dann noch Schlamm, Schräglagen zum Abwinken, Furten, Geröllhalden, Kopfgroße Steinbrocken, 3000m hohe Pässe (Durch Schnee!) und auch noch die ein oder andere „Ehrenrunde“ – mangels vernünftiger Karten und eines Totalausfalls des GPS-Empfängers. (Komplett-Reset: ALLES auf Null. Danke, Garmin!) Somit waren die ganzen gesammelten Wegpunkte gelöscht. Unsere Landkarte Druckdatum 1972 trug wohl auch wieder mal ein Übriges zur Perfektionierung der Orientierungslosigkeit bei.
Das Problem sind die vielen Seitentäler und die Mäander, die z. B. ein Fahren nach Kompass unmöglich machen. Aber eigentlich kein Problem: Man hält einfach IRGENDWO auf 3000m Höhe in absoluter Einsamkeit an, steigt kurz aus und macht ein Foto – und nach 5 Minuten taucht ein hilfsbereiter Ziegenhirte auf und nach kurzem Austausch von Informationen und Zigaretten geht es auch schon weiter. So viele Kugelschreiber, Kleidungsstücke, Zigaretten und Kaubonbons wie heute hatten wir bisher noch nicht ausgeteilt. Wenn das so weitergeht, kommen wir nackt und hungrig zuhause an... Hatte ich schon erwähnt, dass wir sogar einmal durch einen großen Haufen frischen Zements fahren mussten, den Leute vor ihrem Haus ausgebreitet hatten? Später mussten wir warten, bis ein Feld bewässert war und versorgten derweil das halbe Dorf mit Lebensmitteln...(Dauerte 10 Minuten)Im Bereich Tamattouchte waren die Kinder darauf spezialisiert, große Steinblöcke vor uns von der Strasse zu rollen – natürlich in Erwartung einer kleinen Spende. Hinter uns wurden die Steine gleich wieder zurückgerollt...

Trotz all dieser Widrigkeiten erreichten wir einen sehr schönen Campingplatz hinter Tamattouchte und konnten endlich unsere Thüringer Rostbratwürste mit Zwiebeln und Brot grillen. Danach gab es einen „Whiskey marocaine“ = Schwarzer Tee mit viel Zucker – stilecht im Berberzelt. Eine echte Wohltat nach diesem „Tag des Grauens“...Am nächsten Tag soll es auf echtem Asphalt weiter durch die Todraschlucht gehen.(Ich hatte für Dades&Todra ein paar Stunden gerechnet – anscheinend werden es aber doch 3 Tage...auch wegen des längeren Wegs über Agoudal.) In der nächsten größeren Stadt will ich den Reifen flicken lassen und dann weiter gen Süden fahren – die „richtigen“ Pisten kommen noch...

17.4.2004 Todra-Schlucht – Merzouga

Nach dem Frühstück fuhren wir durch die schöne Todraschlucht. Es ging auf geteerter Strasse bequem bergab, sodass wir entspannt dahingleiten konnten. Am Ende der Todraschlucht fanden wir einen Reifenservice, der sich trotz nicht ausreichend dimensionierter Maschinen um unser Reifenproblem kümmerte. Mit Hammer und Meissel wurde der Gummi von der Felge getrennt und die Macken danach mit einem Winkelschleifer glattpoliert. Es fand sich ein kleines Loch im Schlauch – aber kein Gegenpart im Mantel des Reifens... Ursache also ungeklärt. Das gefiel mir gar nicht. Ich half bei der Reparatur tatkräftig mit und achtete darauf, dass alles schön sandfrei zusammengesetzt wurde – soweit das unter diesen Bedingungen überhaupt möglich ist... Nach 1,5 Stunden mit Reparaturarbeiten, Tee und gefüllten Fladenbroten verabschiedeten wir uns von der netten Familie (und von 150 Dirham = 15 Euro). Ich traute dem Reifen noch nicht – sollte aber in den folgenden Tagen dieses Vertrauen zurückgewinnen. Am Nachmittag erreichten wir Erfoud – eine grössere Stadt in der wir auf Wein- und Biervorkommen hofften.Es dauerte 5 Minuten und schon hatten wir einen Stadtguide, der uns zur Quelle des marokkanischen Weinhandels führte. Ein großes Hotel verfügte über einen Wein- und Bierkeller, zu dem uns ein Dealer hinter einer Stahltüre Zutritt verschaffte.Auf der Strasse trafen wir dann noch Mohammed.
Dieser bot sich als Führer für die Strecke Erfoud-Zagora und somit als Dünenguide an.Seine Dienste waren nicht billig, aber er verfügte wirklich über das Berber-GPS. (Im Kopf).Frisch von der Strasse weg engangiert, fuhren wir fortan zu dritt weiter.„Macht Euch um mein Essen, Trinken, Schlafen keine Gedanken – ich bin ein Mann der Wüste! –Wüstenfuchs!“ sagte Mohammed. Also fuhren wir gleich einen Nicht-Touristenpfad „hintenrum“ zum Erg Chebbi (Sandwüste mit Dünen). Petra und ich fuhren noch mal „allein“ zu den Dünen.
Wollten den Sonnenuntergang anschauen und Sand anfassen.Es dauerte 2 Minuten und wir hatten uns ausser Sichtweite von Mohammed im Fesch-Fesch (Weichsand) festgefahren. ...und dabei hatte der Untergrund doch sooo fest ausgesehen...Ich versuchte mit Hilfe aller technischen Tricks, den Wagen zu befreien – jedoch vergebens.Wir wühlten uns immer tiefer in den Sand hinein. OK – also Schaufel und Sandbleche einsetzen. Das klappte beim ersten Versuch: Wieder festen Boden unter den Rädern sahen wir auch schon Mohammed auf einer Düne erscheinen. Er hatte unsere Staubwolke gesehen und folgerichtig auf Probleme getippt.
Wir konnten ihn beruhigen – alles wieder unter Kontrolle. Abends entpuppte sich der „Mann der Wüste“ als Weinkenner und plünderte unseren Vorrat um insgesamt 5 Flaschen. Zum Schluss gab es eine Trommelvorstellung mit allen Mitgliedern der Campingplatzangehörigen. Unnötig, zu erwähnen, dass echte Paris-Dakar-Veteranen darunter waren. Einer wurde uns als „Kubaner“ vorgestellt. Nach ein paar spanischen Sätzen gab er aber zu, in der Nachbarschaft geboren zu sein... Es war ein lustiger Abend und wir hatten Mühe, am nächsten Morgen um 8 Uhr fit für die Abfahrt zu sein. Link zu den Leuten


18.4.2004 Merzouga – Zagora (ca. 300 Kilometer Piste)

Der Tag war hart – für Mensch und Maschine.Die Piste wechselte zwischen Hammada (Steinwüste), Schotterebenen, Weichsandpassagen und Flussbetten. Zur Veranschaulichung kann man sich vorstellen, von Frankfurt nach München im 2. Gang Querfeldein zu fahren. Das dürfte in Etwa so hinkommen.Der Iveco wurde 10 Stunden lang brutal durchgerüttelt – mich wunderte, dass nicht alles auseinanderfiel. Die Weichsandfelder meisterten wir im (kurzen) 2. Gang, Differentialsperre, Allrad und 10 Minuten Vollgas. Einmal schalten oder Schwung verlieren hätte unweigerlich langes Schaufeln und viel Arbeit bedeutet.
Bis auf eine Dünenauffahrt gelang es uns aber ohne Zwangspausen. Es ist schon faszinierend, wie der Sand dem Fahrzeug den Vortrieb entzieht – als ob jemand von hinten ein Gummiseil angebunden hätte.Die Strecke Merzouga-Zagora ist Teil der Rallyestrecke Paris-Dakar.
Unser Guide erklärte nicht ohne Stolz, dass „die auch immer über diese Dünenfelder fahren...“ – und dass da eine deutsche Frau mitfährt...Wie auch immer: Leider hatten wir keinen Servicetruck mit Mechanikern und Ersatzteilen dabei, daher mussten wir etwas Vorsicht walten lassen und Kleinigkeiten selbst reparieren.(Z. B. der drei mal abvibrierte Zyklonluftfilter, der dabei war, sich durch die Motorhaube zu arbeiten oder das Öl unter dem Wagen, dass sich als überflüssiges Wasser entpuppte...) . Zum Ende hatte die Wüste noch ein Schmankerl für uns zu bieten:Sandsturm mit Gewitter und Hagel nach einem Temperatursturz von 30 auf 15Grad Celsius.Auf einmal waren die umliegenden Berghänge weiss von Hagelkörnern – Schnee in der Wüste – gibt´s das? Von der zweiten Etappe Zagora-Fom Zguid nehmen wir aus Mitleid mit dem Fahrzeug Abstand. Laut einhelliger Meinung ändert sich das Landschaftsbild kaum – und warum noch mal 150Km Piste abspulen? Wir fahren wohl in Richtung Quarzazate – Strasse der Kasbahs und nehmen die ein oder andere kleinere Piste unter die Räder.

19.4.2004 Zagora – Foum Zguid (120Km Piste)

Also doch: Was soll´s – wir fuhren nun doch die obengenannte Piste. Armin und Oliver, die wir auf dem Campingplatz kennengelernt hatten, fuhren vor und wir trafen uns dann zufällig auf der Piste wieder. Mit zwei Fahrzeugen fährt es sich doch irgendwie sicherer, auch was die Orientierung betrifft.Die zwei Jungs waren mit einem VW-Allradbus unterwegs, der ebenfalls wüstentauglich ausgerüstet war. Die Piste war recht ruppig, wies aber keine Sandpassagen auf. Ich wusste nicht, ob ich das jetzt vermisst hatte oder froh darüber war...Jedenfalls beschäftigte uns ein zischendes Geräusch aus unserem linken Vorderreifen wieder einmal einige Zeit lang: Ja, richtig geraten: der nächste Plattfuss.Und wieder das typische Problem mit den Radmuttern, die anscheinend mit 500Nm festgezogen waren. (Oliver, der Ingenieur im Team hatte diesen Wert aus ca. 80Kg Gewichtskraft auf einem 1,5m langen Hebel im Kopf geschätzt.)
Was nun 500Nm mit einer 27iger Nuss, einem Adapterstück von Stahlwille und einer gehärteten Verlängerungsstange von Gedore (?) anrichten können, erlebten wir nach 2-3 Versuchen: Der Verbindungsbolzen wurde einfach abgeschert...Nach verschiedenen anderen Versuchen mit Hammer & Gabelschlüssel, Baustahl und Bordwerkzeug funktionierte schließlich ein beidseitiger Hebel auf die Originalverlängerung aufgesteckt...
OK, Reifen also schließlich doch noch gewechselt.Nach 120 Km Piste durch teils steile Queds mit sehr schönen Fahrtechniken ( z. B. Steigungen auf drei Rädern – Vorderrad einen halben Meter in der Luft) erreichten wir Foum Zguid. Dort sehr freundliche Bevölkerung, aber kein Campingplatz. Also fuhren wir 1Km ausserhalb der Ortschaft rechts auf ein paar Lehmruinen zu und fragten einen herumliegenden Einheimischen, ob Camping ein Problem sei? „Camping ici cést Par de Problem“ war die Antwort.
Bis wir unsere Tische rausgestellt hatten, kam der ältere Aufpasser (?) schon mit einem Tablett und frischem Minztee an. Also waren wir anscheinend willkommen.Später stellte sich heraus, das eines der Gebäude als Militärposten genutzt wurde.Der Alte wollte unsere Passnummern und die Autokennzeichen und alles war OK.Wir assen zusammen mit Armin und Oliver zu Abend und unterhielten uns angeregt über Gott, die Welt und alles, dazwischenliegende.

20.4.2004 Foum Zguid – Cascades de Tizgui

Am Morgen kam der von uns inzwischen „Militärattache“ getaufte Einheimische prompt wieder mit einem Tablett voller Tee an. Ich fragte, wo denn die Croissants seien?Gut, dass er mich nicht verstand. Ein paar Zigaretten und die Sprachbarrieren waren wieder mal beseitigt. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von Armin, Oliver und unserem Militärattache.Die Jungs fuhren weiter nach Westen. Petra und ich wollten nach Norden in Richtung Quarzazate fahren. Die Strasse 6951 entpuppte sich wieder mal als Piste – na ja, kein Problem. Die letzte Hälfte nach Agdz war schon, bzw. wurde gerade geteert.Wir nahmen zum ersten Mal einen einheimischen Anhalter mit – ein Minenarbeiter, der nach 10 Stunden unter Tage nun endlich in sein Bett wollte...
Die Einladung auf eine Tasse Tee konnten wir nicht ausschlagen und so landeten wir in seines Vaters´ gemütlichem Wohnzimmer. Trotz der üblichen Sprachbarrieren unterhielten wir uns recht gut und irgendwann kam (von beiden Seiten unbeabsichtigt – da bin ich mir sicher) das Gespräch auf das Leben hier im Tal.Mustafa erzählte, dass die Einwohner hier von den Minen und vom Tauschhandel lebten und fragte, ob wir nicht etwas zum Tauschen im WoMo hätten.Ich überlegte kurz und frage, was er sich denn so vorstellte?
„In Shallah... Bier, Wein, Klamotten“ beispielsweise war die Antwort.
Auf die Frage, was er denn zu bieten habe, kam „Silberdolche, Silberschmuck und/oder Teppiche aus Hauseigener Herstellung“. Hörte sich gut an und so kamen wir zu einem Berberteppich in Safranfarbe – im Tausch gegen die Obengenannten Dinge, sowie eines Rucksacks und einer vernünftigen Zuzahlung in Euro. Weiter ging die Fahrt zu den Cascades de Tizgui, die uns von Campern empfohlen wurden.(Steht auch im Därr-Führer drin).Ganz nette Bademöglichkeit in teils sehr enger Schlucht. Dazu noch die Gastfreundschaft von Omar, einer interessanten Berber-Hippie-Mischung. (Omar lebt seit 20 Jahren in dieser Schlucht und ist ein (fast) richtiger Einsiedler.)Wir lernten hier noch Elli kennen, die alleine mit VW-Bus, ihrem 2-jährigen Sohn, sowie 2 großen Hunden seit 3 Monaten in Marokko unterwegs war. Also bot es sich an, in dieser tollen Schlucht wild zu campieren und den Grill anzuwerfen.

21.04.2004 Tizgui – Taliouine

Früh am Morgen wurden wir von der Sonne und Ellis´Hunden geweckt. Nach gemütlichem Frühstück fuhren wir weiter in Richtung Westen. Diesmal eine schnelle Teerstrasse bis Taliouine. Dort wollten wir uns über Nacht überlegen, ob wir am nächsten Tag den Djebel Toubkal besteigen würden. Ein kleiner Campingplatz mit Pool lud zum Sonnen und Relaxen ein. Ansonsten stand an diesem Tag nicht viel auf dem Programm.

22.4.2004 Taliouine – Asni – Aroumd

Ok, wir wollten also den höchsten Berg Nordafrikas (4165m) in Angriff nehmen.Dazu war es erforderlich, die Passtrasse nach Asni zu fahren. Ein Schild wies „kurvige Strecke die nächsten 120 Kilometer“ aus. Und wirklich: Das GPS zeigte 70Km an – der Rest waren Kurven und ein Pass mit 2160m Höhe (Tizi – n – Test). Wir hatten Glück und fuhren fast immer die Bergseite der 3m breiten Strasse. (Die Strassenführung erinnerte mich an die Death-Road in Bolivien – nur der Teer war der Unterschied. In Bolivien war es Schotter).Es gab eine Stelle mit 3,50m Höhenbegrenzung durch Felsüberhänge – wir lagen knapp darunter.
Je weiter wir fuhren, desto grösser wurden die am Strassenrand angebotenen Ammoniten. Der größte, den ich sah, hatte einen Durchmesser von mindestens einem halben Meter. Anscheinend war hier „Fossilienmacher“ als Lehrberuf zu erlernen?In Asni angekommen fuhren wir in den kleinen Ort Ilmil. Der bestand aus ca. 10 Touristenfanggeschäften, die uns auch gleich erfolgreich eine Bergtour aufschwatzten.Natürlich war es genau das, was wir wollten, aber wir liessen uns das nicht anmerken. Bereitwillig erklärten uns die Leute eine topografische Landkarte des Toubkalgebietes, sodass ich auf Kartenkauf und Führer verzichten konnte. Stattdessen buchten wir einen Esel, da wir unseren Wanderrucksack gegen einen Teppich getauscht hatten.
Ein vorhandener Ortliebsack wäre als Rucksackersatz doch etwas ungeeignet gewesen.Anstelle Campingplatz landeten wir auf einer Wiese in Aroumd, die einem Geschäftsfreund des Ladeninhabers gehörte. Ein Couscous wurde uns auch noch als Abendessen in Aussicht gestellt. Und wirklich: Um 19.30 Uhr stand eine Frau mit einer Riesenportion vor unserem Auto. Full Service, also... Die Ortschaft Aroumd ist über eine sehr steile Holperstrecke mit engen Kehren zu erreichen. Ich musste sogar den Allradantrieb akrivieren. (Also wieder mal KEIN TAG ohne Piste!)

23.04.2004 Aroumd – Djebel Toubkal (4165m)

Am nächsten Morgen kam pünktlich unser Eselführer ans´Auto. Wir machten uns also auf den Weg zur 3200m hoch gelegenen Neltner-Hütte. Der Weg ist recht einfach: Dem Flussverlauf folgen und diesen gegebenenfalls über darin befindliche Steine kreuzen. Dann im rechten Talverlauf auf Schotterserpentinen aufwärts bis nach ca. 4 Stunden die Hütte erscheint.Oben angekommen assen wir eine mitgebrachte Brotzeit und ich schaute auf die Uhr: Kurz nach Mittag – was tun mit dem angefangenen Urlaubstag??Der 16-jährige Hüttenwirt meinte „No Problem for You reaching the top and come back before sunset”. Gut. Überzeugt. Ich lieh mir noch ein paar Steigeisen aus und los ging es.(Normalerweise macht man den Gipfel am nächsten Tag).Hinter der Hütte geht es linkerhand sehr steil bergauf über Schnee- und Geröllfelder aufwärts.
Ich lernte die Steigeisen schnell zu schätzen.Anscheinend war ich der letzte Bergwanderer des Tages, denn es kamen mir nur Leute von oben entgegen. So ab ca. 3800m war ich ganz alleine mit dem Berg und wenige Höhenmeter später senkten sich die umliegenden Gipfel langsam zu einem tollen Panorama ab. Ich mass meinen Puls und stellte durchgehend 160-170 pro Minute fest. Wenn ich eine Pause machte, half das nur wenige Minuten lang weiter... dann war ich schon wieder erschöpft.Pünktlich ab 4000m spürte ich leichte Gleichgewichtsstörungen und etwas Schwindel. Es war wohl doch die mangelnde Höhenakklimatisation ( Von 2000m auf 4000m). Aber es war erträglich und im Rahmen dessen, was ich mir zutraute.

Endlich: Der Gipfel in Sichtweite! Ich konnte bis in die Tiefebenen von Foum Zguid blicken, wo wir noch vorgestern campiert hatten. Im Norden Marrakesch – im Süden Algerien.Der Gipfel, zu dem ich noch heute Morgen mit dem Fernglas hinaufgeschaut hatte, befand sich jetzt weit unter mir. Ich konnte kein Gipfelbuch finden, aber das war ja auch nicht notwendig. Der Abstieg erfolgte rutschend über Schotter und Schneefelder.Letztere förderten mit jedem Schritt Eisklumpen in meine Schuhe, sodass ich sehr bald patschnasse Füsse hatte. Einen Teil der Hänge fuhr ich auf dem mitgebrachten Ortliebsack ab.Dann zog Nebel auf – ich hatte aber beim Aufstieg mehrere GPS-Punkte gesetzt, sodass ich exakt an der Hütte ankam, obwohl ich diese erst wenige Minuten vorher sehen konnte.Dann folgte eine heisse Dusche zum Auftauen der Fusszehen und ein Abendessen mit netten Leuten. 3200 Höhenmeter an einem Tag – mein neuer persönlicher Rekord, glaube ich?!

24.4.2004 Neltner-Hütte(3000m) – Essaouira

Am Morgen stiegen wir zum Dorf Aroumd ab und bezahlten unseren Muli, das Essen und die Bewachung des Autos auf der Wiese hinter dem Haus von Mohammed.Wir fuhren bald los, noch bevor die halbe Ortschaft uns zum Abschied auf Tee, Teppich und Tajine einladen konnte.Weiter ging es durch Marrakesch nach Essaouira. (Langweilige Strecke).In Essaouira sahen wir zum ersten Mal seit Wochen den Atlantik wieder.Dort kauften wir am Hafen frischen Fisch und dampfend heisses Brot direkt vom Bäcker.Die Einwohner und Händler in Essaouira waren Auffällig zurückhaltend und freundlich. Man konnte in den Geschäften bummeln ohne „angequatscht“ zu werden. Echtes Lob an dieser Stelle!Weiter ging die Fahrt am Meer entlang in Richtung Safi.Nach ca. 15 Km sahen wir von der Strasse aus schöne Sanddünen direkt am Meer.
Klar, dass wir den nächstbesten Feldweg nutzten um dorthin zu kommen.„Feldweg“ war vielleicht übertrieben, denn wir mussten ein Bachbett durch Strassenbauarbeiten befahrbar machen. So gelangten wir also zu einem „privaten Sandstrand“ mit Dünen und allem Drum und Dran. Zu bemerken wäre noch, dass wir den ganzen Tag dort blieben und nur 3 Menschen vorbeikamen.Wir grillten unsere Fische und dann uns in der gleissenden Mittagssonne.Danach zog ich noch ein paar Fahrspuren über die verlockenden Dünen. Wirklich tückisch, die Dinger: Mal fest, mal weich – und das bei immer gleichem Aussehen...Wir verbrachten eine ruhige Nacht (Vom lauten Meeresrauschen mal abgesehen).

25.4.2004 Essaouira – Azemmour (El Jadida)

Nach ausgiebigem Frühstück und vorbeiziehen einer Schafs-Kuhherde am Strand fuhren wir das treppenartige Bachbett zur Hauptstrasse zurück.Bergauf ging es über 30cm hohe scharfkantige Steine – wohl der Grund für unseren nächsten Plattfuss. Diesmal war ein Riesenloch in der Seitenwandung des rechten Vorderreifens. Wir bemerkten dies, als wir in einer Ortschaft nach dem Einkaufen vom Parkplatzwächter darauf hingewiesen wurden. Natürlich waren gleich zwei Helfer zur Stelle und wir kannten nun die fälligen Prozeduren schon. Also gleich den 1,5m langen Hebel raus und der Reifen war in 10 Minuten gegen den Ersatzreifen getauscht.
Reifenservice fanden wir um die Ecke und der 255iger BFG-MT Reifen, der in Deutschland sicher auf dem Müll gelandet wäre, wurde von innen mit einem Riesenflicken instand gesetzt. „Als Reserverad noch gut zu gebrauchen“, meinte der arabisch sprechende Reparateur mit Handzeichen und Gebärden. Ärgerlich, weil der Schlappen erst 6 Monate alt war – aber das war wohl der Preis für unsere speziellen Ausflüge in die Botanik? Bisher hatte ich noch bei keinem Fahrzeug so viele Reifenpannen, aber die 3,5-4 Tonnen forderten wohl ihren Tribut im Gelände?!Das nächste Problem war, dass der IVECO nun nach einer Seite zog. Wohl darauf zurückzuführen, dass auf der Vorderachse nun zwei leicht unterschiedliche Felgen liefen.
Also morgen den Reifen noch mal auf die andere Felge wechseln lassen.Bei einem Reparaturpreis von ca. 7.- Euro allemal billiger, als die Reifen unterschiedlich abzufahren oder Schäden zu riskieren.Am Abend fanden wir hinter Azemmour ein ruhiges Plätzchen zwischen schwarzen Sanddünen und Buschwäldern. Ein wilder Hund wurde mit Wurst gezähmt und diente uns als treuer Nachtwächter.

26.4.2004 Azemmour – Kenitra

Der Wachhund verschwand mitten in der Nacht auf Nimmerwiedersehen. Bis dahin hatte er uns jede Maus die um´s Auto schlich, lautstark gemeldet. Er wollte leider nicht bis zum Frühstück bleiben – OK, akzeptiert. Heute wollten wir in Casablanca einen Supermarkt aufsuchen, was mit Hilfe von GPS, Därr-Führer und Landkarte schließlich auch gelang.
Danach kam ich auf die Idee, in Rabat den IVECO-Händler zu besuchen und einmal alle Reifen auf deren Auswucht-Zustand und die Spur unseres Womos prüfen zu lassen. Nach 1 Stunde Sucherei in Rabat unter abenteuerlichen Verkehrsverhältnissen wurden wir schließlich fündig.Polizisten gaben uns immer sehr freundlich und detailliert Auskunft, wo die gefragte Strasse liegen würde, nur verstanden wir leider nicht alles im Detail. Schließlich fanden wir das Geschäft und wurden auch freundlich und zuvorkommend bedient: Unser Problem sollte ein Reifendienst um die Ecke erledigen.
Wir zahlten schließlich für 2 Reifendemontagen, auswuchten von 3 Reifen und insgesamt 1,5 Stunden Arbeit von 2-3 Mechanikern ganze 60 Dirham (= 5,90 Euro). Vielleicht sollten wir für die große Inspektion und andere Reparaturen jährlich einmal nach Marokko kommen? ;-))Die anschließende Suche nach einem Campingplatz verlief erfolglos, sodass wir ein kleines Waldstück nahe Kenitra aufsuchten. Der Wald sah aus, wie handgepflegt – man traute sich kaum, einen Grashalm umzuknicken... sicher ein Privatgrundstück?!Auf der Suche nach diesem Platz fuhren wir durch Mehdia Plage – eigentlich eine sehr interessante Ortschaft direkt am Meer. Eigene Festungsanlage und Naturschutzgebiet – aber alles wurde gerade renoviert und hergerichtet. Sicher für die Hauptsaison ein guter Tipp.

28.4.2004 Kenitra –

Wir erwachten gut erholt und ungestört in dem Waldstück und setzten unsere Fahrt nach kurzem Frühstück fort. Weiter entlang der Küste nach Norden besuchten wir die 3000 Jahre alten Ruinen von xxxxxxxxx (Name entfallen) in der Nähe von Larache. Heute war unser erster (und letzter) Regentag in Marokko. In Larache befand sich ein Rastplatz der von unserer Fährgesellschaft bewirtschaftet wurde. Man konnte dort kostenlos campieren und wir nahmen das Angebot natürlich an. Mittags gab es leckere Keftas vom Grill. Abends schauten wir deutsches Fernsehen im Auto. (Ja, der 30cm-Spiegel mit 12V-Receiver von Ebay ist echt Klasse! Alle anderen Wohnmobile haben 1m-Blechschüsseln auf dem Dach montiert. )Wir lernten ein italienisch-Marokkanisches Ehepaar kennen, die mit einem 4x4-Fiat WoMo seit 3 Monaten unterwegs waren.

29.4.04 Tag der Rückreise / Tanger-Sete

Gemütlich spulten wir die restlichen 150 Km ab und liessen den Bus noch mal für ein paar Dirham waschen. Jetzt sahen wir aus, wie frisch angekommene Touristen...Noch schnell die „Hercules-Grotten“ bei Tanger besichtigt – kann man sich aber getrost sparen. Die Küstenstrasse ist jedoch mit netten Haltebuchten versehen, die wir für kurze Aufenthalte nutzten.Dann ging es kreuz und quer durch Tanger. An wichtigen Kreuzungen standen zwar Polizisten, jedoch keinerlei Hinweisschilder auf Hafen oder sonstiges... dann sprangen uns noch ein paar Einheimische vor´s Auto, sodass ich am liebsten einen plattgefahren hätte.
(„Die würden in Frankfurt maximal eine Stunde überleben! – Wie hoch ist hier die Anzahl der Verkehrstoten?“) Das halbe Volk treibt sich auf der Strasse herum, bevorzugt in deren Mitte. Gehsteige sind zwar vorhanden, werden jedoch fast immer ignoriert.Schließlich fanden wir den Hafen und wurden auch ziemlich zügig abgefertigt. Die Formalitäten erledigte ich selbst – kein Problem, wenn man Zeit hat. Die letzten Dirham wurden in Euro zurückgetauscht und dann ging es an Bord.Wir bekamen diesmal eine Vierbett-Kabine mit Fenster für uns alleine und schmuggelten uns auch noch frech in´s First-Class Restaurant.
Der Unterschied bestand eigentlich nur darin, dass man das Essen auf schöneren Tellern an den Tisch gebracht bekam, anstatt dafür kantinenmässig anstehen zu müssen. 30.4.2004 Tag auf SeeWir lernten beim Essen eine Familie aus Calais und einen Sardinier kennen, der uns prächtig unterhielt. Seine italienischen Ansichten zusammen mit seinem Gesichtsausdruck sorgten immer wieder für gute Stimmung. Z. B. liess er einen Kaffee zurückgehen, mit der Bemerkung, „Ich habe EINEN Kaffee bestellt – und nicht FÜNF!“ (Der Kaffeebecher war ca. 2cm hoch gefüllt.) Tja – jetzt wissen wir, wie ein ECHTER italienischer Kaffee auszusehen hat: Zwei Schluck und finito! Ach ja: Auch über Mozzarella und italienisches Eis wurden wir aufgeklärt.

1.5. – 2.5.2004 Heimreise durch Frankreich
Übernachtung in der Schweiz.

3.5.04 Reisebericht online gestellt. --> SO bin ich zu Euch! :-))



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